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Fr, 08:23 Uhr
22.05.2020
Artensterben geht ungebremst weiter

Zum Tag der Biodiversität

Der 22. Mai ist der internationale Tag der biologischen Vielfalt. Grund genug für unseren Leser Manfred Kappler auf das rasante Artensterben hinzuweisen, das seiner Meinung nach ungebremst weitergeht....

Die Biodiversität steht auf Alarmstufe Rot: um den Reichtum der Natur steht es schlechter denn je. Das aktuelle Artensterben geht bis zu 100-mal schneller als im Durchschnitt der vergangenen 10 Millionen Jahre. Wenn wir uns nicht ändern werden in den nächsten Jahren über eine Million von Arten verschwinden, welches erhebliche Folgen für unser Leben haben wird.

Der Verlust von Bestäubungsinsekten wird unsere Nahrungsmittel-produktion in erhebliche Schwierigkeiten bringen und Verluste bis ca. 500 Milliarden Dollar pro Jahr erreichen. Unsere ökologischen Reserven schrumpfen von Jahr zu Jahr mehr. Der Verursacher ist auch hier eindeutig der Mensch.

Die Intensivierung der Landwirtschaft, die Vernichtung unserer Wälder, besonders der Regen- und Tropenwälder, der ungebremste Ressourcenverbrauch bis hin zum Klimawandel sind die von uns hausgemachten Ursachen.
Laut Living Planet Report verbrauchen wir Menschen jährlich mehr als 70% Naturgüter als sich erneuern kann.

Durch unsere Gier nach einem Immer mehr verbunden mit dem ständig steigenden Ressourcenhunger verbrauchen wir die letzten ökologischen Reserven der Erde. Weltweit ist der ökologische Gesundheitszustand auf einen alarmierenden Tiefpunkt gelandet.
Die Bestände von über 4.000 untersuchten Wirbeltierarten sind seit 1970 um fast 65% zurückgegangen. In Süd- und Zentralamerika sanken die Bestände von Säugetieren, Vögeln, Fischen, Amphibien und Reptilien um mehr als 90%.

Wir hier in Deutschland haben einen sehr großen Anteil am Rückgang der biologischen Vielfalt. Durch unsere Ernährung und unseren Lebensstil, fallen weltweit die Bäume, werden Flüsse verschmutzt und ganze Tierbestände und Arten fallen diesem zum Opfer. Sie sind unwiederbringlich-lich ausgerottet.
Da wir Menschen mit zu der Artenvielfalt, der Biodiversität, der Erde gehören befinden wir uns auf dem Weg zur Selbstausrottung.

Wie sieht es in Deutschland und Europa aus? Durch die Intensivierung der Landwirtschaft ist es zu gravierenden Folgen unserer Umwelt gekommen. Sehr viele Hecken, kleine Wälder und Gewässer mussten verschwinden für großflächige Äcker- und Anbauflächen. Auch die Artenvielfalt und die Zahl von Ackerwildkräutern, wie Kornblume, Mohn, Feldrittersporn, Kamille, und vieles mehr sind seit 1960 um ca. 75 % zurückgedrängt worden.

Nicht nur die Verdrängung aus den Lebensräumen und der Einsatz von Großraumtechnik, gefährden die biologische Vielfalt. Hier kommt auch noch verstärkt der massenhafte Einsatz von Agrargiften und eine Überdüngung als Gefahr für die gesamte biologisch Vielfalt und die Umwelt in Betracht.

Durch die chemische Vernichtung der Bodenorganismen, mit Würmern und Insekten werden gleichzeitig unsere Feldvögel mit vernichtet. Die Zahl von 37 untersuchten Feldvogelarten ist in den letzten 30 Jahren um über die Hälfte verringert worden. Besonders betroffen sind der Kiebitz, die Feldlerche und die Rauchschwalben. Den Vögeln fehlt einfach ihre Nahrungsquelle, mitverursacht durch das massenhafte Insektensterben, verursacht durch die sogenannten Pflanzenschutzmittel und Insektengifte der Landwirtschaft. Mitbetroffen sind auch unsere Amphibien und Kleintierarten.

Über 80% aller Wild- und Kulturpflanzen werden von Insekten bestäubt. Dieser Verlust an Insekten, über 75% der Insektenbiomasse sind in Europa bereits vernichtet worden. Dieser Verlust bedroht massiv auch unsere Ernährung.

Währe hier nicht ein sofortiges Umdenken und Handeln angebracht und notwendig? Wir sollten die biologische Vielfalt nicht weiter vernichten, sondern diese schützen und vermehren. Dieses aber im Kleinen wie im Großen.

Globale Verantwortung Deutschlands 
Um unserer globalen Verantwortung gerecht zu werden, fordert der WWF, EU-weite Nachhaltigkeitskriterien für importierte Agrar- und Mineralrohstoffe einzuführen, damit für unseren Wohlstand anderswo keine Wälder mehr abgeholzt werden. Für den weltweiten Wälder- und Biodiversitätsschutz muss Deutschland in Zukunft mindestens eine Milliarde Euro pro Jahr bereitstellen.
Manfred Kappler
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare

22.05.2020, 09.23 Uhr
Salatrachen | Es ist zwei vor 12!!
Dieses Jahr keine Rauchschwalben in unserer Scheune, wenig. Schnecken und Amphibien.Waren gestern wandern von der Sägemühle nach Stolberg .Ein Grauen! Borken Käfer und schwere Technik plus 3 Jahre Dürre haben aus dem Wald ein Schlachtfeld gemacht.Die Mitschuld trifft jeden!(mehr oder weniger)

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22.05.2020, 09.52 Uhr
Wolfi65 | Wie, keine Schnecken?
Schmecken gibt auch dieses Jahr wieder genug.
Es scheint wohl eher eine Lokales Problem zu sein.

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