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So, 11:28 Uhr
13.12.2020
Entgegnung auf die Leopoldina-Erklärung

Für und eben auch wider

Prof. Dr. Michael Esfeld, Wissenschaftsphilosoph an der Universität von Lausanne und selbst Mitglied der Leopoldina hat den Präsidenten der Leopoldina aufgefordert, die Stellungnahme, mit der ein harter Lockdown gefordert wird, zurückzuziehen. Hier lesen Sie die Protestnote...

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“Sehr geehrter Herr Kollege Haug,
Mit Bestürzung habe ich die heute veröffentlichte Stellungnahme der Leopoldina zur Kenntnis genommen, in der es heißt:
„Trotz Aussicht auf einen baldigen Beginn der Impfkampagne ist es aus wissenschaftlicher Sicht unbedingt notwendig, die weiterhin deutlich zu hohe Anzahl an Neuinfektionen durch einen harten Lockdown schnell und drastisch zu verringern.“

Diese Stellungnahme verletzt die Prinzipien wissenschaftlicher und ethischer Redlichkeit, auf denen eine Akademie wie die Leopoldina basiert. Es gibt in Bezug auf den Umgang mit der Ausbreitung des Coronavirus keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, die bestimmte politische Handlungsempfehlungen wie die eines Lockdowns rechtfertigen. Wir haben es mit der üblichen Situation einer wissenschaftlichen Kontroverse zu tun, in der verschiedene Standpunkte mit Gründen vertreten werden:
  • Innerhalb des engeren Kreises der Experten von Virologie und Epidemiologie ist die Strategie zum Umgang mit der Ausbreitung des Coronavirus umstritten. Der Seite von Virologen und Epidemiologen, die scharfe politische Maßnahmen fordern, steht eine andere Seite von Virologen und Epidemiologen gegenüber, die mit Gründen einen nur auf die Risikogruppen fokussierten Schutz empfehlen, ausgedrückt zum Beispiel in der von führenden Medizinern verfassten Great Barrington Declaration.

  • Im weiteren Kreis der Wissenschaftler ist höchst umstritten, ob der Nutzen scharfer politischer Maßnahmen wie ein Lockdown die dadurch verursachten Schäden aufwiegt – und zwar Schäden an zukünftigen Lebensjahren, die in Deutschland und anderen entwickelten Ländern infolge eines Lockdown verloren gehen, Todesfälle durch einen erneuten Anstieg der Armut in den Entwicklungsländern usw. Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Studien, gemäß denen die verlorenen Lebensjahren den maximal erreichbaren Nutzen geretteter Lebensjahre um ein Vielfaches übersteigen werden.

  • Ethisch gibt es insbesondere in der auf Immanuel Kant zurückgehenden Tradition Gründe, grundlegende Freiheitsrechte und die Würde des Menschen auch in der gegenwärtigen Situation für unantastbar zu halten. Zur Würde des Menschen gehört dabei insbesondere die Freiheit, selbst entscheiden zu dürfen, was die jeweilige Person als ein für sie würdiges Leben erachtet und welche Risiken sie für diesen Lebensinhalt einzugehen bereit ist in der Gestaltung ihrer sozialen Kontakte.

In einer solchen Situation wissenschaftlicher und ethischer Kontroverse sollte die Leopoldina ihre Autorität nicht dazu verwenden, einseitige Stellungnahmen zu verfassen, die vorgeben, eine bestimmte politische Position wissenschaftlich zu untermauern. Ich möchte Sie daher höflichst bitten, die entsprechende Stellungnahme umgehend als Stellungnahme der Leopoldina zurückzuziehen.
Hochachtungsvoll
Prof. Dr. Michael Esfeld
Lehrstuhl Wissenschaftsphilosophie Universität Lausanne
Mitglied der Leopoldina seit 2010
Autor: red

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Kommentare
Wyatt Earp
13.12.2020, 11:51 Uhr
Oh, schau an, ein Philosoph
Ich vermisse noch die Stellungnahme eines Botanikers und eines Meeresbiologen. Ich selbst hätte noch ein paar akademische Grade in Maschinenbau oder als Kaufmann anzubieten. Darf ich damit auch bei Pandemie Themen der Leopoldina mitmachen?

Wenn nicht alles so traurig wäre, ...
Kitty Kat
13.12.2020, 12:37 Uhr
Genau Tyr
Da bin ich ganz bei Ihnen. Ein Meeresbiologe und ein Grünanlagenforscher vielleicht noch....das wär schon toll *lach*
Fönix
13.12.2020, 13:00 Uhr
Leopoldina und Philosophie
Den beiden Vorkommentatoren scheint die Rolle der Philosophie in der Wissenschaft und damit auch in der Gesellschaft nicht einmal ansatzweise bekannt zu sein.
Auch die Einordnung der Leopoldina scheint ihnen nicht wirklich zu gelingen.

