Sa, 12:36 Uhr
18.06.2005
Nicht enttäuscht
Nordhausen (nnz). Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen., heißt eine geflügelte Redewendung. Eine Jury hatte in den zurückliegenden Tagen den Landkreis Nordhausen erkundet. Die letzte Etappe wurde in dieser Woche absolviert.
So erlebten es die Jurymitglieder Unser Dorf hat Zukunft, als sie in den Dörfern Windehausen, Görsbach, Harzungen, Buchholz, Hainrode, Niedergebra, Friedrichsthal und Hörningen waren. Es bewahrheitete sich: In der abwechslungsreichen Landschaft der Region liegen Dörfer mit unverwechselbarer Prägung, über Jahrhunderte gewachsen. Bis Ende Juli müssen die einzelnen Landkreise ihre Entscheidung über die Platzierungen ins zuständige Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt melden. Also, die Spannung bleibt noch erhalten.
Am Donnerstag besuchte die Jury zuerst Friedrichsthal, das zur Erfüllenden Gemeinde Bleicherode gehört und von der Stadt 10 km entfernt liegt. Diesen Ort gibt es mit dieser Bezeichnung erst seit 1950, denn damals wurde er aus den Orten Bliedungen, Gratzungen und Königsthal gebildet. So ergibt es sich, dass er sehr langgestreckt ist, der Straßenanteil deshalb sehr groß ist und auch die Grünflächen, die gepflegt werden müssen, über das Maß anderer Dörfer hinausgehen. Deshalb war es beeindruckend, in welch‘ gutem Zustand letztere anzutreffen sind. Die Einwohner, 274 an der Zahl, schmücken ihren Ort mit zahlreichen Blumen und lauschigen Plätzen. Zwei Friedhöfe gibt es. Der von Bliedungen liegt hoch über dem Dorf und ermöglicht einmalige Sichten in die landschaftlich schöne Umgebung, die zum Wandern einlädt.
Friedrichsthal war 1997 bis 1999 in der Dorferneuerung, was dem Ort gut tat, vor allem auch, da sich ca. 80 Prozent der Bewohner beteiligten, und seit dem bieten die Dächer sicheren Schutz. Bürgermeister Werner Kühne, der die Jurymitglieder im Dorfgemeinschaftshaus empfing, das kürzlich einen geräumigen Anbau erhielt, erzählte sehr anschaulich über den Ort. Viele Einwohner leiden, da sie an der Landstraße L1034 wohnen, unter dem Autoverkehr. Zu viele Schwertransporter quälen die Friedrichsthaler und befahren auch den Bürgersteig. Im Ort gab es sehr viele Pappeln, und zwar wurden sie in den 50er Jahren für das Florieren der Zellstoffindustrie angebaut. Gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde wurden die, die nicht mehr standhaft waren, gefällt und Linden, Eschen, Eichen, Weiden und Ahornbäume nachgepflanzt. Ein nachahmenswertes Beispiel. Im Ort gibt es zum Beispiel die Agrargenossenschaft, die Mutterkühe hält, Jungbullen züchtet, Rindermast betreibt und zum Beispiel den Scheunenhof Sundhausen mit Qualitätsrindfleisch beliefert. Bemerkenswert ist die Chronik, die Kurt Müller führt, der lange Jahre Bürgermeister des Ortes. Auch das ist des Erwähnens wert: Die Gemeinde ist schuldenfrei.
Hörningen, ein Ortsteil von Nordhausen mit 275 Einwohnern, verfügt wie Friedrichsthal über eine attraktive Anbindung in die Natur. Die an der Peripherie gelegenen Sattelköpfe sind stets eine Wanderung wert wie auch der Aufenthalt unter der ca. 400 Jahre alten Eiche. Es ist klar, dass um dieses Baumdenkmal herum oft Feste gefeiert werden, denn feierfreudig ist man im Ort. Dafür sorgen auch die Vereine. Gemeinschaftsgefühl wird großgeschrieben, da spielt das Alter keine Rolle. Leider gelang es bis jetzt nicht, in die Dorferneuerung zu kommen.
Bürgermeister Alfred Junker führte die Jurymitglieder gemeinsam mit drei Mitgliedern des Ortschaftsrates sachkundig durch das Dorf, das von den Bewohnern bis auf ganz wenige Ausnahmen gut gepflegt wird. In den letzten Jahren zogen eine ganze Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern neu nach Hörningen, denn sie bauten sich hier ihre Häuser. So verbindet sich historisch Gewachsenes mit der Jetztzeit. Damit alle Einwohner immer auf dem Laufenden sind, was in ihrem Ort passiert, erscheint das Hörninger Informationsblatt. Neben Aktuellem ist immer auch Geschichtliches präsent, zum Beispiel wird erzählt, Wie die Hörninger zu Hummeln wurden, so nämlich der Spitzname der Bewohner.
