eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Do, 17:29 Uhr
10.12.2020
Der Ex-Ministerpräsident will Landesparteichef bleiben

Kemmerich beugt sich Lindner - ein bisschen

Die Thüringer FDP beginnt die Weichen für die avisierte Landtagswahl Ende April nächsten Jahres zu stellen. Ihr Fraktionsvorsitzender und Ex-Ministerpräsident Thomas Kemmerich wird nicht als Spitzenkandidat antreten, will aber Parteichef bleiben...

Im Herbst unterstützte Christian Lindner seinen Thüringer Kandidaten noch im Wahlkampf  (Foto: Nnz-Archiv) Im Herbst unterstützte Christian Lindner seinen Thüringer Kandidaten noch im Wahlkampf (Foto: Nnz-Archiv)


Einen Tag lang stellte die FDP Anfang Februar erst- und einmalig einen Ministerpräsidenten in einem deutschen Bundesland. Dann untersagte die Kanzlerin aus dem fernen Südafrika, dass der Mann mit AfD-stimmen gewählt wurde, woraufhin Bundeschef Christian Lindner eilig nach Erfurt reiste, um seinen Parteikollegen zum Rücktritt zu zwingen.

Anzeige Refinery (lang)
Seitdem ist das Verhältnis zwischen Lindner und dem besagten Thomas Kemmerich in Erfurt vorsichtig ausgedrückt „etwas angespannt“.

Und nachdem Kemmerich auf einer CDU-Demonstration gesehen wurde, die sich im Nachgang als „problematisch“ erwies und mit einigen Äußerungen seinen Bundesvorsitzenden düpierte, stellte die Berliner Parteispitze ein Ultimatum. Entweder der Herr Kemmerich verzichtet auf die Spitzen-Kandidatur bei der nächsten Landtagswahl oder es gibt keine Wahlkampfunterstützung.

Heute hat der Thüringer FDP-Chef nun in einem Interview für Klarheit gesorgt und dem FOCUS gegenüber zu Protokoll gegeben: „Ich werde auf dem nächsten Landesparteitag erneut für den Landesvorsitz kandidieren, um mit meiner ganzen Kraft für den Erfolg unserer Thüringer FDP zu kämpfen. Der Landesvorsitz ist und bleibt eine große Herausforderung. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschieden, für die Spitzenkandidatur bei einer auf den 25. April 2021 vorgezogenen Landtagswahl eine andere Person vorzuschlagen. Dies werde ich nach der beabsichtigten Auflösung des Landtags tun. Ich möchte nicht, dass der Wahlkampf von Auseinandersetzungen um meine Person überlagert wird.“

Ob dieser Kompromiss geeignet ist, die Gemüter vor allem in der Berliner Parteizentrale zu beruhigen, werden die nächsten Tage zeigen. Denn Kemmerich erklärte ebenfalls, dass er durchaus wieder ein Landtagsmandat anstrebe und Teil der Fraktion bleiben wolle.
Olaf Schulze
Autor: osch

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Leser X
10.12.2020, 18:24 Uhr
Irgendwie komisch...
... aber eigentlich auch egal.
geloescht.20250302
10.12.2020, 18:42 Uhr
Überhaupt nicht komisch...
...wenn ein Mensch und Politiker sich öffentlich zurücknimmt, weil er und seine Familie nicht mehr damit leben will, bedroht zu werden und Personenschutz zu brauchen.

Damit meine ich ausdrücklich Politiker jeder Partei und Drohungen aus jeder möglichen extremen oder wirrköpfigen Ecke.

Ansonsten ist es tatsächlich egal, ob in einem FDP-Büro ein Kugelschreiber vom Tisch fällt.
Kitty Kat
10.12.2020, 18:49 Uhr
Alte Erinnerungen
Auch in der Demokratie wird gemacht was die Häuptlinge anordnen. Scharf überlegen.....hatten wir das schon mal?
Keilox
10.12.2020, 20:58 Uhr
Lothar vs Thomas
Ich kenne keinen Lothar Kemmerich in der FDP.
Ich kenne höchstens Thomas L. Kemmerich. Das L steht hierbei für Leonard...
______________________________________________
Anm. D. Red.: Danke, ist korrigiert :-)
Alex Gösel
10.12.2020, 21:08 Uhr
Lothar Kemmerich?
Herr Schulze,

Herr Kemmerich heißt mit vollständigen Namen "Thomas Karl Leonard Kemmerich", Rufname "Thomas".

Es gab einen Lothar Emmerich, aber der hatte mit Politik soweit ich weiß wenig bis garnichts zu tun, sondern war Fußballer.

Nur mal so nebebei.

