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Di, 15:27 Uhr
29.12.2020
Investitionen in Millionenhöhe geplant

Die SWG blickt nach vorne

Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) wird sich im neuen Jahr auf Sanierungsarbeiten ihres Wohnungsbestandes in Nordhausen konzentrieren. Die großen Neubauprojekte in der Semmelweißstraße, Am Alten Tor und in der Schärfgasse sowie im Gumpetal sind geschafft...

Im Gumpetal war man Ende des Jahres fertig geworden, nun stehen neue Aufgaben für die SWG an (Foto: nnz-Archiv) Im Gumpetal war man Ende des Jahres fertig geworden, nun stehen neue Aufgaben für die SWG an (Foto: nnz-Archiv)

„Jetzt rückt unser Kerngeschäft wieder in den Fokus“, sagt SWG-Chefin Inge Klaan. Fünf bis sechs Millionen Euro investiert die SWG im Schnitt jährlich in ihre Bestandssanierung. 2021 nimmt das Wohnungsunternehmen sogar deutlich mehr Geld in die Hand.

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Umfangreichstes Vorhaben ist die Komplettsanierung der 73 Wohnungen in der Dr.-Robert-Koch-Straße 4 bis 18 in Nordhausen-Nord. Die Modernisierung erfolgt im Rahmen des IBA-Projektes „Ossietzky-Hof“. Neben einer frischen Fassade, einer Keller- und Dachdämmung werden auch alle Versorgungsstränge und Heizungen erneuert. Die Wohnungen erhalten größere Balkone mit barrierearmen Zugängen vom Wohnzimmer aus. Auch die Fenster werden getauscht. Auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage installiert, Treppenhäuser und Eingangsbereiche werden umgestaltet

„Ziel dieser Arbeiten ist es, die Betriebskosten zu senken und damit auch langfristig die Nebenkosten für die Mieter“, sagt Klaan. Da die Rund-um-Sanierung unter Vollbezug geschieht, erfordern die Arbeiten eine hohe Koordination. Viele Gewerke werden parallel arbeiten, um die Bauzeiten so kurz wie möglich zu halten. Klaan rechnet mit einem Jahr Bauzeit. „Aktuell sind wir in der Ausschreibung und rechnen mit einem Baubeginn im Frühjahr“, so Klaan. Allein bei diesem Projekt geht das kommunale Wohnungsunternehmen von einem Gesamtvolumen in Höhe von 6,9 Millionen Euro aus.
Darüber hinaus wird im Ossietzky-Quartier der Abriss des früheren Schwesterheims in der Albert-Traeger-Straße vorbereitet. „Im Laufe des ersten Halbjahres wollen wir das Planungskonzept für den Neubau präsentieren“, sagt Klaan. Für die verbliebenen Mieter läuft ein Umzugsmanagement.

An der Stelle der DDR-Platte soll ein mehrstöckiger barrierefreier Holzhybridbau errichtet werden. Der ursprüngliche Plan, die Ein-Raum-Wohnungen zu größeren Wohnungen umzubauen, musste aus Kostengründen verworfen werden. Der mehrstöckige Holzbau wäre einer der ersten in Thüringen und bringt einige Vorteile gegenüber einem Haus aus Beton. Neben einer relativ kurzen Bauzeit, punktet Holz als nachwachsender Rohstoff, hat zudem gute Raumklimaeigenschaften und ermöglicht durch dünnere Außenwände eine größere Wohnfläche im Vergleich zu einem gleichgroßen herkömmlichen Haus aus Beton.

Sanierungen in Salza und Fernwärmeumstellung
Auch in Salza sind für 2021 weitere Komplexsanierungen geplant: So werden die Fassaden der Häuser Zuckerweg 5 bis 19, Hardenbergstraße 48 bis 70 und Dietrich-Bonhoeffer-Straße 13 bis 16 erneuert. Nach den Sanierungsarbeiten werden die Wohnblöcke nicht mehr als DDR-Platten erkennbar sein.
Ein Augenmerk liegt im kommenden Jahr auf der Erweiterung der mit Fernwärme versorgten Wohnungen. Neu angeschlossen werden knapp 200 Wohneinheiten rund um die Fachhochschule. Darüber hinaus nimmt die SWG ihre letzten Ölheizungen außer Betrieb: Das geschieht in der Kützingstraße und in der Stolberger Straße, auch diese Häuser werden auf Fernwärme umgestellt.

