Mo, 16:34 Uhr
18.07.2005
Neue Bestattungsformen möglich
Nordhausen (nnz). Bis zum Jahresende soll die neue Nordhäuser Friedhofssatzung in Kraft treten. Die wesentlichen Veränderungen im Zuge der neuen Satzung: Das Angebot der Nordhäuser Friedhöfe wird um neue Bestattungsarten erweitert. Welche das sind, das erfahren Sie mit einem einzigen Klick.
Neue Bestattungsformen möglich (Foto: nnz)
Grund für die Überarbeitung der bestehenden Friedhofssatzung ist das geänderte Thüringer Bestattungsgesetz. Nordhausens Bauamtsleiter Jens Kohlhause, zu dessen Verantwortungsbereich auch die 12 Friedhöfe der Stadt gehören: Das neue Bestattungsgesetz lässt im Unterschied zum bisherigen den Kommunen Spielraum zur Eigenregelung – den nutzen wir, so Kohlhause. Eine Neuerung ist die Einrichtung einer Gemeinschaftsanlage mit Namensnennung für Erdbestattungen ebenfalls auf dem Hauptfriedhof. Kohlhause: Es ist praktisch das Pendant zur entsprechenden Gemeinschaftsanlage für Urnen. Hier können die Angehörigen die Verstorbenen auf einem Rasenhain beisetzten- und den Namen auf einem gemeinsamen Grabstein verzeichnen lassen. Gleichzeitig werde das Angebot der Urnen-Gemeinschaftsanlage künftig auf die Friedhöfe in Salza und Bielen ausgedehnt.
Mit der neuen Satzung habe man auch auf Hinweise bzw. Wünsche von Bürgern reagiert. Im Aufbahrungsraum am Hauptfriedhof werde zum Beispiel die Möglichkeit geschaffen, an der Urne Abschied zu nehmen, falls auf die Trauerfeier verzichtet werde. Die Friedhöfe sollen künftig rund um die Uhr geöffnet sein, das Mitbringen von Hunden wird prinzipiell untersagt. Die Verschmutzung durch die Tiere hat überhand genommen und war dem Charakter des Friedhofes nicht entsprechend. Wir mussten reagieren und bitten jene Angehörige, die bisher ihre Tiere zum Friedhofsbesuch mitgebracht haben, um Verständnis.
Geändert haben sich auch die Bestattungszeiten. So würden an Sonnabenden künftig bis 11 Uhr Bestattungen möglich sein, und auch am Freitagvormittag habe man die Zeiten verlängert. Neu sei auch, dass der Friedhof in Hesserode mit von der Stadt verwaltet werde – damit war man einem Wunsch der evangelischen Kirche nachgekommen. Auch die Einwohner des Nordhäuser Ortsteiles hatten sich bei einer Bürgerversammlung für den Wechsel zur Stadt ausgesprochen.
Bei den Beisetzungen lasse sich ein Trend ausmachen, sagte Jens Kohlhause: Immer mehr Angehörige bevorzugen die Gemeinschaftsanlagen. Und wie die Mitarbeiter auf den Friedhöfen berichten, hat das weniger finanzielle Gründe, sondern ist vielmehr der sozialen Situation geschuldet: Viele Familien sind aufgrund der beruflichen Situation gezwungen, ihre Arbeitsplätze weit entfernt von zu Hause zu suchen. Da wird es mit der regelmäßigen Grabpflege schwierig. Deshalb ist die gepflegte Gemeinschaftsanlage für viele Menschen die bessere Alternative zum Grab, das man nur sporadisch betreuen kann.
Auf den Nordhäuser Friedhöfen gibt es pro Jahr bis zu 70 Erdbestattungen, hinzu kommen rund 350 Urnenbeisetzungen. Bei den Einäscherungen liege die Zahl mit 1200 bis 1400 deutlich darüber, da sich auch Bestatter aus den angrenzenden Bundesländern für Nordhausen entscheiden würden, so Kohlhause. Die neue Friedhofsatzung wurde in den zuständigen Ausschüssen des Stadtrates diskutiert, nach der Sommerpause soll sie im Hauptausschuss besprochen und anschließend dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden.