Aber wenn das die FDP Thüringen jetzt nicht im Wahlkampf um die "Causa Kemmerich" belastet, dann weiß ich es auch nicht...
_______________________________________________
Anm. d. Red.: Auch hier vielen Dank. Wir haben echt aufmerksame Leser!
geloescht.Walter
10.12.2020, 21:22 Uhr
???
Kemmerich kenne ich. Aber wer zum Teufel ist Lindner?
diskobolos
10.12.2020, 22:54 Uhr
Kitty,
Sie finden es falsch, wenn gemacht wird was die (demokratisch gewählten) "Häuplinge" sagen? Was wäre denn die Alternative? Jeder macht, was er denkt?
Kitty Kat
11.12.2020, 07:47 Uhr
Aussortiert
Jeder der nicht linientreu ist, wird aussortiert. Im beschriebenen Procedere eben bei der FDP, unlängst in Magdeburg bei der CDU. Politisch korrekt und vorgegebene Lesart oder weg, so einfach geht das.
Christian Staifen
11.12.2020, 07:50 Uhr
Herrn Kemmerich
Und seiner Partei muss man erstmal mal eine Packung Eier kaufen!
Mutti ist aus Afrika empört , das eine legitime Wahl mit einer nicht gern gesehenen Partei gewonnen wurde! Frau Merkel hat sich so schnell nicht gemeldet als ihre deutschen Stiefkinder durch Terroranschläge ums Leben kamen!
Also wie gesagt Herr Kemmerich, kaufen sie sich Eier!! Aber das schlimmste ist, das wir diktatorisch bestimmt werden und dem Volk ist es egal!
Und nur mal so.. Politiker und derer Familien von der (bösen) Partei fürchten jeden Tag um ihr Leben und machen das freiwillig für ihr Volk!!
Alanin
11.12.2020, 07:51 Uhr
Föderalismus
Soweit ich weiß haben wir in Deutschland einen Föderalismus und der schließt ein, dass sich der Bund aus den Sachen der Länder heraushält.

Zudem schließt der Föderalismus ein, dass die Landesparteien in Entscheidungen unabhängig von den Bundesparteien sind. Soweit ich mich erinnere tragen diesen Fakt einige der Parteien auch lauthals vor sich her.

Das dem aber nicht so ist oder man einen Aluhut drauf geben kann, hat sich im Fall Kemmerich eindringlich gezeigt... Da hat scheinbar die Bundeskanzlerin plötzlich ein Wort mitzureden wer MP in einem Bundesland bleiben darf und wann eine demokratische Wahl 'rückgängig' gemacht werden muss... und nein, sie hat es nicht als CDU Mitglied geäußert, sondern bei einem offiziellen Termin im Ausland, bei dem sie in Ihrer Rolle als Bundeskanzlerin unterwegs war...
Herr Schröder
11.12.2020, 08:18 Uhr
Kemmerich
Wenn Herr Kemmerich sich dazu entscheidet Mitglied in einer Partei zu sein, dann hat er sich an die Leitlinien dieser Partei zu halten. Übrigens ist das nicht nur in den Altparteien so.
Frank Pasemann oder Andreas Kalbitz waren wohl auch nicht AfD-linientreu!
Bus
11.12.2020, 10:03 Uhr
Warum stellt man sich zur Wahl wenn man abgedankt hat?
Wenn man schonmal gewählt wurde und wegen Drohungen der Linken abgedankt hat ist es doch sinnlos sich nochmal als Partei zur Wahl zu stellen. Da haben wir ja wieder keine Regierung wenn die Partei gewinnt und von den Linken böse angeschaut wird.
Alanin
11.12.2020, 11:00 Uhr
Parteilinie schön und gut...
Aber dass ein Bundesvorsitzender zum MP im Land fährt und ihm sagt er soll zurücktreten, weil ihn die falschen Leute gewählt haben, hat wenig mit Parteilinie zu tun...
Kama99
11.12.2020, 11:33 Uhr
Was soll ....
die Diskussion? Nach der nächsten Wahl ist die FDP eh raus.
Örzi
11.12.2020, 12:41 Uhr
Er sollte sich aus der Politik zurückziehen
Das er nicht den Mut gehabt hat, Ministerpräsident zu bleiben und statt dessen den Wahlverlierer zurück ins Amt befördert hat, zeigt seinen mangelnden Willen, selbst Politik zu gestalten. Die Wähler werden wahrscheinlich vermuten, Herrn Kemmerich ginge es hauptsächlich um seine eigene finanzielle Absicherung. Damit schadet er der Partei zum zweiten mal erheblich. Größeren Schaden für die FDP erzeugt nur noch Herr Lindner mit seinem autoritären Dirigismus. Die Freien Demokraten, die mehrere Jahrzehnte sowohl die Bundes- als auch die Länderpolitik maßgeblich mitbestimmt haben, drohen als eine unbedeutende Splitterpartei ins Abseits zu driften.
diskobolos
11.12.2020, 13:01 Uhr
Weder Merkel noch Lindner oder Ramelow
hätten die Möglichkeit gehabt den Friseur abzusetzen, sondern nur seine Einsicht, dass es schwer ist zu regieren, wenn man im Landtag keine Mehrheit zusammenbringt. Und an den Strippen von Nazi-Höcke zu hängen, war wohl auch für K. eine zu ungemütliche Vorstellung.
diskobolos
11.12.2020, 13:07 Uhr
Örzi,
was Sie autoritären Dirigismus Lindners nennen, sehen andere als Führungsstärke. Wenn sich ein Parteiführer von B-Kadern auf der Nase herumtanzen lässt, ist das sein politischer Tod.

Anm. d. Red.: Gekürzt, kein Chat bitte
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)