Ein weiterer Schwerpunkt 2021 liegt in den Strangsanierungen einiger Objekte, die wir dringend angehen müssen. In der ersten Sanierungswelle sind Friathermleitungen verbaut wurden, die nun dringend ausgetauscht werden müssen.

Arbeitsgericht zieht zum 1.5. zum Sozialgericht an den Taschenberg
Ein Sonderprojekt der SWG in 2021: Im kommenden Jahr wird das Arbeitsgericht mit in das Sozialgerichtsgebäude am Taschenberg ziehen. „Wir müssen in diesem Zuge noch einige Umbauarbeiten vornehmen. Auch das ist für Anfang 2021 geplant“, sagt Klaan. Das Arbeitsgericht befindet sich aktuell in einer Villa in der Käthe-Kollwitz-Straße gegenüber dem Theater. Das Sozialgericht ist seit 2010 im früheren Wehrkreiskommando untergebracht, das die SWG in den frühen 2000er Jahren vom Bund gekauft und für rund 3 Millionen Euro umgebaut hatte. „Wir freuen uns, dass wir uns hier einig geworden sind. Das wird langfristig unseren Gerichtsstandort Nordhausen sichern.“ so Klaan.

Projektstart in der Altendorfer Kirchgasse
Mit der Sanierung des alten Wasserverbandsgebäudes in der Nordhäuser Altstadt soll dort in den nächsten Jahren die letzte große Brache verschwinden. Gemeinsam mit der Stadt Nordhausen will die SWG das Areal als weiteres IBA-Projekt entwickeln. Für die Planungen der Quartiersumgestaltung sind jetzt die Fördermittelbescheide eingetroffen. „In den nächsten Wochen werden wir mit dem offiziellen Vergabeverfahren im Dialogverfahren für die Planungsleistungen starten“, so Klaan. Ende 2021 werde man die Entwicklungsperspektive für das Viertel kennen. „Im Laufe des Jahres 2022 wollen wir Gewissheit darüber haben, in welchen Schritten die Quartiersentwicklung erfolgen kann“, erklärte Klaan. Baubeginn sieht die SWG-Chefin frühestens in den Jahren 2023/24. Beim Umbau des Quartiers sollen Fragen der regenerativen Energieversorgung, Ressourcennutzung, Effizienz, der nachhaltigen Begrenzung des Energiebedarfs und der Baukultur betrachtet werden.

Grundstücksvermarktung für bauwillige Einfamilienhausbauer
Die Stadt Nordhausen hat die Erschließungskosten für den EFH Standort im Gumpetal im Haushalt aufgenommen. Demnach wird die Stadt den Standort beginnend im Jahr 2021 erschließen. Insofern gehen wir davon aus, dass die Vermarktung weiterer Grundstücke für bauwillige Einfamilienhausbauer ab 2021 Wirklichkeit wird. Wir haben schon jetzt einige Anträge vorliegen und mussten unsere Antragsteller bisher vertrösten. Wir freuen uns darauf, im nächsten Jahr in der 2. Jahreshälfte die Nachfrage bedienen zu können.
„Unser Unternehmen investiert in seine Wohnungsbestände ca. 13 Mio. Euro in 2021. Wir hoffen, dass wir alles umsetzen können, insbesondere mit Blick auf die Coronaproblematik, die uns ganz sicher auch in 2021 beschäftigen wird,“ so die SWG Chefin Inge Klaan.

Rückblickend auf das Jahr 2020 haben wir ein außergewöhnliches Jahr hinter uns. Nichts war so im Verlauf, wie wir es noch im Januar/Februar geplant hatten. Dennoch haben wir alles, was wir uns vorgenommen haben, umsetzen können. Das Gumpetal ist nach nicht mal 1 Jahr Bauzeit in die Vermietung gegangen, das Alten Tor ist in beiden Bauabschnitten fertig gestellt, das „Horst-Stief-Boxzentrum“ wurde an den Verein übergeben, ca. 5 Mio. Euro wurden in die Bestandsanierung investiert, dabei einige Bäder barrierefrei umgebaut, Leitungen saniert und Heizungen umgebaut. Unser Unternehmen ist inzwischen sehr viel digitaler, als wir das im Februar noch für möglich gehalten haben. Die Gründung des Tochterunternehmens ist mit coronabedingter Verspätung im Juli angelaufen. Alles in allem ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr, was der gesamten Belegschaft sehr viel Kraft, Aufmerksamkeit und Organisationstalent abgefordert hat. „Ich bin froh ein solche Mannschaft hinter mir zu wissen. Das alles ist nur möglich, wenn das Team zusammenhält und die Herausforderungen gemeinsam annimmt.“ so die Geschäftsführerin abschließend. „Wir danken unseren Mietern für die Treue und die Geduld, die uns das Jahr 2020 abverlangt hat.“
Autor: red

