eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Sa, 18:06 Uhr
26.12.2020
Einfach mal testen: Mercedes EQC 400 (6)

Fazit: Es ist noch nicht soweit!

Wenn über Elektroautos berichtet wird, ist in den meisten Fällen von Tesla die Rede. Aber auch die deutschen Premiumhersteller haben das Elektroauto für sich und ihre Kunden entdeckt. Die nnz hat dies zum Anlass genommen, für die nächsten Tage ein „pures“ Elektroauto zu testen. Die Autohaus Peter Gruppe hat hierfür einen Mercedes EQC 400 zur Verfügung gestellt...


Fünf Tage testen, fünf Tage Erfahrungen sammeln und fünf Tage Eindrücke gewinnen. Um es vorweg zu sagen, mir war bewusst, dass es sich um ein teures Premiumfahrzeug handelte, mit einem wirklich stattlichen Neupreis auf dem Verkaufsschild. Auch ist dieses Fahrzeug nicht unbedingt als klassisches Stadtauto anzusehen.

Anzeige symplr (1)
Nach fünf Tagen testen und ausprobieren lässt sich festhalten, dass diese Art von Fahrzeug noch ein weites Stück davon entfernt ist, einen aktuellen Verbrenner adäquat abzulösen. Das liegt nicht am Fahrkomfort, nicht an der eingesetzten Technik, sondern vielmehr an der leider immer noch begrenzten Reichweite, der aus meiner Sicht mangelhaften Ladeinfrastruktur und der bisher noch relativ hohen Stromkosten zum Laden des Akkus.

Auch wenn die Möglichkeit des Ladens mittels einer herkömmlichen Steckdose am Haus problemlos möglich war. Diese Möglichkeit hat jedoch nicht jeder Haushalt, zum Beispiel derjenige, der in einer Mietwohnung lebt und möglicherweise keinen Stellplatz vor der Haustür hat.

Darüber hinaus hat der Test gestern gezeigt, dass nur eine Strecke von knapp 200 km auf der Autobahn mit einer Tankfüllung zu schaffen ist. Danach muss getankt werden. Hier kristallisiert sich die Batterie immer noch als Schwachstelle heraus.

Man stelle sich einen Tagesausflug nach Berlin vor. Die einfache Strecke beträgt knapp 280 km, die durchschnittlich in 3,5 Stunden zu schaffen ist. Mit einem Elektroauto würde sich hier die Fahrzeit – auf Grund des notwendigen Ladevorgangs - aktuell deutlich verlängern. Dies muss als Komfortverlust angesehen werden.

Aktuell ist aus meiner Sicht das Elektroauto – wenn es mehr als nur in der Stadt genutzt werden –soll keine wirtschaftliche Alternative. Nur wenn die Ladekosten- und die Ladedauer gesenkt sowie die Ladeinfrastruktur ausgebaut werden, wäre ein Umstieg auf ein Elektroauto vorstellbar.

Zu guter Letzt eine Anmerkung in eigener Sache. Ich wohne in Berlin, besitze kein Auto, sondern nutze das Fahrrad und - wenn notwendig - öffentliche Verkehrsmittel. Ich vermute mal, FFF wäre stolz auf mich. Aber: ab und zu nehme ich einen Mietwagen, werde aber auf die Anmietung eines Elektrofahrzeuges für längere Strecken verzichten.“
Christian Greiner

Ein Dank geht an dieser Stelle an die Peter-Gruppe für die Bereitstellung des Fahrzeuges
Autor: psg

Anzeige symplr (6)
Kommentare
bseplus
26.12.2020, 20:53 Uhr
Es geht besser
Nun, das Fazit war schließlich erwartbar und ist auch eindeutig. Da gehe ich ein Stück weit mit, aber mit einigen Einschränkungen:

Das Fahrzeug ist kein "Jedermanns-Auto", es gibt auf dem Markt eine Vielzahl von Modellen, die günstiger und (trotzdem) alltagstauglich sind. 70.000€ Grundpreis liegen deutlich über dem Durchschnittspreis der Neuzulassungen in Deutschland (etwa 33.000€) und dabei ebenfalls der deutschen Premiummarken (etwa 48.000€). Dazu kommt dass die getestete Ladeleistung einem solchen Fahrzeug (Premiumanbieter, 80kWh-Akku) nicht angemessen ist, durchaus ein technisches Problem. Schließlich ist der ermittelte Verbrauch nicht angemessen, ebenfalls ein technisches Problem.

