Di, 14:56 Uhr
24.05.2005
Das Geheimnis des Schottenrocks
Nordhausen/Sondershausen (nnz). Was haben Dudelsack und Orgel gemeinsam? Pfeifen, eine schwingende Membran und viel Luft. Aber vor allem Lautstärke. Und mag man es glauben oder nicht, aber ein kleiner Dudelsack mit grade mal 9 diatonischen Pfeifen und 3 Bourdon Pfeifen kann eine 3 Manualige, 2811 Pfeifen schwere Orgel übertönen - zumindest kurzweilig, meint Katrin Landgraf.
Am vergangenen Samstag Abend zeigten uns das Drums & Pipes und Jens Goldhardt im Nachtkonzert in der unglaublich voll besetzten Trinitatiskirche; eingeleitet von einem atemberaubenden Auftakt mit der Highland Cathedral. Ralf Karstädt, Wolgang Menzel und Benno Buch marschierten aus dem Trinitatissaal in den Chorraum, während über ihnen die Orgel spielte und alles zu einem perfekten Einklang brachte. Fast schon eine Parodie, Dudelsäcke in einer Kirche zu spielen, doch die Idee ist alles andere als Scherzhaft. Pipes and Drums spielten schon einmal als Gastmusiker auf einem Konzert von Orgelsax und das Publikum war mehr als begeistert. Jetzt nach Jahren hat der selbst ernannte "Virusträger" der Gruppe - Ralf Karstädt - es geschafft, einen ganzen Abend mit dieser Musik zu füllen und auch diesmal wieder mit einem grandiosen Erfolg. Fans der Gruppe kamen in Schottentracht und applaudierten begeistert. Schade eigentlich, dass Kantor Jens Goldhardt sich nicht eingereiht hat, aber es ist sicher unangenehm in Schottenrock Orgel zu spielen.
Neben traditionellen Stücken, konnte man auch klassisch sakrale Werke hören, wie zum Beispiel "Nun danket alle Gott" oder das "Trumpet Voluntary". Gefolgt von 6/8 Liedern verwandelte sich der kraftvolle Ton nun plötzlich in eine wundervoll weiche Melodie, die an den Film "der mit dem Wolf tanzt" erinnerte, um den Ohren der Zuhörer eine kleine Auszeit gönnte. Selbst ein "Wolfsgeheul" konnte man hören. Immer wenn die Dudelsäcke mit Luft gefüllt wurden, gab es einen witzigen kleinen Nebeneffekt, den man schwer beschreiben kann. Es erinnert ein bisschen an den Effekt, des Tonsterbens, aber in umgekehrter Version. Wenn man eine Orgel ausschaltet und den Ton anhält, bekommt er irgendwann nicht mehr genug Luft und sackt einfach ab. Und dieses absacken verlief hier als ein aufblasen.
Aber auch ganz sanfte leise Töne konnte man neben der Orgel hören. Ralf Karstädt griff in "Jonny the patriot" zu seiner Flöte und spielte seine leise Melodie aus dem Publikum heraus. Nachdem er sich kurz verlaufen hatte, ging es dann auch schon sehr schnell auf das Ende zu und im Schlusstück Amazing Graze hörte man das Publikum leise mitsummen.
Eine Frage ist und bleibt jedoch unbeantwortet: was trägt ein Schotte unter seinem Rock? Die einzige Antwort die ich erhalten habe war vieldeutig - die Zukunft Schottlands.
Katrin Landgraf
Autor: nnzAm vergangenen Samstag Abend zeigten uns das Drums & Pipes und Jens Goldhardt im Nachtkonzert in der unglaublich voll besetzten Trinitatiskirche; eingeleitet von einem atemberaubenden Auftakt mit der Highland Cathedral. Ralf Karstädt, Wolgang Menzel und Benno Buch marschierten aus dem Trinitatissaal in den Chorraum, während über ihnen die Orgel spielte und alles zu einem perfekten Einklang brachte. Fast schon eine Parodie, Dudelsäcke in einer Kirche zu spielen, doch die Idee ist alles andere als Scherzhaft. Pipes and Drums spielten schon einmal als Gastmusiker auf einem Konzert von Orgelsax und das Publikum war mehr als begeistert. Jetzt nach Jahren hat der selbst ernannte "Virusträger" der Gruppe - Ralf Karstädt - es geschafft, einen ganzen Abend mit dieser Musik zu füllen und auch diesmal wieder mit einem grandiosen Erfolg. Fans der Gruppe kamen in Schottentracht und applaudierten begeistert. Schade eigentlich, dass Kantor Jens Goldhardt sich nicht eingereiht hat, aber es ist sicher unangenehm in Schottenrock Orgel zu spielen.
Neben traditionellen Stücken, konnte man auch klassisch sakrale Werke hören, wie zum Beispiel "Nun danket alle Gott" oder das "Trumpet Voluntary". Gefolgt von 6/8 Liedern verwandelte sich der kraftvolle Ton nun plötzlich in eine wundervoll weiche Melodie, die an den Film "der mit dem Wolf tanzt" erinnerte, um den Ohren der Zuhörer eine kleine Auszeit gönnte. Selbst ein "Wolfsgeheul" konnte man hören. Immer wenn die Dudelsäcke mit Luft gefüllt wurden, gab es einen witzigen kleinen Nebeneffekt, den man schwer beschreiben kann. Es erinnert ein bisschen an den Effekt, des Tonsterbens, aber in umgekehrter Version. Wenn man eine Orgel ausschaltet und den Ton anhält, bekommt er irgendwann nicht mehr genug Luft und sackt einfach ab. Und dieses absacken verlief hier als ein aufblasen.
Aber auch ganz sanfte leise Töne konnte man neben der Orgel hören. Ralf Karstädt griff in "Jonny the patriot" zu seiner Flöte und spielte seine leise Melodie aus dem Publikum heraus. Nachdem er sich kurz verlaufen hatte, ging es dann auch schon sehr schnell auf das Ende zu und im Schlusstück Amazing Graze hörte man das Publikum leise mitsummen.
Eine Frage ist und bleibt jedoch unbeantwortet: was trägt ein Schotte unter seinem Rock? Die einzige Antwort die ich erhalten habe war vieldeutig - die Zukunft Schottlands.
Katrin Landgraf