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Kommentare
crazy21
29.12.2020, 18:13 Uhr
Wir werden immer vergessen.
Ich freue mich für alle Mieter deren Wohnblöcke saniert und/oder modernisiert werden,aber ich frage mich wann denn endlich auch mal der Bereich Jüdenstraße /Predigerstraße mal in Schwung gebracht wird.
Die Häuser sind von sowohl von innen als auch von außen eine Schande für die Innenstadt, aber scheinbar gehört es nicht zum direkten Sichtfeld und wird deswegen einfach "vergessen".

Das was in dieser Gegend noch hübsch anzusehen ist/war wurde nun entfernt(Büsche, Bäume ,Wiese) mussten weichen um einen Spielplatz zu erbauen, aber vielleicht hat dies
auch einen Vorteil, umso mehr Menschen auch außerhalb des Wohnbereichs in diese Straßen kommen, umso eher reagiert die SWG mal auf die Situation die viele Mieter auch in Anbetracht an die zu zahlenden Mieten ärgert .

Ein guten Rutsch und bleiben sie Gesund.
toni
29.12.2020, 19:22 Uhr
Büsche, Bäume und Wiese entfernt?
Hat die SWG die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt? Bäume sind wertvoll!!! Mit ein bißchen Phantasie kann man auch in vorhandene grüne Wiesen Spielgeräte integrieren. Und die Bäume spenden dann im Sommer den wertvollen Schatten. Hautkrebs ist auf dem Vormarsch, nicht nur bei der älteren Generation, auch schon bei Jüngeren.
Wo sollen denn unsere Kinder noch halbwegs nicht-vertrocknetes Grün vor dem Haus erleben? Ich kann nur hoffen und appellieren, dass die SWG die Bäume vor dem Schwesternwohnheim und in der Dr.-Robert-Koch-Straße stehen lässt. Mit ein bißchen gutem Willen ist das möglich.
Die Rodungsaktion im Gumpetal vor dem Bau der Häuser auf dem Sportplatz war auch völlig überzogen, der zu bebauende Sportplatz war nämlich immer baumfrei. Die Nachtigallen sind seitdem verschwunden.
Aber was solls, nach uns die Sintflut... es ist wie in der Fabel vom Fischer und seiner Frau: immer mehr Luxus, immer mehr vom Boden abheben, und irgendwann kommt der große Knall.
----
29.12.2020, 21:25 Uhr
Sanierungen in Salza
Zitat aus dem Artikel: "Auch in Salza sind für 2021 weitere Komplexsanierungen geplant: So werden die Fassaden der Häuser Zuckerweg 5 bis 19, Hardenbergstraße 48 bis 70 und Dietrich-Bonhoeffer-Straße 13 bis 16 erneuert."

Ich bin mir ziemlich sicher, dass das seit Jahren erledigt ist.
Oder sollte die SWG jetzt etwa auch die hofseitigen Fassaden energetisch sanieren wollen? Ich wäre angenehm überrascht, kann es aber nicht wirklich glauben. Sieht ja eh keiner ;)
Ba-bi
29.12.2020, 22:19 Uhr
Ölheizung
Wenn die letzten Ölheizungen ausser Betrieb genommen werden wird dann auch der Wohnblock in der Sperlingsgasse an die Fernwärme angeschlossen ?Wurde in diesem Bericht leider nicht erwähnt .
Kontrapost
30.12.2020, 09:39 Uhr
Abriss eines völlig intakten Wohnblocks in Nord, Mieter sollen verdrängt werden
Und die Abriss Hybris von Frau Klaan geht weiter, jetzt unter tatkräftiger Förderung ihres Chefs, Bürgermeister Buchmann.

