Di, 12:53 Uhr
31.05.2005
In Schutz genommen
Nordhausen (nnz). Morgen feiern für allen die Jüngsten den Internationalen Kindertag. Doch auch in Thüringen gibt es für viele Kinder nicht viel zu lachen. Erschreckende Zahlen belegen das.
Im Jahr 2004 wurden in Thüringen 990 vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche durchgeführt, davon 987 Inobhutnahmen und 3 Herausnahmen aus der Familie. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 163 Maßnahmen bzw. 19,7 Prozent mehr als im Jahr 2003. Das war der höchste Stand seit Einführung der Statistik im Jahr 1995. Vor 10 Jahren wurden 402 vorläufige Schutzmaßnahmen von den Jugendämtern und freien Trägern der Jugendhilfe gemeldet. Diese Maßnahmen, zu denen auch die Unterbringung in Kinderheimen oder Kinderschutzwohnungen gehören, dienen nach Gesetzeslage ausschließlich dem Wohl der Kinder und Jugendlichen.
61,3 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen waren Mädchen. Gegenüber dem Jahr zuvor stieg die Zahl um ein Viertel (122 Fälle bzw. 25,2 Prozent) auf 607 Fälle. Seit 1995 hat sie sich fast verdreifacht. Fast ein Drittel (303 Fälle bzw. 30,6 Prozent) waren Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren, weitere 210 Jugendliche (21,2 Prozent) waren zwischen 16 und 18 Jahren alt. In 177 Fällen (17,9 Prozent) waren die Kinder zwischen 12 und 14 Jahren alt. 96 Kinder (9,7 Prozent) waren im Alter zwischen 9 und 12 Jahren, weitere 71 Kinder (7,2 Prozent) zwischen 6 und 9 Jahren und 69 Kinder (7,0 Prozent) zwischen 3 und 6 Jahren. 64 Kinder (6,4 Prozent) hatten das dritte Lebensjahr noch nicht erreicht.
Rein statistisch gab es durchschnittlich 1,7 Anlässe der Hilfe. Der Schwerpunkt dieser Anlässe lag in den Beziehungsproblemen der Kinder und Jugendlichen (25,3 Prozent). Weitere Schwerpunkte waren die Überforderung der Eltern oder eines Elternteils (22,1 Prozent), eine Vernachlässigung der Betroffenen (8,1 Prozent). In 5,4 Prozent der Fälle gab es Anzeichen für Misshandlungen, bei 5,1 Prozent Schul- bzw. Ausbildungsprobleme und bei 3,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen waren Suchtprobleme der Anlass der Hilfe.
Autor: nnzIm Jahr 2004 wurden in Thüringen 990 vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche durchgeführt, davon 987 Inobhutnahmen und 3 Herausnahmen aus der Familie. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 163 Maßnahmen bzw. 19,7 Prozent mehr als im Jahr 2003. Das war der höchste Stand seit Einführung der Statistik im Jahr 1995. Vor 10 Jahren wurden 402 vorläufige Schutzmaßnahmen von den Jugendämtern und freien Trägern der Jugendhilfe gemeldet. Diese Maßnahmen, zu denen auch die Unterbringung in Kinderheimen oder Kinderschutzwohnungen gehören, dienen nach Gesetzeslage ausschließlich dem Wohl der Kinder und Jugendlichen.
61,3 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen waren Mädchen. Gegenüber dem Jahr zuvor stieg die Zahl um ein Viertel (122 Fälle bzw. 25,2 Prozent) auf 607 Fälle. Seit 1995 hat sie sich fast verdreifacht. Fast ein Drittel (303 Fälle bzw. 30,6 Prozent) waren Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren, weitere 210 Jugendliche (21,2 Prozent) waren zwischen 16 und 18 Jahren alt. In 177 Fällen (17,9 Prozent) waren die Kinder zwischen 12 und 14 Jahren alt. 96 Kinder (9,7 Prozent) waren im Alter zwischen 9 und 12 Jahren, weitere 71 Kinder (7,2 Prozent) zwischen 6 und 9 Jahren und 69 Kinder (7,0 Prozent) zwischen 3 und 6 Jahren. 64 Kinder (6,4 Prozent) hatten das dritte Lebensjahr noch nicht erreicht.
Rein statistisch gab es durchschnittlich 1,7 Anlässe der Hilfe. Der Schwerpunkt dieser Anlässe lag in den Beziehungsproblemen der Kinder und Jugendlichen (25,3 Prozent). Weitere Schwerpunkte waren die Überforderung der Eltern oder eines Elternteils (22,1 Prozent), eine Vernachlässigung der Betroffenen (8,1 Prozent). In 5,4 Prozent der Fälle gab es Anzeichen für Misshandlungen, bei 5,1 Prozent Schul- bzw. Ausbildungsprobleme und bei 3,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen waren Suchtprobleme der Anlass der Hilfe.