Bei mir sieht zum Beispiel eine Fahrt nach Berlin so aus (Start: NDH Marktpassage, Ziel: Potsdamer Platz, 303km)

- Start an der Ladesäule Engelsburg mit 99%
- 1 Zwischenstopp mit 15 Minuten (Rasthof Bitterfeld)
- bei Ankunft noch 26% im Akku
- Gesamtzeit 3h 17m
- Kosten 7,50€

Ich kann direkt im Parkhaus der Potsdamer Platz Arkaden laden oder an vielen anderen Punkten in der Stadt.

Das funktioniert mit einem 50kWh-Akku und normaler Fahrweise. Meine Erfahrungen seit März 2020 decken sich gut mit dem Ergebnis. Wir waren im Sommer für ein paar Tage in Schleswig-Holstein und sind regelmäßig in Franken. Eine Reichweitenproblematik oder ein zeitliches Ausufern hatten wir nie. Kleine Pausen (dienen der Gesundheit) machen wir sowieso, warum dann dort also nicht einfach die Menge Strom nachladen, dass man bequem bis zur nächsten Pause kommt?

Was ich damit sagen will: anderes Setting, ein anderes Ergebnis. Für den EQC und die beschriebenen Umstände ist das Ergebnis traurig, aber es geht auf jeden Fall besser.
Kobold2
27.12.2020, 11:12 Uhr
Stimmt
als alternative Antriebsquelle für Kleinlaster und Nutzfahrzeuge reicht das Potential eher für den Nahverkehr.
Das hier besprochene Fahrzeug ist weder alltagstauglich und auch nicht mit den herkömmlichen Antrieben wirtschaftlich sinnvoll und representiert auch keinesfalls den Bedarf der breiten Masse.
Gibt aber dafür den Gegnern und permanenten Ablehnern reichlich Argumente für ihre Ansichten. Im Prinzip das Gegenteil zu der Testfahrt des Stadtautos I3 von München nach Hamburg.
Ich werde das Gefühl nicht los, das unsere hochgejubelte Autoindustrie, ähnlich nachdem Auffliegen des Dieselbetrugs, noch möglichst lange an den eingefahrenen Strukturen festhalten will und nur soviel tut, wie man unbedingt muß, anstatt mit Innovationen voran zu gehen. Ein vergleich zu einem Tesla, der nach einigen aussagen technisch einige Jahre voraus sein soll, wäre mal interssant. Zu allem hat man sich scheinbar auch die Energieversorger mit ins Boot geholt, um von Beginn an, die Kunden mit einer undurchsichtigen, teils widersprüchlichen und nicht grad praxistauglichen Ladeinfrastruktur zu verunsichern. Das geht, wie hier schon bemerkt, besser und m.M.n. viel besser, aber der Wille ist nicht erkennbar!
Bei der Interpretation der Kapazitätsanzeige bleit scheinbar, auf Kunden, Kommentar- und Herstellerseite, auch noch Luft nach oben.
Die Energiemenge im Akku ist nun mal keine stehende Flüssigkeit und die Endladekennlinie ist auch nicht linear.
Beim Laden hat man es ja schon bemerkt, das man für den letzten Teil mehr Zeit benötigt.
Mein Fazit: man möchte nicht das es soweit ist!
Fönix
28.12.2020, 09:05 Uhr
Aktuelle Neuigkeiten zu Ladestromtarifen und Zulassungszahlen
Gestern Abend habe ich aus zuverlässiger Quelle (ein glühender Verfechter der E-Mobilität!) erfahren, dass einer der bundesweiten Anbieter seinen Tarif für die Schnellladesäulen auf der Autobahn auf über einen Euro angehoben hat.

Soviel zum Thema geschicktere Auswahl derLadestation und des Ladetarifs!

