Sa, 15:44 Uhr
09.07.2005
Nichts stinkt mehr
Niedergebra (nnz). Kunststoff-Recycling war ein Reizthema in Niedergebra. Das ist vorbei. Heute konnte sich jeder davon überzeugen, daß es sauber und geruchsarm bei Purus zugeht. nnz blickte ebenfalls hinter die Kulissen des Müllverwerters.
Nichts stinkt mehr (Foto: nnz)
Geruch und Lärmbelästigung für die Anwohner konnten wir im vergangenen Jahr weiter reduzieren. Wir halten alle Grenzwerte mehr als genau ein. Trotzdem installieren wir heute einen weiteren Lärmschutz auf dem Abluftfilter. Erklärt Purus-Geschäftsführer Torsten Meyer beim Tag der offenen Tür. Über 450 Besucher waren im vergangenen Jahr gekommen, kein Wunder also, daß die Kunststoffrecycler diesen Erfolg wiederholen wollten.
Zahlreich kamen auch diesmal die Gäste und ließen sich das Werk zeigen. 30.000 bis 40.000 Tonnen Kunststoffabfälle aus dem Dualen System Deutschland werden derzeit hier pro Jahr verarbeitet. Das ist ungefähr so viel, wie acht Millionen Bürger wegschmeißen.60.000 Tonnen Abfall könnte die Firma verwerten und sie plant eine Erweiterung. Vier Millionen Euro sollen investiert werden in eine zusätzliche Waschanlage und Extruder. Das lohnt sich, denn durch den gestiegenen Rohölpreis wird die Herstellung neuer Kunststoffe immer teurer. Recyclingmaterial kann günstiger eingesetzt werden, zum Beispiel in der Autoindustrie ist es eine wirklich Alternative. Den Produkten sieht man ihre Herkunft übrigens nicht an. Die wenigsten Firmen verbreiten, daß sie diese Materialien verwenden. Mit Öko kann man heute nicht mehr werben, wie es Anfang der 1990er möglich war.
Aus der Anfangszeit des Recyclingwerkes stammt noch eine Anlage zur Herstellung von Zaunpfählen. Diese ist nicht mehr in Betrieb, wie Tobias Peters, der technische Leiter, mitteilte. Es lohne sich nicht mehr, die hochwertigen Granulate für die Herstellung solcher Produkte zu verwenden. Andere Firmen, die nicht in der Lage sind, die Kunststoffe in verschiedene Kategorien zu trennen, stellen solche einfachen Produkte her, Europaletten zum Beispiel.
Irrtümer konnten auch beseitigt werden. So ist es nicht notwenig die Joghurtbecher auszuwaschen. In der Anlage geht das viel effektiver und wassersparender. Für 120 Tonnen Müll werden 40 m³ Wasser benötigt. Das wird so aufbereitet, daß es in der Kläranlage von Bleicherode keine Probleme macht. Was auch nicht ganz so funktioniert, erklärte Torsten Meyer, ist die maschinelle Trennung des Mülls. Wenn wirklich alles in eine Tonne geworfen würde, wie es verschiedene neue Abfallwirtschaftsprojekte überlegen, dann können nicht mehr so hochwertige Recyclingkunststoffe hergestellt werden. So sauber wie der Verbraucher trennt keine Maschine. Außerdem machen es die Menschen gern so Meyer, Sie sind zufrieden so einfach etwas für die Umwelt tun zu können. Für die Umwelt haben die meisten Deutschen was übrig, sie engagieren sich auch im Alltag mehr als viele andere. In der Mülltrennung gehören sie zu den Spitzenreitern.
Anwohnern lag die Anlage jedoch lange Zeit in der Nase. Sie hatten Befürchtungen, daß nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Inzwischen dürften sie es besser wissen. Mehrmals öffnete sich das Purus Werk für Besucher. Jedes Mal war etwas mehr gegen Lärm und Geruch getan worden. Nun unterbietet man längst alle Grenzwerte. Viele Maschinen sind in Schallschutzgehäuse eingebaut, die Abluftanlage wurde verbessert.
Nachdem sich am Vormittag die Gäste interessiert umgesehen hatten, wurde das Werk heruntergefahren. Die Belegschaft gönnte sich ihr jährliches Betriebsfest. Sonst läuft die Kunststoffverwertungsanlage 24 Stunden bei einer Siebentagewoche im Vier-Schicht –Betrieb. 65 Arbeiter sorgen für den reibungslosen Ablauf.
