Mi, 11:01 Uhr
15.06.2005
Einem Harzer zur Ehre
Nordhausen (nnz). Während des Harzfestes, das am Wochenende zum 2. Male in Ilfeld stattfindet, kann ein verdienstvoller Forstmann an seiner ehe-maligen Wirkungsstätte durch das Einweihen eines Gedenksteines gewürdigt und geehrt werden. Wer das ist? Einfach klicken!
Die Rede ist von dem Hohensteinischen und Stolberg-Werni-geröder Oberforst- und Jägermeister Hans-Dietrich von Zanthier (1717-1778), der vom damaligen Grafen Christian Ernst von Stolberg-Wernigerode als Dreißig-jähriger in den Jahren 1747/48 mit der Betreuung der drei ehemaligen Gebiete Rothesütter Revier, Schmerplätzer Revier und Huftäler Revier beauftragt wurde.
Eine so große regionale Veranstaltung wie das Harzfest sollte auch Anlass sein, Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, die aus entfernteren Regionen anreisen, in diesen Raum zu führen. Ist diese Motivation, mit den Harzern zu feiern, allein nicht ausreichend, dann sollte die Zanthier - Ehrung für die zahlreich eingeladenen Gäste Anschubhilfe bei einer Prämissensetzung bezüglich deren Terminplanungen sein und hoffentlich Vorrang haben.
Für den Landrat des Landkreises Nordhausen, Joachim Claus, war dieses jedenfalls nicht besonders schwierig. Im Gegenteil: Ohne Zögern und jegliche Umschweife kam er sofort freudig der Bitte nach, über dieses Ereignis die Schirmherrschaft zu übernehmen. Diese wurde ihm von der im Vorjahr in llsenburg gegründeten Gesellschaft der Freunde und Förderer der Schule der Nach-haltigkeit e.V. - Zanthiers ehemalige Forstakademie in llsenburg - als Bitte angetragen. Diese Gesellschaft sieht sich in der Pflicht, das Vermächtnis Zanthiers zu bewahren und fortzuführen.
Im Landratsamt Nordhausen sieht man die mit der Weltumweltkonferenz von Rio 1992 neuentdeckten Nachhaltigkeitsforderungen, deren Entwicklungen als Lebensprinzip und Wirtschaftsgrundsätze und als globale Überlebensstrategie folgerichtig an erster Rangordnung.
Allerdings wird auch klar, dass der bewährte Begriff der Nachhaltigkeit aus dem 18. Jahrhundert heute mehr und mehr verwässert wird. Es wurde schicklich, sich damit zu schmücken, wenn es um Dinge geht, die bewahrungswürdig und stets greifbar sind. Praktisch wird suggeriert, man hat etwas erfunden, was jederzeit verfügbar ist und sich nie erschöpft.
Doch die Väter der Nachhaltigkeit wie Zanthier haben etwas anderes damit verbunden: Angesichts der herrschenden Holznot, bedingt durch die Wirren des 3Ojährigen Krieges, einer zügel- und regellosen Holznutzung durch Raubbau, aber auch durch die herrschenden Gerechtsamen des Bergbaues, besonders im Harz und des für jedermann offenen Vieheintriebs in die Wälder, wurde von diesen weitsichtigen Forstleuten eine Art Vorratswirtschaft als unabdingbar angesehen.
Seit nunmehr 250 Jahren heißt die Devise : Es darf nicht mehr Holz eingeschlagen werden, als jährlich nach-wächst. Freilich ist durch Forstwissenschaftler die Definition der Nachhaltigkeit im Zuge der Zeit immer neu modifiziert worden.
Dem Nordhäuser Landrat und vielen Harzfreunden geht es aber mit der bevorstehenden Gedenksteineinweihung auch um eine große Möglichkeit und Chance zugleich, damit deutlicher zu machen, dass der Harz, gestützt auf historische Errungenschaften, auch weiterhin länderübergreifend und nachhaltig als vorbildliche Naturregion zu entwickeln ist. Diese Aussage allein ist schon Harzfest- Manifest!
