Fr, 17:03 Uhr
10.06.2005
Die Hexe fehlte
Nordhausen (nnz). Auf dem Nordhäuser Rathausplatz ist vor wenigen Minuten das 37. Rolandsfest eröffnet worden. Neu war in diesem Jahr vor allem die Besetzung der Rolandgruppe. Doch der weibliche Part, die Hexe, fehlte auf der Bühne. Die nnz begab sich auf die Suche...
Die Hexe fehlte (Foto: nnz)
...und musste den Blick gen Himmel richten. Der Zwanziger, der Ewersberg und der Roland höchstselbst waren schon längst auf den Brettern, die die Zweieinhalb-Tage-Welt bedeuten sollen, da fehlte das neue Weibsbild noch. Die Hexe kam mit dem Hubschrauber und hatte so ihre Schwierigkeiten mit dem Landeanflug in Nordhausen. In Nordhausen-Ost wollte sie auf einem Sechsgeschosser landen, doch der war nicht mehr da. In Nordhausen-Nord hatte sich das Weib vom Brocken einen Fußweg auserkoren, doch die maroden Gehwegplatten machten die Landung zunichte. Und schließlich gab es ja noch das Industriegebiet in der Goldenen Aue, doch auch hier waren die Mühen vergebens. Die Hexe suchte dort den Aufschwung Ost, fand ihn nicht und düste mit ihrem Besen schnell auf den Rathausplatz.
Dort warteten die Nordhäuser auf das Quartett und bedachten es mit einem großen Beifall, als es dann komplett war. Und na klar, es machte sich lustig über die raffinierte Lösung beim Eintritt in das LGS-Gelände, mahnte die Schmierereien an vielen Gebäuden der Stadt an und dankten den vielen Ehrenamtlichen für ihre Arbeit. Die sind zwar nicht wohlhabend, aber anständig, so der Kommentar des neuen Rolands.
Politik gab es auch auf die Ohren, Hartz IV oder den 1-Euro-Job für Prof. Zwanziger und dann wurde noch angemerkt, dass die Mitglieder der SPD wohl kaum noch das bekannte Arbeiterlied singen könnten. Dafür würde wohl ab Herbst gemerkelt und gestoibert. Was Insider eigentlich erwarteten, das fehlte im Eröffnungsprogramm: Die Kritik am aktuellen Festplakat oder am Tabakspeicher. Überhaupt: In den zurückliegenden Jahren gab es mehr Deftiges in Richtung Stadtverwaltung. Aber vielleicht wird das im Verlaufe der kommenden Tage anders, vielleicht auch im nächsten Jahr.
Am Rande des Geschehens stand der alte Roland, Peter Schwarz. Letztlich war er zufrieden mit seinen Kollegen, vielleicht war da auch ein wenig Wehmut zu spüren. Schwarz meinte nur, er haben gehört, in diesem Jahr war die Einflußnahme fast schlimmer wie zu DDR-Zeiten.
Autor: nnz
Die Hexe fehlte (Foto: nnz)
...und musste den Blick gen Himmel richten. Der Zwanziger, der Ewersberg und der Roland höchstselbst waren schon längst auf den Brettern, die die Zweieinhalb-Tage-Welt bedeuten sollen, da fehlte das neue Weibsbild noch. Die Hexe kam mit dem Hubschrauber und hatte so ihre Schwierigkeiten mit dem Landeanflug in Nordhausen. In Nordhausen-Ost wollte sie auf einem Sechsgeschosser landen, doch der war nicht mehr da. In Nordhausen-Nord hatte sich das Weib vom Brocken einen Fußweg auserkoren, doch die maroden Gehwegplatten machten die Landung zunichte. Und schließlich gab es ja noch das Industriegebiet in der Goldenen Aue, doch auch hier waren die Mühen vergebens. Die Hexe suchte dort den Aufschwung Ost, fand ihn nicht und düste mit ihrem Besen schnell auf den Rathausplatz.
Dort warteten die Nordhäuser auf das Quartett und bedachten es mit einem großen Beifall, als es dann komplett war. Und na klar, es machte sich lustig über die raffinierte Lösung beim Eintritt in das LGS-Gelände, mahnte die Schmierereien an vielen Gebäuden der Stadt an und dankten den vielen Ehrenamtlichen für ihre Arbeit. Die sind zwar nicht wohlhabend, aber anständig, so der Kommentar des neuen Rolands.
Politik gab es auch auf die Ohren, Hartz IV oder den 1-Euro-Job für Prof. Zwanziger und dann wurde noch angemerkt, dass die Mitglieder der SPD wohl kaum noch das bekannte Arbeiterlied singen könnten. Dafür würde wohl ab Herbst gemerkelt und gestoibert. Was Insider eigentlich erwarteten, das fehlte im Eröffnungsprogramm: Die Kritik am aktuellen Festplakat oder am Tabakspeicher. Überhaupt: In den zurückliegenden Jahren gab es mehr Deftiges in Richtung Stadtverwaltung. Aber vielleicht wird das im Verlaufe der kommenden Tage anders, vielleicht auch im nächsten Jahr.
Am Rande des Geschehens stand der alte Roland, Peter Schwarz. Letztlich war er zufrieden mit seinen Kollegen, vielleicht war da auch ein wenig Wehmut zu spüren. Schwarz meinte nur, er haben gehört, in diesem Jahr war die Einflußnahme fast schlimmer wie zu DDR-Zeiten.