Im nächsten Jahr kurz vor den Sommerferien öffnet Purus erneut seine Türen für alle, die wissen möchten, was aus dem Inhalt ihrer Gelben Säcke wird. Dann können einige der neuen Investitionen bewundert werden.
Autor: wf
Nichts stinkt mehr (Foto: nnz)
Geruch und Lärmbelästigung für die Anwohner konnten wir im vergangenen Jahr weiter reduzieren. Wir halten alle Grenzwerte mehr als genau ein. Trotzdem installieren wir heute einen weiteren Lärmschutz auf dem Abluftfilter. Erklärt Purus-Geschäftsführer Torsten Meyer beim Tag der offenen Tür. Über 450 Besucher waren im vergangenen Jahr gekommen, kein Wunder also, daß die Kunststoffrecycler diesen Erfolg wiederholen wollten.
Zahlreich kamen auch diesmal die Gäste und ließen sich das Werk zeigen. 30.000 bis 40.000 Tonnen Kunststoffabfälle aus dem Dualen System Deutschland werden derzeit hier pro Jahr verarbeitet. Das ist ungefähr so viel, wie acht Millionen Bürger wegschmeißen.60.000 Tonnen Abfall könnte die Firma verwerten und sie plant eine Erweiterung. Vier Millionen Euro sollen investiert werden in eine zusätzliche Waschanlage und Extruder. Das lohnt sich, denn durch den gestiegenen Rohölpreis wird die Herstellung neuer Kunststoffe immer teurer. Recyclingmaterial kann günstiger eingesetzt werden, zum Beispiel in der Autoindustrie ist es eine wirklich Alternative. Den Produkten sieht man ihre Herkunft übrigens nicht an. Die wenigsten Firmen verbreiten, daß sie diese Materialien verwenden. Mit Öko kann man heute nicht mehr werben, wie es Anfang der 1990er möglich war.
Aus der Anfangszeit des Recyclingwerkes stammt noch eine Anlage zur Herstellung von Zaunpfählen. Diese ist nicht mehr in Betrieb, wie Tobias Peters, der technische Leiter, mitteilte. Es lohne sich nicht mehr, die hochwertigen Granulate für die Herstellung solcher Produkte zu verwenden. Andere Firmen, die nicht in der Lage sind, die Kunststoffe in verschiedene Kategorien zu trennen, stellen solche einfachen Produkte her, Europaletten zum Beispiel.
Irrtümer konnten auch beseitigt werden. So ist es nicht notwenig die Joghurtbecher auszuwaschen. In der Anlage geht das viel effektiver und wassersparender. Für 120 Tonnen Müll werden 40 m³ Wasser benötigt. Das wird so aufbereitet, daß es in der Kläranlage von Bleicherode keine Probleme macht. Was auch nicht ganz so funktioniert, erklärte Torsten Meyer, ist die maschinelle Trennung des Mülls. Wenn wirklich alles in eine Tonne geworfen würde, wie es verschiedene neue Abfallwirtschaftsprojekte überlegen, dann können nicht mehr so hochwertige Recyclingkunststoffe hergestellt werden. So sauber wie der Verbraucher trennt keine Maschine. Außerdem machen es die Menschen gern so Meyer, Sie sind zufrieden so einfach etwas für die Umwelt tun zu können. Für die Umwelt haben die meisten Deutschen was übrig, sie engagieren sich auch im Alltag mehr als viele andere. In der Mülltrennung gehören sie zu den Spitzenreitern.
Anwohnern lag die Anlage jedoch lange Zeit in der Nase. Sie hatten Befürchtungen, daß nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Inzwischen dürften sie es besser wissen. Mehrmals öffnete sich das Purus Werk für Besucher. Jedes Mal war etwas mehr gegen Lärm und Geruch getan worden. Nun unterbietet man längst alle Grenzwerte. Viele Maschinen sind in Schallschutzgehäuse eingebaut, die Abluftanlage wurde verbessert.
Nachdem sich am Vormittag die Gäste interessiert umgesehen hatten, wurde das Werk heruntergefahren. Die Belegschaft gönnte sich ihr jährliches Betriebsfest. Sonst läuft die Kunststoffverwertungsanlage 24 Stunden bei einer Siebentagewoche im Vier-Schicht –Betrieb. 65 Arbeiter sorgen für den reibungslosen Ablauf.
Im nächsten Jahr kurz vor den Sommerferien öffnet Purus erneut seine Türen für alle, die wissen möchten, was aus dem Inhalt ihrer Gelben Säcke wird. Dann können einige der neuen Investitionen bewundert werden.