Ein weiterer Punkt, der für viele Autofahrer gerade im ländlichen Raum von Interesse ist und das Argument, der EQC wäre eine schlechte Auswahl als Vergleichsfahrzeug, kaum nachvollziebar erscheinen lässt:

Der EQC 400 ist einer der ganz wenigen reinen Stromer, der eine ansatzweise passable Anhängelast (1800 kg) aufweist, viele liegen nur knapp über oder sogar unter 1000 kg, manche dürfen gar keinen Anhänger ziehen. Jeder der gelegentlich oder sogar häufig im Anhängerbetrieb unterwegs ist, sollte das zu schätzen wissen!

Man könnte hier noch viele Aspekte diskutieren, aber nüchtern betrachtet bleiben reine Stromer Nischenprodukte, die ihre Vorteile derzeit nur für wenige spezielle Einsatzfälle ausspielen können. Wenn ihre Protagonisten dann in die Bewertung der Zahlen der Zulassungsstatistik die Hybridfahrzeuge, CNG etc. mit einrechnen, um auf auf zweistellige Marktanteile zu kommen, zeigt das sehr die deutlich die Zerissenheit auch in diesen Reihen!

Dazu die Zahlen lt. KBA:

Anteil von reinen E-Mobilen an den den Neuzulassungen in D:

2019 gesamt: deutlich kleiner 2 %

2020 Jan bis Nov: deutlich kleiner 6 %

Beispielhaft die konkreten Zahlen für 2020:
2.606.284 PKW-Zulassungen gesamt, davon 150.492 E-Mobile

Noch Fragen ?
Kobold2
28.12.2020, 10:22 Uhr
Was ist daran neu?
Das die Preise an Autobahnraststätten höher sind.
Hier bestimmt nicht der jeweilige Anbieter, sondern die "Tank und Rast" die Konditionen. Wenige Minuten Recherche im Netz zeigen auf, was das für ein Verein ist und das das Kartellamt sich auch nicht zu schade ist darüber weiter die Hand zuhalten.
Wer sich in deren Fänge begibt, egal, ob ein paar Tropfen Sprit, oder nur einen Kaffe, den kann man leider nicht bedauern.
Psychoanalytiker
28.12.2020, 12:50 Uhr
Zwei Fragen:
Die erste geht an Fönix. Ich wüsste nämlich zu gerne, was dieser "glühende Verfechter der E-Mobilität" über die (zumindest) derzeit noch erforderlichen Materialien zur Herstellung von Akkus und der damit verbundenen Kinderarbeit denkt. Ist es ihm wichtiger mit E-Autos herumzufahren und dabei ein gutes (Schein-)Gewissen zu haben, oder ist es ihm wichtiger Kinderarbeit und Ausbeutung von deren Familien zu ächten. Letzteres hätte jedoch zur Folge, dass man kein "Verfechter der E-Mobilität" mehr sein dürfte. (Es soll übrigens Menschen geben, die sich vor lauter "retten der Welt" nicht wirklich entscheiden können und so einerseits "das Abholzen von Bäumen" und anderseits den Aufbau von "neuartigen Stomgewinnungsanlagen" verhindern wollen)

Die zweite Frage geht an den Kobold2, der richtiger Weise Autobahnraststätten als "Verein" (nett ausgedrückt) bezeichnet. Fällt Ihnen etwas ein, wie man "Abzocke" (zu hohe Preise für kWh) bei notwendigem Laden der Akkus an solchen Raststätten verhindern könnte? Mir nicht, zumindest nicht, wenn ich schnell mal nach München, Stuttgart, Hamburg, Rostock, Berlin, Dresden oder "nur" Leipzig will ...

