Do, 17:31 Uhr
16.07.2020
Landschaftspflegeverband stellt Infomobil vor
Wer wohnt eigentlich im Trockenrasen?
Der Südharz ist reich gesegnet mit Flora und Fauna und gehört zu den Artenreichsten Gebieten des Landes. Das Wissen um diese Vielfalt will der Landschaftspflegeverband demnächst auch mobil unter die Leute bringen…
Der Landschaftspflegeverand Südharz-Kyffhäuser ist demnächst mit mobilen Informationen rund um die Flora und Fauna des Südharzes unterwegs (Foto: agl)
Dreißig sogenannte Hotspots der Artenvielfalt gibt es derzeit in Deutschland, einer davon zieht sich über den Südharz bis in den Kyffhäuser hinein. Was hier alles wächst, kreucht, fleucht und fliegt, dass dürfte dem Durchschnittswanderer nicht im Detail bekannt sein. Nirgendwo sonst im Land gibt es derart viele Fledermausarten. Und das ist nur ein Beispiel. Rotmilan, Feuersalamander, Gelbbauchunke, Adonisröschen, Frauenschuh, und, und, und - viele Highlights fallen nicht eben ins Auge oder sind den Einheimischen so vertraut, dass sie nicht weiter besonders erscheinen.
Der Landschaftspflegeverband Südharz-Kyffhäuser hat es sich, neben der namensgebenden Pflege der Kulturlandschaften, auch zur Aufgabe gemacht, genau das zu ändern. Seit April wollte man deswegen mit einem eigenen Infomobil auf Tour gehen um Kindergärten und Schulen anzusteuern und auf Veranstaltungen wie dem Rolandsfest ein wenig Naturbildung unter das Volk bringen. Aus bekannten Gründen fiel der Start bisher in Wasser. Man nutzte die Zeit das Projekt mit weiteren Materialien zu bestücken. Heute wurde das Infomobil zum ersten mal offiziell vorgestellt.
Inhaltlich richtet man sich vornehmlich an das junge und jüngere Publikum. Zum festen Inventar gehören Bastelmaterialien, Bohrer, Lupen, Ferngläser, Beobachtungskästen, Käscher, diverse Bestimmungs- und Schaukästen, Spiele, geologische Modelle zum Gipskarst, diverse Anschauungsmaterialien und eine Reihe Tische, Stühle und Picknickdecken. Das Infomobil ist auf den Open-Air-Einsatz ausgelegt, dank Solarstrom vom Dach ist man auch auf der grünen Wiese unabhängig von externen Stromquellen. Finanziert wird das Projekt aus Bundes-, und Landesmitteln und wird zusätzlich durch den Landkreis unterstützt.
Auf die Bedürfnisse von Kindergärten und Schulen könne man individuell und flexibel eingehen, erklärt Silke Schulze vom Landschaftspflegeverband, von einzelnen Schulstunden bis zu ganzen Projekttagen. Es würde mich sehr freuen, wenn wir auch als Unterstützung für Wandertage genutzt werden und so vielleicht dazu beitragen können, das diese Ausflüge wieder öfter in die Natur statt zur Bowlingbahn oder zum shopping in der Großstadt führen.
Neben den Bildungseinrichtungen will man sich auch an Vereine und Wanderfreunde wenden und auf Volksfesten und anderen Veranstaltungen Präsenz zeigen. Wir werden auch eigene Hotspot-Wanderpfade ausweisen und das Mobil als Start- und Zielpunkt nutzen. Zum Beispiel am Mühlberg bei Niedersachswerfen, wo man häufig Feuersalamander beobachten kann, erklärt Schulze.
Das es gerade jetzt eine Nachfrage nach Angeboten in der Natur gibt, das konnte man bereits vor drei Wochen spüren, als man zum ersten Mal seit April zu einer geführten Wanderung laden und gleich 29 Teilnehmer begrüßen konnte. Mit dem mobilen Angebot wird man noch nicht gleich voll durchstarten können, auch weil der Raum innerhalb des Schauwagens begrenzt ist und sich die aktuellen Abstandsgebote nicht einfach durchsetzen lassen. Man hoffe auf einen normalen Schulstart im September, sagt Schulze, die heutige Vorstellung diente vor allem dazu, das Projekt überhaupt erst einmal bekannt zu machen.
