Do, 14:28 Uhr
09.06.2005
Einer für zwei
Nordhausen/Sondershausen (nnz). Im Jahr 2001 wurde das 1. Max-Bruch-Fest durch das Loh-Orchester - damals noch unter Peter Stangel - ins Leben gerufen. Jetzt wird es zur Tradition gemacht und die erfolgreichen Konzertreihen fortgeführt. Am Mittwoch gab es für zwei Orchester nur einen Dirigenten. Und das war keine Panne..
Eröffnet wurde das Konzert mit einem kurzen Vorspiel aus der Oper Loreley. Gefolgt von dem 3. Konzert für Violine und Orchester d-Moll, op.58 von Bruch, gespielt von Marek Adam Smentek. Der sonstige Konzertmeister des Loh-Orchester spielte ein hervorragendes Solodebut, was besonders seinen Reiz durch die Akustik der Kirche bekam. Was man sonst in einem doch recht trockenen Konzertsaal zu hören bekommt, verschwamm hier zu einem fast schon sphärischen Klang, besonders, wenn man weit vom Orchester weg war.
Ein besonderes Augenmerk lag auch auf dem präzisen Dirigat des Dirigenten Hiroaki Masuda, dessen Fingerspitzengefühl vor allem im 2. Teil des Abends gefragt war, als die beiden Orchester (Loh-Orchster und Hey-Orgel) aufeinander trafen.
Mit einem kraftvollen Einsatz der Blechbläser und einer tutti registrieren Orgel aus dem Rücken des zahlreich erschienenen Publikums, wurde die Suite für Orchester und Orgel von Bruch eingeleitet.
Während sich der Zuhörer erst an das Meer von Klängen gewöhnen musste, die ja in diesem Fall nicht nur von vorne, sondern von überall her aus dem Raum kamen, zeigten Jens Goldhardt und Hiroaki Masuda, was perfekte Koordination ist. Durch einen Bildschirm direkt neben dem Spieltisch des Organisten und Boxen die neben der Orgelbank waren, sah und hörte Goldhardt das Orchester und den Dirigenten unmittelbar vor sich, was wahrscheinlich einen unmöglichen Klang für den Organisten ergeben hat, da die Klangverschiebung im Raum durch die Distanz von Orgel und Orchester doch sehr groß ist. Man stellt also fest, dass der Organist den schlechtesten Platz hat, da die Musik von seiner Orgel über ihn hinweg geht und er nie das Klangerlebniss hat, wie der Zuhörer im Kirchenschiff. Das Auditorium selbst hat von dieser Schwierigkeit nichts mitbekommen und nur grandiose Musik gehört.
Die Suite für Orgel und Orchester von Bruch ist darüber hinaus nicht nur für das Publikum ein sehr dankbares Stück, sondern auch für die Instrumentalisten, da es einen Ausgleich von beiden "Orchestern" ergibt und niemanden zu sehr in den Hintergrund rückt, wie es bei anderen Werken, etwa bei Saint-Saens der Fall ist, wo die Orgel nicht wirklich viel zu tun hat. Überhaupt gibt es nur wenig Literatur dieser Art, eben wegen der Schwierigkeit, Orchester und Orgel nebeneinander zu stellen und den Klangt trotzdem nicht zu überlasten. Neben Petr Eben und Charles Maria Widor zählt Bruch wohl doch zu einem der bedeutensten Komponisten der Orgel-Orchester-Gattung.
Katrin Landgraf
Autor: nnzEröffnet wurde das Konzert mit einem kurzen Vorspiel aus der Oper Loreley. Gefolgt von dem 3. Konzert für Violine und Orchester d-Moll, op.58 von Bruch, gespielt von Marek Adam Smentek. Der sonstige Konzertmeister des Loh-Orchester spielte ein hervorragendes Solodebut, was besonders seinen Reiz durch die Akustik der Kirche bekam. Was man sonst in einem doch recht trockenen Konzertsaal zu hören bekommt, verschwamm hier zu einem fast schon sphärischen Klang, besonders, wenn man weit vom Orchester weg war.
Ein besonderes Augenmerk lag auch auf dem präzisen Dirigat des Dirigenten Hiroaki Masuda, dessen Fingerspitzengefühl vor allem im 2. Teil des Abends gefragt war, als die beiden Orchester (Loh-Orchster und Hey-Orgel) aufeinander trafen.
Mit einem kraftvollen Einsatz der Blechbläser und einer tutti registrieren Orgel aus dem Rücken des zahlreich erschienenen Publikums, wurde die Suite für Orchester und Orgel von Bruch eingeleitet.
Während sich der Zuhörer erst an das Meer von Klängen gewöhnen musste, die ja in diesem Fall nicht nur von vorne, sondern von überall her aus dem Raum kamen, zeigten Jens Goldhardt und Hiroaki Masuda, was perfekte Koordination ist. Durch einen Bildschirm direkt neben dem Spieltisch des Organisten und Boxen die neben der Orgelbank waren, sah und hörte Goldhardt das Orchester und den Dirigenten unmittelbar vor sich, was wahrscheinlich einen unmöglichen Klang für den Organisten ergeben hat, da die Klangverschiebung im Raum durch die Distanz von Orgel und Orchester doch sehr groß ist. Man stellt also fest, dass der Organist den schlechtesten Platz hat, da die Musik von seiner Orgel über ihn hinweg geht und er nie das Klangerlebniss hat, wie der Zuhörer im Kirchenschiff. Das Auditorium selbst hat von dieser Schwierigkeit nichts mitbekommen und nur grandiose Musik gehört.
Die Suite für Orgel und Orchester von Bruch ist darüber hinaus nicht nur für das Publikum ein sehr dankbares Stück, sondern auch für die Instrumentalisten, da es einen Ausgleich von beiden "Orchestern" ergibt und niemanden zu sehr in den Hintergrund rückt, wie es bei anderen Werken, etwa bei Saint-Saens der Fall ist, wo die Orgel nicht wirklich viel zu tun hat. Überhaupt gibt es nur wenig Literatur dieser Art, eben wegen der Schwierigkeit, Orchester und Orgel nebeneinander zu stellen und den Klangt trotzdem nicht zu überlasten. Neben Petr Eben und Charles Maria Widor zählt Bruch wohl doch zu einem der bedeutensten Komponisten der Orgel-Orchester-Gattung.
Katrin Landgraf