Die Fragen sind rhetorisch an alle und nicht als Chat gemeint, wobei ich aber auch Antworten von Fönix und Kobold2 gerne lesen würde.
Kobold2
28.12.2020, 15:00 Uhr
die Antwort
habe ich hier vor längerer Zeit schon gegeben.
Das Spiel nicht mit spielen, oder auf ein Minimum reduzieren. In diesem Fall heißt das Tourenplanung und nicht einfach ein ohnmächtiges "was sollen wir denn sonst machen?". Ja ich bin das berufsbedingt sicher ein wenig im Vorteil, aber es heut zu Tage mit den bestehenden Informationsmöglichkeiten auch kein Hexenwerk. Es gib z.B. genügend Industriegebiete oder Shoppingparks in Autobahnnähe mit günstigeren Tank-und auch Lademöglichkeiten. Für mich ist das eine Frage des Prinzips, mir nicht gefallende Unternehmen und Geschäftsgebaren, so wenig wie möglich in Anspruch zu nehmen. (Am besten gar nicht) .
Also so etwas, wie eine persönliche Blacklist.
Die Fängt bei mir schon mal mit dem großen "A " an.
Von Wiederholungen werden Sachverhalte auch nicht wahrer, oder verzichten sie auch in allen anderen Lebensbereichen auf die Lithiumakkutechnik?
Handy, Laptop, Akkuwerkzeuge u.v.a.m.
Es kommt ihnen sicher auch kein Handwerker ins Haus der mit Akkuwerkzeugen arbeitet?
Fönix
28.12.2020, 18:05 Uhr
Elektromobilität, Kinderarbeit und Globalisierung
Die Frage vom Psychoanalytiker kann ich leider nicht beantworten, das Thema Rohstoffe habe ich mit der betreffenden Person noch nicht diskutiert, dafür sehen wir uns zu selten.

Ganz grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Kinderarbeit im Zuge der Rohstoffgewinnung für die E-Mobile nicht die größte Herausforderung für Deutschland darstellt. Primär sehe ich da vielmehr folgendes Problem im Fokus:

Die deutsche Energiepolitik hat keine glaubwürdige und gleichzeitig praktikable Strategie, wie zukünftig ohne Atom-, Gas- und Kohlekraftwerke 365/24 eine sichere Stromversorgung gewährleistet werden kann, ohne auf Ressourcen ausländischer Anbieter zurückzugreifen, die noch viele Jahre mit Kohle und Atom produzieren werden.

Das Thema Kinderarbeit muss man nach meiner Überzeugung in einen anderen, größeren Rahmen setzen. All diese unwürdigen Verhältnisse sind zwangsläufig mit den politischen, wirtschaftlichen und finanzkapitalistischen Entwicklungen unserer Zeit verbunden. Die sogenannte Globalisierung stellt dabei das Grundübel dar. Die Massenproduktion fast aller Waren wird in Regionen verlagert, die die geringsten Umwelt- und Sozialstandards aufweisen und deshalb geringste Herstellungskosten und maximale Profite generieren. Nur darum geht es und alle regulierenden Stellschrauben (z.B. Einfuhrzölle) wurden auf ein Minimum zurückgefahren oder ganz abgeschafft. Verantwortungsbewusstsein oder gar Scham - Fehlanzeige, für Gefühle und Moral ist in dieser Welt kein Platz.

Auf den Handelsplatz Deutschland reduziert stellt sich das ganze System genau so irrsinnig dar. Überall produzierbare Grundnahrungsmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs werden ständig kreuz und quer durch das ganze Land gekarrt und die Arbeitnehmer hetzen als Pendler den Arbeitsgelegenheiten hinterher. Im Ergebnis ist unsere Infrastruktur restlos überfordert und der mobilitätsbezogene Energieverbrauch erreicht schwindelerregende Höhen.

Reregionalisierung wäre das Zauberwort, das viele Probleme unseres abgehobenen Lebenswandels lösen könnte. Ich propagiere das hier schon seit Jahren. Die Politik in all ihren teils seltsamen Schattierungen hat aber die Zeichen der Zeit ganz offensichtlich noch immer nicht erkannt.
Psychoanalytiker
29.12.2020, 10:39 Uhr
In der Fahrschule lernt man z.B. ...
... das "vorausschauende Fahren". Wenn ich (nicht nur in diesem Artikel) die Verfechter der E-Mobilität und deren Kommentare betrachte, so habe ich immer wieder (Verzeihung!) das Gefühl, dass diese nicht von "A bis Z", sondern nur von "A bis A" überlegen.

Wenn man sich ein E-Auto zulegt, und ein Eigenheim sein Eigen nennt, mag es ja in Gänze funktionieren, das mit dem (preiswerten) aufladen an eigenen Ladestationen in der Garage, im Carport, auf dem eigenen Grundstück.