Das das Schwesternwohnheim weg muss, weil angeblich die Sanierung zu teuer ist, halte ich für eine Lüge. Denn auch in anderen Wohnblocks, auch in Nord, wurden Wohnungen im Bestand saniert und auch zusammengelegt, wie z. B. am Wohnblock in der Stolberger Straße 133 u. ä. Die Stadträte sollten sich unbedingt Alternativen zum Abriss vorlegen lassen und vor allem die Berechnungen zum angeblich zu teuren Umbau.

Mit dem Abriss und dem Bau eines "Holzhybridhauses" sollen die bisherigen Mieter Platz machen für betuchtere Mieter, da bin ich mir sicher. Auch die so genannte "energetische Sanierung", sprich Dämmung der Fassaden, hat Null Einspareffekt, trotzdem werden die Mieter auch hier zur Kasse gebeten. Und in wenigen Jahren muss dann die Fassade wieder runter, weil sie verschimmelt ist, wie an allen SWG Häusern Z. B in der Rautenstraße. Wer es nicht glaubt, sollte sich die hässlichen schwarz-getigerten Wände mal ansehen, in dem er den Blick nach oben richtet.

Mit all diesen Maßnahmen in Nord soll erreicht werden, dass der Stadtteil für weniger Betuchte nicht mehr bezahlbar ist.

Stadträte und Bürger aufpassen!
Herr Schröder
30.12.2020, 10:07 Uhr
Blick in die Heimat
Das ist so nicht ganz richtig. Dieser "völlig intakte Wohnblock" müsste unter großem Aufwand saniert werden. Bedingt durch die Bauweise wäre das finanziell baulich ein riesiger Aufwand. Räumliche Veränderungen wären kaum möglich. Da macht es schon Sinn hier mal etwas neues zu errichten. Und warum nicht auch mal mit einer neuartigen Bauweise.
Also, nicht immer gleich gegen alles Neu sein, den Dingen auch mal eine Chance geben. Auch wenn das einigen nicht ins politische Bild passt.
Kontrapost
30.12.2020, 11:12 Uhr
@Herr Schröder: Linie Klaan - nur Behauptungen und Abrisse
@Herr Schröder: Sie sind offenbar im Besitz von Insiderwissen aufgrund der Behauptungen, die Sie hier aufzählen..

Ich glaube diese "Alternativlosigkeit" trotzdem nicht. Oder Sie zeigen öffentlich die Alternativberechnungen. Das wird nie geschehen. Also zweifle ich weiter. Und ich behaupte, dass es im Jahr 2020 technologisch durchaus möglich ist, Wohnungszuschnitte zu verändern Das ging übrigens schon Anfang der 90iger u. ä. im SWG Block Stolberger Straße 133 und im gegenüberliegenden Solitär usw.

Ich bin nicht gegen das Neue, sondern das Übeflüssige, dass zudem die Mieter zahlen müssen und nicht Klaan, Buchmann und Co.
Christian Staifen
30.12.2020, 12:30 Uhr
Eine tragende Holzwand
ist nicht Dünner als eine Betonwand!
#Klugscheiß# :-)
Herr Schröder
30.12.2020, 15:22 Uhr
Blick in die Heimat
Nein kein Insiderwissen. Ich habe mich einfach mal mit jemandem unterhalten der die Betonkästen damals mit gebaut hat.
Sein sie froh wenn dort etwas neues entsteht, vielleicht nicht ganz so groß damit auch etwas mehr Licht in den Innenhof gelangt.
Gudrun1974
30.12.2020, 16:00 Uhr
Gentrifizierung / Ich suche Grund, in NDH wieder Linke zu wählen
Das, was mit dem Abriss eines intakten und Bau eines neuen Blocks hier geschehen soll, nennt man Gentrifizierung und das ist in anderen Städten gang und gäbe: "Leerziehen" von bestehenden, günstigen Wohnungen (Fr. Klaan nennt es verschleiernd "Umzungsmanagement"), Umsiedlung der Mieter in andere Stadtteile, Abriss, und Neuvermietung zu wesentlichen höheren Preisen. Dies scheint zum politischen Stadt- und SWG Programm in Nordhausen-Nord zu werden.

Hier sollte vor allem die Nordhäuser Linke kritisch Hinterfragen und prüfen!

P. S. Was ist übrigens "Holzhybrid" Bauweise?
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