eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Di, 18:40 Uhr
03.03.2020
„Bücherstube Hartmann“ bald Geschichte

Abschied mit Wehmut

Nur noch wenige Tage – dann ist Schluss. Ab 12. März bleibt die traditionsreiche „Bücherstube Hartmann“ in der Nordhäuser Bahnhofstraße 36 geschlossen. Und wieder muss ein privater Händler – in diesem Fall: Händlerin – ihr Geschäft schließen. Und das fällt Karla Hartmann alles andere als leicht…

Karla Hartmann (Foto: HG.Backhaus) Karla Hartmann (Foto: HG.Backhaus)


„Zeige mir, was Du liest, und ich sage Dir, wer Du bist“ heißt es in einem Sprichwort. Heute müsste es abgewandelt etwa so lauten: Sage mir, ob Du (noch) Bücher liest, und ich sage Dir, wer Du bist! Derlei Weisheiten kommen einen in den Sinn, wenn die Schließung eines Buchladens bevorsteht. Und die Entscheidung, ihr Geschäft in der Rolandstadt dicht zumachen, schmerzt die gelernte Buchhändlerin sehr.

Anzeige Refinery (lang)
Auf gut drei Jahrzehnte blickt Karla Hartmann zurück, in denen sie mit Büchern handelte. 1990 begann alles nach einer entsprechenden Ausbildung als Leiterin der Volksbuchhandlung in der Kranichstraße. Es war das Geschäft der früheren Buchhandlung Haacke. Das Ende der DDR brachte die Privatisierung mit sich – und Karla Hartmann wurde ihr eigener Chef.

Zur damaligen Zeit gingen Bücher „weg wie warme Semmeln“, erinnert sich die heute 58jährige. Ihr zur Seite stand über viele Jahre Annett Fischer. Nach „drei tollen Jahren“ in der Kranichstraße zog die Buchhandlung in die Bahnhofstraße 36 – einem Wohnblock der SWG. Der damalige Bürgermeister Dr. Manfred Schröter (CDU) hatte den Umzug mit vermittelt, da sich ein Reisebüro räumlich verkleinert hatte.

Nur drei Jahre später kam es wegen der Baumaßnahmen an der sogenannten HO-Kreuzung und der Fassaden-Neugestaltung im Hinblick auf die Landesgartenschau 2004 nicht selten zu problemreichen Situationen. „Fast fünf Jahre war hier Baustelle“, verdeutlicht Karla Hartmann die damalige Lage. Doch die Kunden hielten ihr trotz aller ungünstigen Umstände die Treue.

Seit einigen Jahren aber hat sich das Bild gewandelt. „Es ist vor allem der online-Handel, der uns schwer zu schaffen macht.“ Und die engagierte Händlerin musste zudem feststellen, dass das jugendliche Publikum mehr und mehr wegbleibt. „Nach reiflicher Abwägung aller Umstände und schweren Herzens habe ich mich entschlossen, mein Geschäft in Nordhausen aufzugeben“, so Hartmann.

Doch für ihre Kunden, die über Jahrzehnte zu ihr ins Geschäft gekommen sind, hat sie zum Abschied aufrichtige Worte des Dankes übrig: „Ich habe so liebe und herzliche Kunden über die vielen Jahre hier in Nordhausen gehabt. Sie sind alle sehr traurig. Ich bin es auch. Es war eine wunderschöne Zeit. Vor allem die letzten drei Wochen habe ich das sehr gespürt. Der Beruf, den ich habe, der ist etwas besonderes. Mit Büchern zu handeln, mit ihnen zu leben – das ist einfach ein Geschenk.“

Alles Gute und viel Glück, Karla Hartmann, und auf ein Wiedersehen in der Residenz-Buchhandlung in Sondershausen. Ab 23. April gibt es für Karla Hartmann dort einen Neubeginn.
Hans-Georg Backhaus

Bücherstube Hartmann (Foto: HG.Backhaus)
Bücherstube Hartmann (Foto: HG.Backhaus)
Bücherstube Hartmann (Foto: HG.Backhaus)
Bücherstube Hartmann (Foto: HG.Backhaus)
Bücherstube Hartmann (Foto: HG.Backhaus)
Bücherstube Hartmann (Foto: HG.Backhaus)
Bücherstube Hartmann (Foto: HG.Backhaus)
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
ArreeTim
03.03.2020, 21:39 Uhr
Beste Wünsche Frau Hartmann. Kopf hoch
Und es heisst aber frei nach Goethe:Sage mir, mit wem Du umgehst, und ich sage Dir, wer Du bist.
Taiko
03.03.2020, 22:07 Uhr
Alles Gute für Dich Karla !
Du hast weitergemacht . Das zählt !
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)