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Mo, 15:00 Uhr
14.12.2020
Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein

Weihnachtsgruß und Rückblick der Hobbyhistoriker

Wären es normale Zeiten, hätten sich die Mitglieder des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins letzte Woche im Tabakspeicher zum Jahresabschluss getroffen, um in adventlicher Atmosphäre das Vereinsleben nochmals Revue passieren zu lassen. Doch die Corona-Pandemie machte ab Mitte März auch den Hobbyhistorikern einen Strich durch die Rechnung...

In einem Gespräch mit der nnz konnte Vereinsvorsitzender Hans-Jürgen Grönke trotz aller Problematik nicht ohne Stolz auf einige Aktivitäten des Geschichtsvereins verweisen. Zunächst ging er rückblickend auf die im Jahresprogramm (siehe Flyer 2020) geplanten vielfältigen Veranstaltungen ein. Zu Beginn des Jahres 2020 lief zunächst alles noch normal.

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Da gab es im Januar als Jahresauftakt den traditionellen Knetschabend und in der Februar-Veranstaltung die Jahreshauptversammlung mit der Wahl eines neuen Vorstandes. Hans-Jürgen Grönke schaute an diesem Abend in seinem Rechenschaftsbericht nochmals auf das vielgestaltige Vereinsleben 2019 zurück und stellte schließlich das Programm für 2020 vor, auch wenn an dieser Veranstaltung das begehrte Faltblatt mit den Programm-Einzelheiten aus drucktechnischen Gründen noch nicht vorlag.

Ein Bild aus einfacheren Zeiten: Jahreshauptversammlung mit der Wahl eines neuen Vorstandes im Februar (Foto: Hans-Georg Backhaus) Ein Bild aus einfacheren Zeiten: Jahreshauptversammlung mit der Wahl eines neuen Vorstandes im Februar (Foto: Hans-Georg Backhaus)


Das Aushängeschild des Geschichtsvereins sind seit mehreren Jahrzehnten die von März bis November stattfindenden abendfüllenden Lichtbilder-Vorträge im Museum Tabakspeicher. Vereinsmitglied Thomas Kopf hatte noch Glück. Er eröffnete am 10. März den Reigen der geplanten Vereinsabende mit dem 3. Teil über „Das historische Nordhausen“. Der Tabakspeicher war – wie nicht anders zu erwarten – sehr gut mit Vereinsmitgliedern und zahlreichen Gästen gefüllt.

Doch ab 15. März kam der bundesweite Lockdown – und aus war es mit sämtlichen geplanten Vorträgen, Auto- und Busexkursionen zu geschichtsträchtigen Orten sowie Führungen über den Jüdischen Friedhof und zwei geplanten Arbeitseinsätzen. Fortan mussten alle Zusammenkünfte abgesagt werden. Doch bedeutete das nicht etwa die Einstellung sämtlicher Aktivitäten, wie Grönke gegenüber der nnz betonte.

Quasi „hinter den Kulissen“ kamen die Vorstandsmitglieder unter Beachtung der Hygienevorschriften zusammen, um das eine oder andere Projekt noch realisieren zu können. Der Vereinsvorsitzende verwies beispielsweise auf die Dokumentation von Ullrich Mallis über „Die Gesamtgeschichte des Schachtes `Ludwigshall` Wolkramshausen“, erschienen im Verlag Steffen Iffland und herausgegeben vom Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein.

Darüber hinaus veranstaltete der Verein im Frühjahr erstmals ein Preisausschreiben unter dem Titel „Geschichte: Dabattiert!“. „Schülerinnen und Schüler sowie junge Erwachsene konnten sich über die Zeit der Reichsstadt gedanklich und schreibkreativ befassen. Der beste Aufsatz wurde im November ausgezeichnet, mit Pressemitteilungen begleitet und ist in der aktuellen `Gelben Reihe` zu lesen“, erinnerte Grönke an weitere Aktivitäten.

Auch im Internet kommt der Verein frischer daher. So wurde die Homepage überarbeitet und mit einem E-Mail-Newsletter ergänzt. Zudem organisiert der Verein mit dem Staatlichen Schulamt Schülerprojekte, „die zu einem längerfristigen Angebotsspektrum weiterentwickelt werden“ sollen. Die Südharzer Hobbyhistoriker wollen damit verstärkt die junge Generation ansprechen und sie für deutsche und regionale Geschichte begeistern, denn der Verein droht zu überaltern, und dem will man entgegenwirken.

Im Juli gab es seitens des Vorstandes einen Aufruf an die Bürgerinnen und Bürger, ihre Erlebnisse und Eindrücke in Zeiten der Pandemie zu fotografieren und dem Stadtarchiv Nordhausen zur Verfügung zu stellen, um der Nachwelt Fotodokumente über diese Zeit zu hinterlassen.

Hobbyhistoriker blicken auf die Aktivitäten des Corona-Jahres zurück (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Hobbyhistoriker blicken auf die Aktivitäten des Corona-Jahres zurück (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Hobbyhistoriker blicken auf die Aktivitäten des Corona-Jahres zurück (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Hobbyhistoriker blicken auf die Aktivitäten des Corona-Jahres zurück (Foto: Hans-Georg Backhaus)


Und schließlich glückte auch in diesem Jahr die Herausgabe eines weiteren Bandes der „Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Landkreis Nordhausen“. Es ist der 45. und er wurde wieder gemeinsam vom Geschichtsverein und dem Stadtarchiv Nordhausen herausgegeben. Erschienen ist er wie gewohnt in hoher Qualität im Verlag Steffen Iffland. Ein Mitglied des Vorstandes wird ihn in Kürze noch genauer in den Nordhäuser Medien vorstellen.

Ein Verein kann dauerhaft seine Arbeit nur wahrnehmen, wenn auch ausreichend finanzielle Mittel zu Verfügung stehen. Deshalb appellierte Hans-Jürgen Grönke im Gespräch mit der nnz an die Vereinsfreunde, die bisher ihren Jahresbeitrag in Höhe von 30 Euro noch nicht entrichtet haben, dies umgehend nachzuholen und den Betrag auf das Konto des Vereins (siehe Flyer Jahresprogramm 2020) einzuzahlen.

Grönke gab gegenüber der nnz auch seiner Freude Ausdruck, dass der Verein neue Mitglieder gewinnen konnte. Allerdings trauert der Verein auch um verstorbene langjährige Mitglieder, wie Irmgart Schmidt aus Bleicherode, Erwin Höche aus Stöckey, Walter Reinboth aus Walkenried und Helmut Wernecke aus Nordhausen.

Abschließend wünscht Vereinsvorsitzender Hans-Jürgen Grönke in seinem „Weihnachtsgruß 2020“ auch im Namen des gesamten Vorstandes allen Vereinsfreundinnen und Vereinsfreunden und deren Familien „ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr! Bleiben Sie gesund und an Geschichte interessiert, denn es gibt keine geschichtslose Zeit“.
Hans-Georg Backhaus
Autor: red

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