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Di, 16:33 Uhr
24.03.2020
ANTON ADLERAUGE MEINT:

Geduld und Zuversicht


Ich traute meinen Augen nicht: Als ich heute gegen 9.30 Uhr die Tür zum Warteraum der Orthopädie-Praxis in der Käthe-Kollwitz-Straße öffnete, erblickte ich gähnende Leere. Einmalig in all den Jahren. Die Tür zur Anmeldung geschlossen. Keine Schwester zu sehen...

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Patienten, war zu lesen, sollten im Warteraum warten, bis man sie rufe. Solche, die über Fieber, Kopfweh und Übelkeit klagten, fern bleiben, sich mit ihrem Hausarzt konsultieren. Auf die Minute, terminpünktlich, kam ich an die Reihe: Stoßwellentherapie gegen Fersensporn. Übrigens, sei zudem lobend erwähnt, hielten sich meine Wartezeiten bei Terminvorgaben beim stets freundlichen Facharzt Carsten Jäger stets in überschaubaren Grenzen.

Bis zum Termin beim Augenarzt Dr. Olaf Klieme blieb genügend Zeit für die Einkehr beim Bäcker Steinke im Grimmel. „Bitte nicht mehr als zwei Personen gleichzeitig eintreten“, war auf einem Aushang an der Eingangstür zu lesen. Im Laden nur eine Person. Hinter mir kein weiterer Kunde. So trat ich ein und konnte genügend Abstand halten.

Gegen 11.30 Uhr stand ich vor der Tür des Augenarztes. „Wir behandeln vorrangig nur Notfälle“, tat die Praxis schriftlich kund. Ich war zwar kein Notfall, trat dennoch mutig ein. Kein Patient in dem oft bis auf den letzten Platz gefüllten Wartezimmer. Zwei freundliche Schwestern, wie die beim Orthopäden mit Mundschutz versehen, hintern Tresen. Kaum Platz genommen, rief man mich zur Sehschärfenprüfung. Minuten später saß ich dem Doktor gegenüber.

Viele Patienten würden wegen der Gefahr, sich womöglich anzustecken, derzeit allgemein Termine absagen. Was notwendig sei, würden wir als Praxis managen, klärte mich der sympathische Arzt auf. Derart gehandhabt, kämen sich die Patienten nicht zu nahe, was die Gefahr, sich mit Corona zu infizieren, reduziere. Unmöglich, wenn Patienten Stuhl an Stuhl sitzen.

Wenn das in normalen Zeiten immer so wäre: Keine proppenvolle Wartezimmer mit stundenlangen Geduldsproben, bevor man an der Reihe ist. Könnte man, mit Verlaub, aus der gegenwärtigen gehandhabten Situation nicht die Lehre ziehen, dass sich auch in normalen Zeiten mit exakt geplanten Terminvorgaben, die auch einzuhalten sind, sowohl Patienten –als auch Ärztestress vermeiden ließe?
Anton Adlerauge
Autor: red

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