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Mi, 21:04 Uhr
24.06.2020
Ortschaftsrat in Niedersachswerfen

Keine Ablehnung gegen den Gipsabbau?

Heute trafen sich die Ortschaftsratsmitglieder von Niedersachswerfen zu ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause. Seit rund 30 Jahren kämpfte die Gemeinde gegen den Gipsabbau, entsprechend eines Antrages der CDU-Fraktion soll sich das nun ändern…


Auf der Tagesordnung war das Thema „Gipsabbau“ nicht zu finden, die CDU-Fraktion stellte einen Antrag gemäß der Geschäftsordnung. Darin heißt es, dass der Ortschaftsrat nicht ablehnend zum Abbau in den bestehenden Steinbrüchen und den Neuverritzungen entsprechend des Bergrechtes gegenüber steht. Auch Industrieansiedlungen werden begrüßt.

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“Wir wollen einen offenen Dialog“, warb Ortschaftsratsmitglied Christina Zyrus (CDU) für den Beschluss, Niedersachswerfen ist eine Industriegemeinde. Klaus Engelhardt (SPD) fand umgangssprachliche Worte: in Niedersachswerfen wird gearbeitet, in Ilfeld wird gefeiert und in Neustadt kann man sich erholen. Für freiwillige Leistungen und zur Unterstützung der Vereine braucht die Ortschaft Geld. Das floss beispielsweise für den Harztorlauf von der Gipsindustrie zum entsprechenden Verein. „Der Harztorlauf wird unterstützt, wenn wir jetzt Ablehnung für die Erweiterungen der Abbaugebiete bekunden, werden wir vielleicht keine Unterstützung mehr erhalten“, sagte Madeleine Gogsch (CDU) in der Sitzung.

Somit hat der Lobbyismus der Arbeitsgemeinschaft Harzer Gipsunternehmen bereits Auswirkungen auf die Kommunalpolitik gezeigt. Ein Dialog auf Augenhöhe ist nicht möglich, denn durch das Bergrecht sind die Abbauunternehmen nicht auf die Ablehnung oder Zustimmungen der Ortschaften angewiesen. Dazu kommt, dass Niedersachswerfen nicht vom Abbau des wertvollen Rohstoffes profitiert, sondern nur die Unternehmenssitze und der Freistaat.

Jana Urbanek und Heiko Hieronymus (UWL) hatten Bedenken bezüglich einer solchen Beschlussfassung. „Es klingt nach Schacherei und Abhängigkeitsverhältnis“, sagte Urbanek. Eine Lösung des Problems ist schwer, weiß auch Ortschaftsbürgermeisterin Katrin Schönemann. Über den Beschluss zur Stellungnahme gegenüber des Harztor Gemeinderates zum weiteren Gipsabbau soll in der nächsten Ortschaftsratssitzung am 2. September abgestimmt werden.
Sandra Witzel
Autor: swi

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Kommentare
LithiumTim
25.06.2020, 09:08 Uhr
Ablehnung, Zustimmung Gipsabbau wird hier in 100 Jahren noch sein
in Ergänzung zur Überschrift, aber auch weil Niedersachswerfen keine Lobby hat, die sich dagegen positioniert. Im Gegenteil, in Harztor nimmt man offen Geld für den Harztor-"Gips"-Lauf oder für eine Wanderhütte. Das ist ok, weil man eh nichts ändern kann oder will. Ganz offen ist Harztor für Angebote wie, wir (die Gispfirma)können, siehe Beitrag, ein Projekt mitfinanzieren, was auch Steruergeled kostet und in Gänze auf den Prüfstand gehört, aber bitte nur wenn, ja wenn Ihr uns gewähren lasst. Also Gips abbauen. Nein, "bitte" haben die nicht gesagt. Wenn die Gemeinde eh nix gegen Gips machen kann, siehe Meinuing der Orts-CDU, warum glauben die "bitte", das das Gipsunternehmen GELD anbietet? Ach schon wieder ist "bitte" deplaziert, ich konstatiere: Offener geht es nicht! Alles Ok? Ich bin der Meinung: Auch in 60 Jahren noch wird Gips abgebaut. Die Wenn-Dann Konstruktion im Gemeinderat ist unwürdig, ist schäbig.
geloescht.otto
25.06.2020, 09:48 Uhr
wessen
Brot ich esse - dessen Lied ich sing...........................
Nachgefragt
25.06.2020, 11:14 Uhr
Keine Ablehnung gegen Gipsabbau mehr,
warum eigentlich!? Seit 30 Jahren kämpft also die Gemeinde gegen Gipsabbau, wie wir erfahren und seit neuestem nicht mehr. Ein Antrag zur Änderung wird Mal schnell von der CDU- Fraktion des Ortschaftsrates außerhalb der Tagesordnung eingebracht und heftig dafür diskutiert, dass man in Zukunft NICHT mehr gegen Gipsabbau ist. Das stimmt schon nachdenklich. Ab jetzt treten wir also die Meinung der Ortschaftsräte aus den letzten 30 Jahren mit Füssen! Natürlich nur, weil man auf den Gipsabbau auf Grund von Bergbaurechten der Gipsindustrie ohnehin keinen Einfluss hat!
Warum wird dann darüber diskutiert!? Und vor allem zustimmend diskutiert, denn man möchte doch die "Bestechungsgelder" der Gipsindustrie gern weiter entgegen nehmen. Das ist schon sehr scheinheilig und schäbig. Oder gibt es hier noch andere Einflüsse neben denen der Gipslobby? Da hier die Aktion von der CDU- Fraktion ausgeht, darf man vielleicht auch vermuten, dass ein massgeblicher Einfluss seitens des Hr. Klante wohl auch nicht auszuschließen ist. Denn, wie wir uns erinnern, war er es wohl, der nach gewonnener Wahl über die UWL, dieser dann den Rücken kehrte und von der CDU hoffiert mit fliegenden Fahnen dort Mitglied wurde. Seit dem geht's in seiner Entwicklung auch gut bergauf. Denken wir weiter an die Einlagerung des Aushubes von Stuttgart'21 im ehemaligen Gipstagebau in Niedersachswerfen, dann war auch hier wiederum eine starke Initiative aus der selben Richtung unverkennbar.

Womit sich damit die Frage "Wer sind eigentlich die Gipslobbyisten?" aufdrängt. Aber das werden die meisten Mitglieder der CDU- Fraktion sicher genau wissen. Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen und dem Bedenken, dass man jetzt die 30 Jahre Widerstand gegen Gipsabbau mit Füssen treten wird, frage ich, können sich die neuen Befürworter des Gipsabbaus noch täglich im Spiegel ansehen?
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