Ja, und was hat Zanthier weiterhin damit zu tun? Sehr viel, doch lassen wir hierzu am 18.06. nach dem Grußwort des Landrates zunächst den Herrn Prof. Dr. Kurth - ehemaliger langjähriger Tharandter Forsthochschul-Professor - mit einem Vortrag zur Würdigung von Zanthier zu Worte kommen. Wir lassen uns bei der Rückbesinnung auf das 18. Jahrhundert für kurze Zeit gefangen nehmen von einem Jahrhundert der Kriege, der beginnenden Industrialisierung, der Freund-schaftsidee (Gleim), der Romantik, der Schulbildung, einem Bach, Telemann, Händel und Goethe‚ aber eben auch von einem Zanthier, einem Jahrhundert, das wir gern werten als Jahrhundert der Aufklärung, der Vernunft, des Verstandes, der wirtschaftlichen Tat.
Die Gedenkfeierlichkeiten zu Ehren Hans-Dieter von Zanthiers finden für interessierte Natur- und Harzfreunde am Samstag, dem 18. Juni, um 11.00 Uhr vor der Gaststätte Brauner Hirsch in Ilfeld, OT Sophienhof, statt.
Nicht nur die Forstwirtschaft, deren Geschichte faszinierende Keimzelle für deutsche wie auch europäische Kultur darstellt, kann auf Männer wie Hans-Dietrich von Zanthier mit Stolz verweisen, wir alle könnten und sollten uns dem gelebten und als Lehre weitergegebenen Credo dieses alten Sophienhöfers nicht verschließen: Es ist gewiß, daß kein Mensch bloß für sich, sondern auch für Andere und die Nachkommenschaft leben muß.
So gesehen, wird also die Einweihung dieses Gedenksteines nicht als Randerscheinung des Harzfestes 2005 erfolgen, sondern auch deutlich gewichtet und hervorgehoben im festen Rahmen des größten Harzer Festes zur künftigen geschichtlichen Bedeutung wachsen können.
Autor: nnzDie Rede ist von dem Hohensteinischen und Stolberg-Werni-geröder Oberforst- und Jägermeister Hans-Dietrich von Zanthier (1717-1778), der vom damaligen Grafen Christian Ernst von Stolberg-Wernigerode als Dreißig-jähriger in den Jahren 1747/48 mit der Betreuung der drei ehemaligen Gebiete Rothesütter Revier, Schmerplätzer Revier und Huftäler Revier beauftragt wurde.
Eine so große regionale Veranstaltung wie das Harzfest sollte auch Anlass sein, Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, die aus entfernteren Regionen anreisen, in diesen Raum zu führen. Ist diese Motivation, mit den Harzern zu feiern, allein nicht ausreichend, dann sollte die Zanthier - Ehrung für die zahlreich eingeladenen Gäste Anschubhilfe bei einer Prämissensetzung bezüglich deren Terminplanungen sein und hoffentlich Vorrang haben.
Für den Landrat des Landkreises Nordhausen, Joachim Claus, war dieses jedenfalls nicht besonders schwierig. Im Gegenteil: Ohne Zögern und jegliche Umschweife kam er sofort freudig der Bitte nach, über dieses Ereignis die Schirmherrschaft zu übernehmen. Diese wurde ihm von der im Vorjahr in llsenburg gegründeten Gesellschaft der Freunde und Förderer der Schule der Nach-haltigkeit e.V. - Zanthiers ehemalige Forstakademie in llsenburg - als Bitte angetragen. Diese Gesellschaft sieht sich in der Pflicht, das Vermächtnis Zanthiers zu bewahren und fortzuführen.