Wenn man aber "staatlicherseits" E-Mobilität "verordnet" und es irgendwann nur noch E-Antriebe gibt, müssen auch diejenigen, die in "Plattenbauten" wohnen, E-Autos fahren. Wenn man sich HEUTE solche Wohngebiete anschaut, müsste JEDER begreifen, dass der "Kampf um Parkgelegenheiten" schon jetzt massiv entbrannt ist. Da hat man Glück, wenn man in Wohnungsnähe einen Parkplatz findet. Und jetzt stelle man sich vor, man braucht auch noch eine Ladestation. DAS funktioniert vielleicht in wenigen Fällen, aber nicht für alle Bewohner der Plattenbauten, zumindest dann nicht, wenn JEDER sein Fahrzeug aufladen muss ...

Und nochmals an Kobold2: Ich brauche (noch) keine Handwerker, baue und repariere selbst. Und meine Elektrogeräte sind alle im Kabelbetrieb. Und ja, ich habe ein Handy und einen Laptop. Im Gegensatz zum Auto braucht man aber bei manchen Geräten "dummerweise" Akkus, weil es meines Wissens noch keine Alternative mit Diesel-, Reisig-, Atom-, Windrad- oder Wasserstoffbetrieb gibt. Beim Auto habe ich Alternativen (z.B. Diesel), und auch daher werde ich NIE zum reinen Elektroantrieb wechseln, auch weil ich bei Reisen "durchfahren" und dabei keinen auch noch so kleinen Zwischenhalt einlegen will ...
Psychoanalytiker
29.12.2020, 10:48 Uhr
Ach ... und noch etwas ...
Vielleicht kann ja mal einer unserer Statistiker ermitteln, wie viele E-Fahrzeug-Käufer oder - Besitzer (deren Zahl ja offenbar größer wird ?!) in einem Plattenbau (z.B. Nordhausen-Ost, Leipzig-Grünau, Berlin-Marzahn, Dresden-Gorbitz, Rostock-Groß-Klein ...) wohnt und vor dem Haus ein E-Auto laden könnte ...
Kobold2
29.12.2020, 14:34 Uhr
Dummerweise
sollte man dann nicht ständig auf der Kinderarbeitsschiene rum reiten, wenn man selbst mit seinem Konsumverhalten (wenn auch kleinen) dazu beiträgt.
Ich habe eine ähnliches Nutzungsprofil, auch mit der Nutzung eines Wohnwagens und langer Strecken.
Ich bin auch in der Lage, auf Grund täglichen Trainings, mehre Stunden( > 5 )problemlos am Stück durchzufahren.
Aber ich wettere nicht pausenlos gegen eine Technologie, die für die Mehrheit durchaus Sinn macht, nur weil sie mir nicht passt und suche zweifelhafte Argumente, damit andere vermeintlich dumm da stehen. Wenn wir mit dem Wohnwagen unterwegs sind dann haben wir Urlaub und sind nicht auf der Flucht.
Es bleibt nicht aus, das man eingefahrene Schienen verlassen muß und in bestimmten Dingen auch umdenken und sich anderes organisieren muß.
Mit "weiter so" und "haben wir schon immer so gemacht" hat man sich schon selbst aufgegeben. Wir stehen am Anfang der Entwicklung und könnten schon weiter sein, wenn die Politik nicht ständig die Hand über unsere Autoindustrie halten würde, damit die sich einem echten Wettbewerb stellt und vom "weiter so" mal aufwacht.
Es gibt noch reichlich Potential und ich bin auf die Entwicklung gespannt. Die Größte Gefahr sehe ich aber nicht in der Politik, auch nicht bei Dauernörglern, sondern bei Lobbyisten und Aktionären, die mit ihrer Gier die Entwicklung schon seit Jahren ausbremsen
nordfreak
29.12.2020, 16:44 Uhr
Fakenews
Mal wieder so eine Ansicht, die als gesetzt gelten soll. Zitat: "Aber ich wettere nicht pausenlos gegen eine Technologie, die für die Mehrheit durchaus Sinn macht"

Fragt sich nur, welche Mehrheit da gemeint ist. Ich kenne keine, außer der in den grünen Blasen.
bseplus
29.12.2020, 18:51 Uhr
Der Durchschnitts-PKW
in Thüringen fährt 12.231km im Jahr, womit das Bundesland Platz 6 vor Hessen, aber nach Niedersachsen einnimmt. (Stand 2019, Quelle: check24)
Das macht ziemlich genau 33,5km am Tag. Da nun nicht jeder Thüringer wie Stammtisch-Ralle mit seinem Pferdeanhänger 1.200km am Stück ohne Pause bis zum nächsten Tankstopp fährt, sind also Fahrzeuge mit geringerer Reichweite als 250km (das entspricht der durchschnittlichen Wochenfahrleistung) für eine Vielzahl der Menschen passend.