Es gäbe über alle acht Orte, die sich am Wettbewerb beteiligten, noch viel zu berichten. Am besten ist es, man begibt sich als Bewohner unseres Landstriches selbst einmal auf eine Stippvisite. Man wird, das sei versichert, nicht enttäuscht.
Autor: nnzSo erlebten es die Jurymitglieder Unser Dorf hat Zukunft, als sie in den Dörfern Windehausen, Görsbach, Harzungen, Buchholz, Hainrode, Niedergebra, Friedrichsthal und Hörningen waren. Es bewahrheitete sich: In der abwechslungsreichen Landschaft der Region liegen Dörfer mit unverwechselbarer Prägung, über Jahrhunderte gewachsen. Bis Ende Juli müssen die einzelnen Landkreise ihre Entscheidung über die Platzierungen ins zuständige Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt melden. Also, die Spannung bleibt noch erhalten.
Am Donnerstag besuchte die Jury zuerst Friedrichsthal, das zur Erfüllenden Gemeinde Bleicherode gehört und von der Stadt 10 km entfernt liegt. Diesen Ort gibt es mit dieser Bezeichnung erst seit 1950, denn damals wurde er aus den Orten Bliedungen, Gratzungen und Königsthal gebildet. So ergibt es sich, dass er sehr langgestreckt ist, der Straßenanteil deshalb sehr groß ist und auch die Grünflächen, die gepflegt werden müssen, über das Maß anderer Dörfer hinausgehen. Deshalb war es beeindruckend, in welch‘ gutem Zustand letztere anzutreffen sind. Die Einwohner, 274 an der Zahl, schmücken ihren Ort mit zahlreichen Blumen und lauschigen Plätzen. Zwei Friedhöfe gibt es. Der von Bliedungen liegt hoch über dem Dorf und ermöglicht einmalige Sichten in die landschaftlich schöne Umgebung, die zum Wandern einlädt.
Friedrichsthal war 1997 bis 1999 in der Dorferneuerung, was dem Ort gut tat, vor allem auch, da sich ca. 80 Prozent der Bewohner beteiligten, und seit dem bieten die Dächer sicheren Schutz. Bürgermeister Werner Kühne, der die Jurymitglieder im Dorfgemeinschaftshaus empfing, das kürzlich einen geräumigen Anbau erhielt, erzählte sehr anschaulich über den Ort. Viele Einwohner leiden, da sie an der Landstraße L1034 wohnen, unter dem Autoverkehr. Zu viele Schwertransporter quälen die Friedrichsthaler und befahren auch den Bürgersteig. Im Ort gab es sehr viele Pappeln, und zwar wurden sie in den 50er Jahren für das Florieren der Zellstoffindustrie angebaut. Gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde wurden die, die nicht mehr standhaft waren, gefällt und Linden, Eschen, Eichen, Weiden und Ahornbäume nachgepflanzt. Ein nachahmenswertes Beispiel. Im Ort gibt es zum Beispiel die Agrargenossenschaft, die Mutterkühe hält, Jungbullen züchtet, Rindermast betreibt und zum Beispiel den Scheunenhof Sundhausen mit Qualitätsrindfleisch beliefert. Bemerkenswert ist die Chronik, die Kurt Müller führt, der lange Jahre Bürgermeister des Ortes. Auch das ist des Erwähnens wert: Die Gemeinde ist schuldenfrei.
Hörningen, ein Ortsteil von Nordhausen mit 275 Einwohnern, verfügt wie Friedrichsthal über eine attraktive Anbindung in die Natur. Die an der Peripherie gelegenen Sattelköpfe sind stets eine Wanderung wert wie auch der Aufenthalt unter der ca. 400 Jahre alten Eiche. Es ist klar, dass um dieses Baumdenkmal herum oft Feste gefeiert werden, denn feierfreudig ist man im Ort. Dafür sorgen auch die Vereine. Gemeinschaftsgefühl wird großgeschrieben, da spielt das Alter keine Rolle. Leider gelang es bis jetzt nicht, in die Dorferneuerung zu kommen.
Bürgermeister Alfred Junker führte die Jurymitglieder gemeinsam mit drei Mitgliedern des Ortschaftsrates sachkundig durch das Dorf, das von den Bewohnern bis auf ganz wenige Ausnahmen gut gepflegt wird. In den letzten Jahren zogen eine ganze Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern neu nach Hörningen, denn sie bauten sich hier ihre Häuser. So verbindet sich historisch Gewachsenes mit der Jetztzeit. Damit alle Einwohner immer auf dem Laufenden sind, was in ihrem Ort passiert, erscheint das Hörninger Informationsblatt. Neben Aktuellem ist immer auch Geschichtliches präsent, zum Beispiel wird erzählt, Wie die Hörninger zu Hummeln wurden, so nämlich der Spitzname der Bewohner.
Es gäbe über alle acht Orte, die sich am Wettbewerb beteiligten, noch viel zu berichten. Am besten ist es, man begibt sich als Bewohner unseres Landstriches selbst einmal auf eine Stippvisite. Man wird, das sei versichert, nicht enttäuscht.


