Fr, 12:42 Uhr
19.08.2005
nnz-Forum: Fragwürdig
Nordhausen (nnz). Es gibt weitere Reaktionen auf den LA OLA-Leserbrief von Jürgen Nagel. Die nnz veröffentlicht das Statement von Martin Marx im Forum.
Da sag' ich mal, dass ich einigermaßen gesellschaftlich aufgeschlossen bin. Und das ist gegenüber dem Autor des Leser-Beitrages "La Ola" zum Weltjugendtag (17.8.) auch gut so. Ganz und gar kostenlos ist dieser Artikel der Selbstdarstellung und Inszenierung: "Sei nun endlich mal ruhig, hätte ich liebend gern gerufen, als ich mich, ganz und gar ohne LA OLA, mit diesem Beitrag beschäftigen mußte.
Aber genug der Satire - Ich gebe Ihnen ja zweifelsohne recht, dass es auf dieser Welt Millionen hungernder Menschen gibt, deren Schicksal meist nicht mal in den Medien aufgezeigt wird- auch in mir kommen dabei sehr traurige Gefühle und die Frage nach Lösungsmöglichkeiten für dieses Leiden auf. Auch gestehe ich durchaus ein, dass ich als gläubiger Katholik selbst mit so manchen Vorgaben aus Rom meine Probleme habe.
Dennoch habe ich selbst mit viel Begeisterung die Weltjugendtage in Rom (2000) und Toronto (2002) miterleben dürfen. Habe erlebt, wie junge Menschen aus Afrika mit anderen aus Südamerika tanzen und singen, wie libanesische oder polnische Jugendliche von ihren Heimatländern, ihren Kulturen und ihrem Glauben erzählen, wie Glaubensgespräche untereinander in sechs und mehr verschiedenen Sprachen geführt und untereinander übersetzt werden, so dass wirklich jeder mitreden und sich einbringen kann.
Ich habe auf diese Weise unglaublich viel über manche Länder, auch in Afrika und Lateinamerika lernen dürfen, habe Wahrheiten über diese Länder gehört, die bei uns nicht in der Zeitung oder den Nachrichten auftauchen. Zu sehr vielen der Menschen, die ich damals kennengelernt habe, habe ich noch heute Kontakt.
Nahezu jeder Pilger wird auch in Köln die selben Erfahrungen machen, so dass unterm Strich Hunderttausende Jugendliche auf einem friedlichen Fest einander näherkommen, und den Geist dieser Veranstaltung mit viel Enthusiasmus wieder mit in ihre Heimat nehmen werden. Und wer kann, wenn wir mal ehrlich darüber nachdenken, auf dieser Welt mehr bewegen als eine enthusiastische Jugend, die auch schon mal über den Tellerrand der eigenen Kultur hinausgeschaut hat? Manchmal würde ich mir auch in unseren Straßen mehr dieser Begeisterung wünschen. Natürlich lassen sich damit nicht all unsere Probleme lösen, das zu denken wäre wohl sehr naiv.
Aber sie wäre mit Sicherheit fruchtender, als sich Montag abend vor dem Rathaus der allgemeinen Selbstbemitleidung und Lethargie hinzugeben. Was ich im übrigen anbetracht der vielen hungernden Menschen in Afrika auch als äußerst fragwürdig empfinde...
Martin Marx, Nordhausen
Autor: nnzDa sag' ich mal, dass ich einigermaßen gesellschaftlich aufgeschlossen bin. Und das ist gegenüber dem Autor des Leser-Beitrages "La Ola" zum Weltjugendtag (17.8.) auch gut so. Ganz und gar kostenlos ist dieser Artikel der Selbstdarstellung und Inszenierung: "Sei nun endlich mal ruhig, hätte ich liebend gern gerufen, als ich mich, ganz und gar ohne LA OLA, mit diesem Beitrag beschäftigen mußte.
Aber genug der Satire - Ich gebe Ihnen ja zweifelsohne recht, dass es auf dieser Welt Millionen hungernder Menschen gibt, deren Schicksal meist nicht mal in den Medien aufgezeigt wird- auch in mir kommen dabei sehr traurige Gefühle und die Frage nach Lösungsmöglichkeiten für dieses Leiden auf. Auch gestehe ich durchaus ein, dass ich als gläubiger Katholik selbst mit so manchen Vorgaben aus Rom meine Probleme habe.
Dennoch habe ich selbst mit viel Begeisterung die Weltjugendtage in Rom (2000) und Toronto (2002) miterleben dürfen. Habe erlebt, wie junge Menschen aus Afrika mit anderen aus Südamerika tanzen und singen, wie libanesische oder polnische Jugendliche von ihren Heimatländern, ihren Kulturen und ihrem Glauben erzählen, wie Glaubensgespräche untereinander in sechs und mehr verschiedenen Sprachen geführt und untereinander übersetzt werden, so dass wirklich jeder mitreden und sich einbringen kann.
Ich habe auf diese Weise unglaublich viel über manche Länder, auch in Afrika und Lateinamerika lernen dürfen, habe Wahrheiten über diese Länder gehört, die bei uns nicht in der Zeitung oder den Nachrichten auftauchen. Zu sehr vielen der Menschen, die ich damals kennengelernt habe, habe ich noch heute Kontakt.
Nahezu jeder Pilger wird auch in Köln die selben Erfahrungen machen, so dass unterm Strich Hunderttausende Jugendliche auf einem friedlichen Fest einander näherkommen, und den Geist dieser Veranstaltung mit viel Enthusiasmus wieder mit in ihre Heimat nehmen werden. Und wer kann, wenn wir mal ehrlich darüber nachdenken, auf dieser Welt mehr bewegen als eine enthusiastische Jugend, die auch schon mal über den Tellerrand der eigenen Kultur hinausgeschaut hat? Manchmal würde ich mir auch in unseren Straßen mehr dieser Begeisterung wünschen. Natürlich lassen sich damit nicht all unsere Probleme lösen, das zu denken wäre wohl sehr naiv.
Aber sie wäre mit Sicherheit fruchtender, als sich Montag abend vor dem Rathaus der allgemeinen Selbstbemitleidung und Lethargie hinzugeben. Was ich im übrigen anbetracht der vielen hungernden Menschen in Afrika auch als äußerst fragwürdig empfinde...
Martin Marx, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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