Ob der Antrieb nun mit vergorenen Dinosauriern oder mit Strom funktioniert, ist dabei erst einmal egal. Aber es bedeutet, dass z.B. ein VW e-Up, eine Renault Zoe oder - wie in diesem Fall - sogar ein Mercedes EQC 400 in der Lage sind, die alltäglichen Fahrten zu übernehmen. Wenn man denn will und in der elektrischen Antriebsform einen Sinn für sich sieht.
Fönix
29.12.2020, 19:06 Uhr
Die größte Gefahr
sehe ich in unbedarften Himmelsstürmern, die offenkundige Defizite und Risiken einer neuen Technologie (oder eines neuen Produktes, eines neuen Verfahrens…) vorsätzlich oder auch mangels Kenntnissen ignorieren. Ich nenne hier als Beispiele für die E-Mobilität folgende Punkte für den Status quo:

viel zu hohe Preise für viel zu wenig Gegenwert

keine Konzept für bedarfsgerechte Infrastruktur (für die breite Masse)

kein uneingeschränkt sauberer "grüner" Strom für die Ladeinfrastruktur

zweifelhafte Rohstoffsituation für die Speicher

Speicher viel zu teuer, mangelhafte Reichweiten

zunehmender Leistungsverlust bei Kälte und mit zunehmendem Alter

problematisches Handling bei Unfällen

Entsorgungs-/Recyclingkonzepte ??? etc. etc.

Gefährlich wird es zumindest dann, wenn Politik und (Teile der) Medien den von Profitgier getriebenen Inverkehrbringern risikobehafteter Ware den Weg bereiten und die Kunden zu potentiellen Versuchskaninchen werden. Im Extremfall birgt das darüber hinaus unkalkulierbare Risiken für Mensch und Umwelt. Leider gibt es dafür schon zu viele Beispiele von Katastrophen, die bei mehr Besonnenheit hätten vermieden werden können. Ob Contergan oder DDT, die Folgen waren schrecklich. Ich will das jetzt nicht alles gleichsetzen, sondern nur davor warnen, für alles Neue immer gleich das Bewährte KOMPLETT über den Haufen zu werfen, so wie es die Politik derzeit mit dem bevorstehenden faktischen Verbot der Neuzulassungen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor praktiziert, obwohl es Alternativen gibt wie z.B. synthetische Kraftstoffe, die Porsche gerade stärker in's Visier nimmt.

Gerade in der Mobilität gab es auch Beispiele, wo neue Hoffnungsträger zu früh weil unausgereift auf die Reise geschickt wurden. Ich erinnere nur an die Hindenburg, die mit vielen Vorschusslorbeeren und Wasserstoff gefüllt in New explodierte und abstürzte. Das gesamte System Luftschiff war damit auf ewig verbrannt, von ein paar Spielmobilen über dem Bodensee mal abgesehen.
Fönix
29.12.2020, 19:10 Uhr
Noch etwas gebe ich zu bedenken:
Wer jetzt zu früh ein unausgereiftes System, bestehend aus Fahrzeug, Speicher und Infrastruktur auf den Markt schreit, riskiert auch im Fall der Elektromobilität, dass der Schuss nach hinten losgeht. Wenn die stolzen Besitzer neuer E-Mobile eher früher als später merken, dass es mit der Alltagstauglichkeit in vielen Fällen nicht allzu weit her ist, schlägt das Kaufverhalten ganz schnell wieder um. Zumal die aktuellen Marktführer nach wie vor erhebliche Probleme in der Verarbeitungsqualität aufweisen und diesbezüglich mit dem Standard konventionell angetriebener PKW bei Weitem nicht mithalten können. Der schöne Schein verblasst irgend wann, was bleibt, ist die Realität.