Der Einsatzbereich des Infomobils ist im Moment auf den Landkreis Nordhausen beschränkt, bei Interesse reicht eine einfache Anfrage an den Landschaftspflegeverband Südharz-Kyffhäuser.
Angelo Glashagel
Autor: red
Der Landschaftspflegeverand Südharz-Kyffhäuser ist demnächst mit mobilen Informationen rund um die Flora und Fauna des Südharzes unterwegs (Foto: agl)
Dreißig sogenannte Hotspots der Artenvielfalt gibt es derzeit in Deutschland, einer davon zieht sich über den Südharz bis in den Kyffhäuser hinein. Was hier alles wächst, kreucht, fleucht und fliegt, dass dürfte dem Durchschnittswanderer nicht im Detail bekannt sein. Nirgendwo sonst im Land gibt es derart viele Fledermausarten. Und das ist nur ein Beispiel. Rotmilan, Feuersalamander, Gelbbauchunke, Adonisröschen, Frauenschuh, und, und, und - viele Highlights fallen nicht eben ins Auge oder sind den Einheimischen so vertraut, dass sie nicht weiter besonders erscheinen.
Der Landschaftspflegeverband Südharz-Kyffhäuser hat es sich, neben der namensgebenden Pflege der Kulturlandschaften, auch zur Aufgabe gemacht, genau das zu ändern. Seit April wollte man deswegen mit einem eigenen Infomobil auf Tour gehen um Kindergärten und Schulen anzusteuern und auf Veranstaltungen wie dem Rolandsfest ein wenig Naturbildung unter das Volk bringen. Aus bekannten Gründen fiel der Start bisher in Wasser. Man nutzte die Zeit das Projekt mit weiteren Materialien zu bestücken. Heute wurde das Infomobil zum ersten mal offiziell vorgestellt.
Inhaltlich richtet man sich vornehmlich an das junge und jüngere Publikum. Zum festen Inventar gehören Bastelmaterialien, Bohrer, Lupen, Ferngläser, Beobachtungskästen, Käscher, diverse Bestimmungs- und Schaukästen, Spiele, geologische Modelle zum Gipskarst, diverse Anschauungsmaterialien und eine Reihe Tische, Stühle und Picknickdecken. Das Infomobil ist auf den Open-Air-Einsatz ausgelegt, dank Solarstrom vom Dach ist man auch auf der grünen Wiese unabhängig von externen Stromquellen. Finanziert wird das Projekt aus Bundes-, und Landesmitteln und wird zusätzlich durch den Landkreis unterstützt.
Auf die Bedürfnisse von Kindergärten und Schulen könne man individuell und flexibel eingehen, erklärt Silke Schulze vom Landschaftspflegeverband, von einzelnen Schulstunden bis zu ganzen Projekttagen. Es würde mich sehr freuen, wenn wir auch als Unterstützung für Wandertage genutzt werden und so vielleicht dazu beitragen können, das diese Ausflüge wieder öfter in die Natur statt zur Bowlingbahn oder zum shopping in der Großstadt führen.
Neben den Bildungseinrichtungen will man sich auch an Vereine und Wanderfreunde wenden und auf Volksfesten und anderen Veranstaltungen Präsenz zeigen. Wir werden auch eigene Hotspot-Wanderpfade ausweisen und das Mobil als Start- und Zielpunkt nutzen. Zum Beispiel am Mühlberg bei Niedersachswerfen, wo man häufig Feuersalamander beobachten kann, erklärt Schulze.
Das es gerade jetzt eine Nachfrage nach Angeboten in der Natur gibt, das konnte man bereits vor drei Wochen spüren, als man zum ersten Mal seit April zu einer geführten Wanderung laden und gleich 29 Teilnehmer begrüßen konnte. Mit dem mobilen Angebot wird man noch nicht gleich voll durchstarten können, auch weil der Raum innerhalb des Schauwagens begrenzt ist und sich die aktuellen Abstandsgebote nicht einfach durchsetzen lassen. Man hoffe auf einen normalen Schulstart im September, sagt Schulze, die heutige Vorstellung diente vor allem dazu, das Projekt überhaupt erst einmal bekannt zu machen.
Der Einsatzbereich des Infomobils ist im Moment auf den Landkreis Nordhausen beschränkt, bei Interesse reicht eine einfache Anfrage an den Landschaftspflegeverband Südharz-Kyffhäuser.
Angelo Glashagel