Nur weiter so, sie enttarnen sich und ihren Horizont auf beeindruckende Art und Weise!
free Gigi
13.12.2020, 13:05 Uhr
verloren Generation
Leidtragende sind neben den Covid Opfern leider auch alle Kinder und Jugendlichen auf welchen zunehmend der Kampf ausgetragen wird, ebenso wie die Eltern.

Wie lange will bzw wie viele lockdowns soll es noch geben?? M.m. müssten mal intelligentere Konzepte her.

Und apropos Bildung: Sollen im ernst Theaterwissenschaftler o.ä. über das Geschick von De entschieden???
Örzi
13.12.2020, 13:22 Uhr
Irren ist menschlich
Auch Wissenschaftler können irren. Aber welche tun es zur Zeit? Im Zweifelsfall sollte man vielleicht besser auf Warner hören als die Verharmloser.
Glaskugel
13.12.2020, 14:42 Uhr
Irren ist menschlich, und manche Menschen
sind Irre.

Wir sollten endlich einmal auf die Menschen hören, die sich mit Pandemien auskennen und die die Politik dazu bewegen, endlich die nötigen Entscheidungen zu treffen. Ein Ende mit Schrecken ist allemal besser als ein Schrecken ohne Ende. Die Zeit für's Herumlabern über die Freiheit des Einzelnen ist vorbei. Hier werden Leute bewußt durch Ignoranten angesteckt. Im Straßenverkehr gibt es auch Regeln und Einschränkungen für den Einzelnen. Da fragt auch keiner irgend welche Hinterbänkler dieser Leopoldina, die sich profilieren wollen.

Entscheidungen und Maßnahmen sind im Sinne der Menschen und des Gesundheitswesens gefragt, kein weiteres Gelabere. Hätte ich damals gewollt in einem Raumanzug zu arbeiten, dann wäre ich Austronautin geworden. Also liebe Politik, tut endlich etwas. Dafür wurdet ihr gewählt. Die Quasselköpfe aus sonstigen Vereinen sind irrelevant.
Kyffhaeuser
13.12.2020, 16:56 Uhr
Unfug
kann leider nicht verstehen, warum man so einen Schwachsinn veröffentlicht ! Ein Philosoph - eine der "Wissenschaften" die wir unbedingt brauchen , unbedingt !!
(Ironie aus).
Er soll mir mal sagen welche Lebensjahre man noch genießen kann, wenn man verstorben ist ? Er sollte mal die 22.000 Toten in Deutschland fragen !!
Eine Lösung wäre ?? welche ?? leider scheint er darüber noch nicht genügend philosophiert zu haben, also ab nach ... dort kann er zusammen mit den Farbigen philosophieren. Glaube aber eher die werden ihn wegen seiner sehr praktischen Wissenschaft schnell vom Acker jagen.
geloescht.20250302
13.12.2020, 17:28 Uhr
Nicht umsonst...
...nennt man solche Leute auch Geschwätzwissenschaftler.

Man ist doch kein dummer Mensch, bloß weil man nicht alle Werke von Hegel, Schopenhauer oder Nietsche gelesen und aus den teilweise überhaupt nicht mehr in die heutige Zeit übertragbaren Erkenntnissen je 20 Zitate in petto hat.

Da lese ich lieber Hawking und schminke mir mit seiner Hilfe ab, durch eine Zeitreise dem heutigen alltäglichen Wahnsinn entkommen zu können.
grobschmied56
13.12.2020, 23:37 Uhr
Worüber beschwert man sich?
Über die Fachunkundigkeit eines Philosophen zum Thema Virologie? Man schaue sich mal an wie 'Ethikräte' beschaffen sind (oder waren), die zum Thema Kernenergie oder Gentechnik befragt wurden. Da waren auch alle möglichen Klamauktypen drin, unter anderem jede Menge Theologen und grüne Dummschwätzer mit oder ohne Abschluß.
Da kann man ebensogut einen Philosophen oder Klampner zu Wort kommen lassen.
mussmalsagen
14.12.2020, 00:58 Uhr
, dass hier ein Autoritätsbeweis vorliegt.
Nur weil ein Mann Professor ist, muss er noch lange nicht recht haben. Aber das ist eben das Dilemma der heutigen Zeit. Man zitiert irgendwen mit irgendeinem Titel/Qualifikation o.ä. und dann muss es stimmen.
Aktuell liegen in unserem Krankenhaus 20 Patienten, davon kämpfen 4 mit dem Tod, Rundumbetreuung gerade so gewährleistet. Wie viele können noch aufgenommen werden?
Einstein hatte wohl doch recht mit seiner Unendlichkeitstheorie ...
Paulinchen
14.12.2020, 08:15 Uhr
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