Es wäre schade, wenn die E-Mobilität an ihrer eigenen ungeduldigen Gier und an politischem Kalkül scheitert, denn sie hat durchaus ihre Daseinsberechtigung. Aber auf absehbare Zeit nur als Ergänzung für bestimmte, dieser Technologie entgegenkommende Einsatzbedingungen, egal wie laut und wie lange die ideologiegetriebenen dunkelgrünen Politiker und ihr FFF-Gefolge auch trommeln. Das einzige, was mich wirklich verwundert ist die Tatsache, dass die "C"-Parteien hier die Steigbügel halten. Nach meiner festen Überzeugung begehen sie hier einen katastrophalen strategischen Fehler und setzen auf Machtoptionen, die sich genauso schnell in Schall und Rauch auflösen werden wie die SPD endgültig von der großen politischen Bühne abtritt.
Herr Taft
29.12.2020, 19:49 Uhr
Tatsächlich...
... Ist es doch so, dass der weitaus größte Teil der privat fahrenden mit ihrem Auto zu r Arbeit und zurück und einmal in der Woche zum Aldi fahren... Alle paar Wochen mal zu Oma vielleicht... Und einmal im Jahr mit dem wohnhänger an den Garda-See...

Also... Die weitaus meisten Fahrten der meisten autonutzer sind problemlos mit einem e-auto möglich... Kurzstrecken sind für (nicht schummelnde) Diesel ohnehin gift.

Vielleicht muss Mobilität neu gedacht werden... Das eigene (kleine, bezahlbare) e-auto für den täglichen Gebrauch und wenn es weiter gehen soll, dann kann man sich doch eigentlich von dem an der tanke gesparten Geld, den großen Diesel / Benziner / Hybrid / Pferdefuhrwerk / was Auch immer ... mieten. Viele Großstädte, die gar kein eigenes Auto haben, weil sie es in ihrem Umfeld nicht brauchen, machen das schon länger so... Ist ja eigentlich auch bescheuert den 2,5-Tonnen-SUV mit 300 PS für den täglichen Stau im Berufsverkehr zu mißbrauchen... Oder nicht?
Kobold2
29.12.2020, 23:17 Uhr
Gesetzte Ansichten
sind wohl auch jene, die am eigenen Provinzzaun enden. Getreu dem Motto, was ich nicht sehe, gibt es auch nicht.
Fönix
30.12.2020, 11:37 Uhr
bseplus und sinnfreie Zahlenspielereien zum Durchschnitts-PKW
Diese Geschichte ist vergleichbar mit der unauffälligen Abiturklasse, die einen Notendurchschnitt von 3.0 hat. Die Tatsache, dass von den 20 Schülern 10 die Abschlussnote 1 und 10 die Abschlussnote 5 aufweisen, ist für das Schulamt von untergeordneter Bedeutung …

Fazit:

Wer immer nur den Durchschnitt der Durchschnitte betrachtet, kommt bestenfalls zu durchschnittlichen Erkenntnissen!
Fönix
30.12.2020, 11:59 Uhr
@Oberstudienrat:
Ihren Argumenten kann ich weitestgehend zustimmen.

Noch 2 Anmerkungen dazu (die erste auch in Hinblick auf Betrachtungen zu "Durchschnittszahlen"):

Man sollte gerade in Ostdeutschland die Zahl der Rentner nicht unterschätzen, die zwar einen PKW in der Garage stehen haben, aber nur noch gelegentlich oder gar nicht mehr fahren. Entsprechend höher ist die Zahl der zurückgelegten km bei den anderen …

"Vielleicht muss Mobilität neu gedacht werden" … Ja da bin ich grundsätzlich bei Ihnen. Allerdings muss man dann den Rahmen deutlich weiter spannen und die Gesellschaft und die globalen Entwicklungen insgesamt betrachten, losgelöst wird das für die Mobilität nicht funktionieren.

Vielleicht lesen Sie dazu in diesem Thread noch einmal meinen Kommentar vom 28.12.2020, 18.05 Uhr. Oder auch die vielen Kommentare, die ich dazu hier in der nnz in den letzten Jahren geschrieben habe …
Psychoanalytiker
30.12.2020, 12:29 Uhr
Hat hier mal jemand gemerkt ...
dass "unser" Bundespräsident einst wahre Worte ausgesprochen hat? Er hatte mit seinen Bildern von "Schwarz" und "Weiß" mehr als Recht. Weltweit scheint dies inzwischen so zu sein.

