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Einfach mal testen: Mercedes EQC 400 (6)

Fazit: Es ist noch nicht soweit!

Samstag, 26. Dezember 2020, 18:06 Uhr
Wenn über Elektroautos berichtet wird, ist in den meisten Fällen von Tesla die Rede. Aber auch die deutschen Premiumhersteller haben das Elektroauto für sich und ihre Kunden entdeckt. Die nnz hat dies zum Anlass genommen, für die nächsten Tage ein „pures“ Elektroauto zu testen. Die Autohaus Peter Gruppe hat hierfür einen Mercedes EQC 400 zur Verfügung gestellt...


Fünf Tage testen, fünf Tage Erfahrungen sammeln und fünf Tage Eindrücke gewinnen. Um es vorweg zu sagen, mir war bewusst, dass es sich um ein teures Premiumfahrzeug handelte, mit einem wirklich stattlichen Neupreis auf dem Verkaufsschild. Auch ist dieses Fahrzeug nicht unbedingt als klassisches Stadtauto anzusehen.

Nach fünf Tagen testen und ausprobieren lässt sich festhalten, dass diese Art von Fahrzeug noch ein weites Stück davon entfernt ist, einen aktuellen Verbrenner adäquat abzulösen. Das liegt nicht am Fahrkomfort, nicht an der eingesetzten Technik, sondern vielmehr an der leider immer noch begrenzten Reichweite, der aus meiner Sicht mangelhaften Ladeinfrastruktur und der bisher noch relativ hohen Stromkosten zum Laden des Akkus.

Auch wenn die Möglichkeit des Ladens mittels einer herkömmlichen Steckdose am Haus problemlos möglich war. Diese Möglichkeit hat jedoch nicht jeder Haushalt, zum Beispiel derjenige, der in einer Mietwohnung lebt und möglicherweise keinen Stellplatz vor der Haustür hat.

Darüber hinaus hat der Test gestern gezeigt, dass nur eine Strecke von knapp 200 km auf der Autobahn mit einer Tankfüllung zu schaffen ist. Danach muss getankt werden. Hier kristallisiert sich die Batterie immer noch als Schwachstelle heraus.

Man stelle sich einen Tagesausflug nach Berlin vor. Die einfache Strecke beträgt knapp 280 km, die durchschnittlich in 3,5 Stunden zu schaffen ist. Mit einem Elektroauto würde sich hier die Fahrzeit – auf Grund des notwendigen Ladevorgangs - aktuell deutlich verlängern. Dies muss als Komfortverlust angesehen werden.

Aktuell ist aus meiner Sicht das Elektroauto – wenn es mehr als nur in der Stadt genutzt werden –soll keine wirtschaftliche Alternative. Nur wenn die Ladekosten- und die Ladedauer gesenkt sowie die Ladeinfrastruktur ausgebaut werden, wäre ein Umstieg auf ein Elektroauto vorstellbar.

Zu guter Letzt eine Anmerkung in eigener Sache. Ich wohne in Berlin, besitze kein Auto, sondern nutze das Fahrrad und - wenn notwendig - öffentliche Verkehrsmittel. Ich vermute mal, FFF wäre stolz auf mich. Aber: ab und zu nehme ich einen Mietwagen, werde aber auf die Anmietung eines Elektrofahrzeuges für längere Strecken verzichten.“
Christian Greiner

Ein Dank geht an dieser Stelle an die Peter-Gruppe für die Bereitstellung des Fahrzeuges
Autor: psg

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