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Do, 15:55 Uhr
10.12.2020
EATON Betriebsrat und IG Metall sogen für Perspektiven

Sozialplan und Transfergesellschaft geplant

Die Enttäuschung auf der Arbeitnehmerseite ist groß. Das EATON Werk in Nordhausen stellt zum Jahresende die Produktion ein. Die Entscheidung der Konzernleitung konnte trotz vielseitigem Engagement nicht abgewendet werden...

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„Wir hätten das Werk sehr gern in der Hand eines strategischen Investors gesehen, oder EATON zum Umdenken gebracht. Dafür haben wir monatelang gekämpft.“, sagt Karsten Hahn, Betriebsratsvorsitzender des Nordhäuser EATON Standorts. Der Betriebsrat und die IG Metall hatten das Wirtschaftsministerium, die Kommunalpolitik und die Arbeitsagentur eingebunden und Zukunftsperspektiven für den Standort zu erörtern und ein Gegenkonzept für den Standort zu entwickeln. Letztlich scheiterte jegliches Bemühen bereits daran, dass EATON, im Gegensatz zu anderen Standorten, das Nordhäuser Werk nicht verkaufen oder entwickeln will.

Karsten Hahn ist Mitglied eines sechsköpfigen Verhandlungsteams, bestehend aus engagierten Betriebsräten, Alexander Scharff (IG Metall) und einer renommierten Expertin im Arbeitsrecht – die Bochumer Rechtsanwältin Susanne Schaperdot. Hinter dem Team liegen mehr als 200 Stunden Beratungen und Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite. Trotz der Stilllegung des Werks kann sich das Ergebnis dieses Marathons sehen lassen.

Die Mitarbeiter:innen profitieren im kommenden Jahr von einem Sozialplan, der Abfindungen vorsieht, deren Volumen in dieser Form sehr selten erreicht werden. Beschäftigte mit Kindern oder solche die als schwerbehindert gelten, werden gesondert begünstigt. Zudem konnte das eingespielte Verhandlungsteam eine Transfergesellschaft vereinbaren, in die alle Beschäftigten nahtlos freiwillig übergehen können. Der Fall in die Arbeitslosigkeit ist somit vorerst abgewendet, Weiterbildungen und Qualifizierungen können stattfinden um die Chancen auf dem regionalen Arbeitsmarkt zu erhöhen.

„Die Transfergesellschaft geht zudem nicht zu Lasten der Abfindungen und sonstiger Leistungen. Das war uns wichtig.“, sagt Susanne Schaperdot. Die IG Metall bietet für Gewerkschaftsmitglieder ein Beratungspaket bestehend aus Rechtsschutz im Arbeits- und Sozialrecht, der Prüfung von Arbeitszeugnissen sowie der Vermittlung beispielsweise von Schuldner- und Rentenberatungen.

„Das Ergebnis ist einfach zu verstehen. Betriebe ohne Betriebsrat und ohne Anbindung an die Gewerkschaft hätten in diesem Moment weder einen Sozialplan noch sonstige Leistungen. Es ist uns gelungen, dass die Beschäftigten nicht ins Bodenlose fallen und wir Zeit gewinnen.“, blickt Alexander Scharff (IG Metall) auf das Ergebnis der Verhandlungen.

Abschließend zeigt sich der gesamte Betriebsrat erleichtert. Viele Mitarbeiter:innen haben sich inzwischen für das Ergebnis bedankt. Sie haben nun Gewissheit und haben etwas Zeit ihre persönliche Lebensplanung in eine neue Phase zu führen.
Autor: red

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Kommentare
auris123
11.12.2020, 02:21 Uhr
Der Sozialplan
Der Sozialplan ist von ethischen Stand eine große Schande! Wo werden Menschen gleich behandelt? Je älter man ist um so weniger steht dir zu, obwohl man länger gearbeitet hat als jüngere Kollegen. Ist das gerächt?
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