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So, 09:16 Uhr
07.02.2021
Zugverkehr in Mitteldeutschland eingestellt

Schneeverwehungen sorgen für Stillstand

Infolge heftiger Schneeverwehungen ist der Zugverkehr in Mitteldeutschland erheblich eingeschränkt. Abellio Rail Mitteldeutschland musste am Sonntagmorgen den Betrieb in seinem gesamten Netz vorläufig einstellen...


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Betroffen sind die Strecken von Halle, Dessau und Magdeburg in Richtung Bernburg, Aschersleben und Halberstadt sowie die gesamte Harzregion (Quedlinburg, Thale, Wernigerode bis nach Goslar), die Verbindungen von Stendal und Magdeburg in Richtung Wolfsburg, die Strecken von Halle in Richtung Sangerhausen – Nordhausen – Leinefelde – Kassel, von Halle/Leipzig in Richtung Weimar – Erfurt – Eisenach bzw. in Richtung Jena – Saalfeld sowie die Verbindung Sangerhausen – Erfurt.

Die Situation auf den Straßen lässt leider keinen Ersatzverkehr mit Bussen zu. Fahrgäste werden dringend gebeten auf jedwede Fahrten zu verzichten, bis sich die Wettersituation verbessert.
Autor: psg

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
07.02.2021, 11:01 Uhr
"Alle reden über das Wetter - wir nicht"-DB, das war einmal.
Mit der modernen Technik hat der Mensch aus dem Bahnsystem eine hochsensible Klimawandelbahn gemacht, die nur hoffen kann, dass es endlich keinen Winter mehr gibt.

Doch die vollmundige Eigenwerbung "Alle reden über das Wetter - wir nicht", wohlgemerkt aus den 60er Jahren, beweist, dass es auch mal bessere Zeiten auf deutschen Schienen gab. Damals waren Deutsche Bahn und Deutsche Reichsbahn noch robuste mechanische Eisenbahnen, oft mit tonnenschweren Dampf- und Diesellokomotiven und keine leichten, chipgesteuerten Higtech-Triebwagen, bei denen ein wenig Raufrost an den Radkästen den ganzen Zug außer Gefecht setzt.

Gewiss haben wir dank der seltenen Polarwirbelanomalie gegenwärtig eine besondere Wetterlage; die Statistik zeigt aber auch, dass die Zahl der Tage mit geschlossener Schneedecke in den vergangenen Jahrzehnten klimawandelbedingt erschreckend zurückgegangen sind.

In dem Maße, wie normales Winterwetter unnormal wurde, stiegt unabhängig davon unsere Abhängigkeit von elektronischen Bauteilen, von vernetzten Systemen und allgemein, von wasser, eis-, hitze und kälteempfindlicher Schönwettertechnik. Dadurch wurde die eigentümliche Mutation von normalem Winterwetter zu "Extremwetter" noch einmal beflügelt.

Der gegenwärtige Schnee wird tauen, die Bahnen werden vielleicht schon morgen wieder fahren, das aktuelle "Extremwetter" wird bald vergessen sein. Unsere Abhängigkeit von all den technischen Systemen und deren erschreckende Unsicherheiten aber wird sich trotz solcher Erfahrungen weiter verstärken.

Die heutige Anfälligkeit des Systems Eisenbahn ist geradezu lächerlich, gegenüber den Gefahren, die Wissenschaftler beispielsweise für die moderne Militärtechnik heraufziehen sehen. Vermeintlich auf einem sowjetischen Radarschirm anfliegende US-Interkontinentalraketen hätten 1983 beinahe den Untergang der Menschheit ausgelöst - wenn nicht ein dadurch berühmt gewordener Offizier der sowjetischen Raketentruppen richtigerweise auf einen Computerfehler getippt hätte.

Und das war vor rund 40 Jahren. Irgendwann werden vielleicht die Chips entscheiden, ob sie Raketen starten lassen, oder nicht.
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