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Fr, 09:55 Uhr
10.06.2005

(Wahl)Kampf in der PDS

Nordhausen (nnz). Obwohl die Partei der Demokratischen Sozialisten – so darf man heute ja noch schreiben – auch im neuen Wahlkreis kaum eine Chance auf das Direktmandat zur Bundestagswahl haben wird, geht das Hauen und Stechen hinter den Kulissen los. Die nnz hat einen Blick genau dorthin gewagt.


Es war im Jahr 2004, die Landtagswahlen waren für „Links“ in Thüringen zwar verloren, doch der zweite Gewinner – nach der CDU – war die PDS. Vor allem im Landkreis Nordhausen. Und so machte der weit entfernte Landesvorstand den Sozialisten im hohen Norden ein Geschenk. Werner Buse aus dem Eichsfeld durfte ein Wahlkreisbüro in der Barfüßerstraße eröffnen. In der damaligen Euphorie machte einer der Sprecher der Kreis-PDS die Ansage, dass der nächste Bundestagskandidat nicht aus dem Eichsfeld, sondern aus dem Landkreis Nordhausen kommen müsse. Man erinnere sich an das Jahr 2002: Matthias Mitteldorf war im Vorfeld gegen Gerhard Jüttemann ausgekontert worden, Jüttemann hatte mit der PDS den Einzug in den Bundestag verpasst. Und so viel war danach vom „Wieder-Bergmann“ aus dem Eichsfeld auch nicht mehr zu sehen, außer der Tauben-Aktion im September 2003.

Doch die damals gemachte Ansage von Rainer Bachmann, der nun Fraktionschef seiner Partei im Kreistag ist, die will er nicht mehr gelten lassen. Heute sagte Bachmann zur nnz: „Der Kandidat, der die besten Chancen hat, der soll für die PDS in den Wahlkampf ziehen. Und der muß nicht unbedingt aus dem Landkreis Nordhausen kommen!“ Hintergrund dieses Wandels ist schlicht und ergreifend die Tatsache, dass es nicht etwa einen Interessenten aus Nordhausen gibt, sondern vermutlich dessen Namen: Detlef Hauthal! Bachmann und Hauthal können nicht sonderlich miteinander. Und das hat vor allem seinen Grund, weil Hauthal den Bachmann-Deal mit der SPD nicht mitgehen will.

Dieser Deal, von dem in der nnz schon viel geschrieben wurde, geht von einer politischen Arbeitsteilung bei den Oberbürgermeister- und Landratswahlen im kommenden Jahr aus. Die will Hauthal nicht mitmachen. Er kann nicht verstehen, warum die PDS-Basis eine Oberbürgermeisterin im Wahlkampf unterstützen soll, deren Partei doch für den größten Sozialabbau in der jüngeren deutschen Geschichte steht? Hauthal ist auch gegen den Deal, weil man ihm eigene OB-Kandidaten-Ambitionen nachsagt.

Ende dieses Monats sollen die PDS-Mitglieder des Landkreises Nordhausen nicht nur die Delegierten für die Wahlkreisversammlung in Leinefelde beschließen, dort sollen sie sich auch klar zu einem Kandidaten bekennen, fordert Hauthal. Im Gespräch sind übrigens auch noch Matthias Mitteldorf, der nach der Politikerweisheit verfährt „wenn ihr mich ruft, dann komme ich“, aber auch mit Gerhard Jüttemann sollten sich die Nordhäuser wieder beschäftigen. Der hat zwar bundestagstechnische Erfahrung, sollte in der PDS wohl eher ein politisches Vorruhestandsmodell sein. Das wiederum hatten die Landesvorständler im vergangenen Jahr erkannt und selbst der Parteitag reichte den Eichsfelder Taubenzüchter auf der Landesliste weit und chancenlos nach unter durch.
Autor: nnz

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