Im Landratsamt Nordhausen sieht man die mit der Weltumweltkonferenz von Rio 1992 neuentdeckten Nachhaltigkeitsforderungen, deren Entwicklungen als Lebensprinzip und Wirtschaftsgrundsätze und als globale Überlebensstrategie folgerichtig an erster Rangordnung.
Allerdings wird auch klar, dass der bewährte Begriff der Nachhaltigkeit aus dem 18. Jahrhundert heute mehr und mehr verwässert wird. Es wurde schicklich, sich damit zu schmücken, wenn es um Dinge geht, die bewahrungswürdig und stets greifbar sind. Praktisch wird suggeriert, man hat etwas erfunden, was jederzeit verfügbar ist und sich nie erschöpft.
Doch die Väter der Nachhaltigkeit wie Zanthier haben etwas anderes damit verbunden: Angesichts der herrschenden Holznot, bedingt durch die Wirren des 3Ojährigen Krieges, einer zügel- und regellosen Holznutzung durch Raubbau, aber auch durch die herrschenden Gerechtsamen des Bergbaues, besonders im Harz und des für jedermann offenen Vieheintriebs in die Wälder, wurde von diesen weitsichtigen Forstleuten eine Art Vorratswirtschaft als unabdingbar angesehen.
Seit nunmehr 250 Jahren heißt die Devise : Es darf nicht mehr Holz eingeschlagen werden, als jährlich nach-wächst. Freilich ist durch Forstwissenschaftler die Definition der Nachhaltigkeit im Zuge der Zeit immer neu modifiziert worden.
Dem Nordhäuser Landrat und vielen Harzfreunden geht es aber mit der bevorstehenden Gedenksteineinweihung auch um eine große Möglichkeit und Chance zugleich, damit deutlicher zu machen, dass der Harz, gestützt auf historische Errungenschaften, auch weiterhin länderübergreifend und nachhaltig als vorbildliche Naturregion zu entwickeln ist. Diese Aussage allein ist schon Harzfest- Manifest!
Ja, und was hat Zanthier weiterhin damit zu tun? Sehr viel, doch lassen wir hierzu am 18.06. nach dem Grußwort des Landrates zunächst den Herrn Prof. Dr. Kurth - ehemaliger langjähriger Tharandter Forsthochschul-Professor - mit einem Vortrag zur Würdigung von Zanthier zu Worte kommen. Wir lassen uns bei der Rückbesinnung auf das 18. Jahrhundert für kurze Zeit gefangen nehmen von einem Jahrhundert der Kriege, der beginnenden Industrialisierung, der Freund-schaftsidee (Gleim), der Romantik, der Schulbildung, einem Bach, Telemann, Händel und Goethe‚ aber eben auch von einem Zanthier, einem Jahrhundert, das wir gern werten als Jahrhundert der Aufklärung, der Vernunft, des Verstandes, der wirtschaftlichen Tat.
Die Gedenkfeierlichkeiten zu Ehren Hans-Dieter von Zanthiers finden für interessierte Natur- und Harzfreunde am Samstag, dem 18. Juni, um 11.00 Uhr vor der Gaststätte Brauner Hirsch in Ilfeld, OT Sophienhof, statt.
Nicht nur die Forstwirtschaft, deren Geschichte faszinierende Keimzelle für deutsche wie auch europäische Kultur darstellt, kann auf Männer wie Hans-Dietrich von Zanthier mit Stolz verweisen, wir alle könnten und sollten uns dem gelebten und als Lehre weitergegebenen Credo dieses alten Sophienhöfers nicht verschließen: Es ist gewiß, daß kein Mensch bloß für sich, sondern auch für Andere und die Nachkommenschaft leben muß.
So gesehen, wird also die Einweihung dieses Gedenksteines nicht als Randerscheinung des Harzfestes 2005 erfolgen, sondern auch deutlich gewichtet und hervorgehoben im festen Rahmen des größten Harzer Festes zur künftigen geschichtlichen Bedeutung wachsen können.