Auch mit den Bestattungsunternehmen der Stadt war der Satzungsentwurf beraten worden. Mit der neuen Satzung werden die Gebühren nicht steigen, lediglich wird – so die Vorgabe des Finanzamtes – auf die Kosten für die Einäscherung die Mehrwertssteuer erhoben.
Autor: nnz
Neue Bestattungsformen möglich (Foto: nnz)
Grund für die Überarbeitung der bestehenden Friedhofssatzung ist das geänderte Thüringer Bestattungsgesetz. Nordhausens Bauamtsleiter Jens Kohlhause, zu dessen Verantwortungsbereich auch die 12 Friedhöfe der Stadt gehören: Das neue Bestattungsgesetz lässt im Unterschied zum bisherigen den Kommunen Spielraum zur Eigenregelung – den nutzen wir, so Kohlhause. Eine Neuerung ist die Einrichtung einer Gemeinschaftsanlage mit Namensnennung für Erdbestattungen ebenfalls auf dem Hauptfriedhof. Kohlhause: Es ist praktisch das Pendant zur entsprechenden Gemeinschaftsanlage für Urnen. Hier können die Angehörigen die Verstorbenen auf einem Rasenhain beisetzten- und den Namen auf einem gemeinsamen Grabstein verzeichnen lassen. Gleichzeitig werde das Angebot der Urnen-Gemeinschaftsanlage künftig auf die Friedhöfe in Salza und Bielen ausgedehnt. Mit der neuen Satzung habe man auch auf Hinweise bzw. Wünsche von Bürgern reagiert. Im Aufbahrungsraum am Hauptfriedhof werde zum Beispiel die Möglichkeit geschaffen, an der Urne Abschied zu nehmen, falls auf die Trauerfeier verzichtet werde. Die Friedhöfe sollen künftig rund um die Uhr geöffnet sein, das Mitbringen von Hunden wird prinzipiell untersagt. Die Verschmutzung durch die Tiere hat überhand genommen und war dem Charakter des Friedhofes nicht entsprechend. Wir mussten reagieren und bitten jene Angehörige, die bisher ihre Tiere zum Friedhofsbesuch mitgebracht haben, um Verständnis.
Geändert haben sich auch die Bestattungszeiten. So würden an Sonnabenden künftig bis 11 Uhr Bestattungen möglich sein, und auch am Freitagvormittag habe man die Zeiten verlängert. Neu sei auch, dass der Friedhof in Hesserode mit von der Stadt verwaltet werde – damit war man einem Wunsch der evangelischen Kirche nachgekommen. Auch die Einwohner des Nordhäuser Ortsteiles hatten sich bei einer Bürgerversammlung für den Wechsel zur Stadt ausgesprochen.
Bei den Beisetzungen lasse sich ein Trend ausmachen, sagte Jens Kohlhause: Immer mehr Angehörige bevorzugen die Gemeinschaftsanlagen. Und wie die Mitarbeiter auf den Friedhöfen berichten, hat das weniger finanzielle Gründe, sondern ist vielmehr der sozialen Situation geschuldet: Viele Familien sind aufgrund der beruflichen Situation gezwungen, ihre Arbeitsplätze weit entfernt von zu Hause zu suchen. Da wird es mit der regelmäßigen Grabpflege schwierig. Deshalb ist die gepflegte Gemeinschaftsanlage für viele Menschen die bessere Alternative zum Grab, das man nur sporadisch betreuen kann.
Auf den Nordhäuser Friedhöfen gibt es pro Jahr bis zu 70 Erdbestattungen, hinzu kommen rund 350 Urnenbeisetzungen. Bei den Einäscherungen liege die Zahl mit 1200 bis 1400 deutlich darüber, da sich auch Bestatter aus den angrenzenden Bundesländern für Nordhausen entscheiden würden, so Kohlhause. Die neue Friedhofsatzung wurde in den zuständigen Ausschüssen des Stadtrates diskutiert, nach der Sommerpause soll sie im Hauptausschuss besprochen und anschließend dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden.
Auch mit den Bestattungsunternehmen der Stadt war der Satzungsentwurf beraten worden. Mit der neuen Satzung werden die Gebühren nicht steigen, lediglich wird – so die Vorgabe des Finanzamtes – auf die Kosten für die Einäscherung die Mehrwertssteuer erhoben.