Da gibt es Menschen, die ausschließlich die "Rettung der Welt" im Auge haben, komme was wolle. Da werden z.B. Energien oder Technologien verpönt, die noch vor wenigen Jahren als das "Non plus Ultra" galten. Deutschland wollte sogar noch in diesem Jahrhundert Atomkraftwerke bauen, jetzt gelten diese zwar nicht weltweit, aber in Deutschland als Zerstörer dieser Erde. Windkraft oder andere erneuerbare Energien sind angesagt, aber gleichzeitig will man den Bau der "Energiefabriken" (z.B. Windräder ...) auch nicht bzw. verhindern (Abholzung, "aber nicht in unserem Ort" ...)

Bei diesen Kommentaren gibt es Befürworter und Gegner von E-Antrieben. Ich selbst bin garnicht gegenüber E-Fahrzeugen so abgeneigt wie es vielleicht ausschaut, aber ich versuche weit in die Zukunft zu denken, und da "graut es mich", wenn mir auch nur ein kleines bißchen vorstelle, dass (dann ALLE) E-Fahrzeuge (besonders in "Mietkasernen") stundenlang an viel zu wenigen Ladesäulen stehen (können). Jetzt 2020/21, mit wenigen E-Fahrzeugen, mag es ja funktionieren, aber dann, wenn jeder ein solches Auto kaufen muss, weil es alternativlos ist? Stehen wir dann "stundenlang" an der "Stromtanke", hat jeder eine Ladestation vor der Haustür, fährt jeder wieder weg, wenn der Akku voll ist? Da ist dann auch eine Art "Solidarität" gefragt, und die sehe ich bei weitem nicht.

Ich stelle zunehmend fest, dass sich dieses "Schwarz/Weiß" verstärkt und fast überall in etwa 50:50 beträgt. Bei der letzten US-Wahl, bei Corona, bei Energiegewinnung, in der Flüchtlingsfrage, bei Rechts und Links in Parlamenten und bei tausenden weiterer Beispiele: Fast überall nur noch starre Meinungen, nur die eigene Denkweise ist die Richtige, andere Meinungen zählen wenig oder gar nicht.

Bei diesem "Starrsinn" sind z.B. E-Autos und die "Corona-Frage" aktueller den je, zeigen auf, wie Menschen "wirklich ticken".

"Jeder denkt nur noch an sich. Ich nicht, ich denke an mich" ...
Fönix
30.12.2020, 12:49 Uhr
Ja, in dieser Hinsicht funktioniert die Politik perfekt!
Zitat Psychoanalytiker:

"Ich stelle zunehmend fest, dass sich dieses "Schwarz/Weiß" verstärkt und fast überall in etwa 50:50 beträgt."

Das Prinzip nennt sich "teile und herrsche" und hat sich schon im alten Rom bewährt.
diskobolos
30.12.2020, 15:31 Uhr
50:50, stimmt meist nicht
In vielen Fragen ist das Verhältnis eher 90 zu 10, aber die 10% sind so laut wie 50.
Da sie sich aber in ihrer Blase bewegen, kommen ihnen die 10% viel größer vor.
Sie sehen sich dann als "das Volk", "alle, die den Durchblick haben" o. ä.
Was die Atomkraft betrifft, wäre ich für eine weitere Nutzung. Das Risiko schiene mir kleiner als die ziemlich sicheren Folgen der Erderwärmung. Das Problem dabei ist nur, wir werden in D auch in 20 Jahren noch kein Endlager haben.
Was die Mobilität betrifft: Man stelle sich einmal vor, dass die Hunderte Mrd., die wir in Autos stecken für den ÖPNV genutzt würden. Aber Neues Denken fällt uns schwer.
Fönix
30.12.2020, 21:23 Uhr
Zahlenspielereien in der Blase und anderswo
10 zu 90, ja da kann ich Ihnen nur zustimmen @diskobolos. Zumindest wenn es darum geht, wie viele Ostdeutsche GRÜN wählen würden. Da sind 10 Prozent schon ein großes Ziel. Auch wenn sich aktuell GRÜNE und Gefolgschaft nicht zuletzt auch hier aufführen, als lägen sie bei 90 Prozent.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)