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Mo, 13:08 Uhr
23.05.2005

Na dann wählt mal schön!

Nordhausen (nnz). Jetzt tun sie in Berlin oder in Erfurt alle so überrascht und verkündigen von Rot bis Schwarz plötzlich Aufbruchstimmung. Neuwahlen stehen an. Doch eigentlich ist das die logische Konsequenz aus einer Entwicklung, der keine politische Farbe gerecht werden kann. Warum soll man also wählen gehen?


Wenn als das einziges Argument für das Wählengehen dann vielleicht die braune Gefahr herangezogen wird, dann ist auch das Ausdruck der Politik-Armut in diesem Land. Ein Bekannter formulierte die SPD-Ankündigung von gestern folgendermaßen: Da liegt ein Patient auf dem Operationstisch und mitten in der OP verabschiedet sich der Arzt und bittet um Verständnis, aber er könne nicht weitermachen. Der Patient bitteschön müsse schon auf seinen Nachfolger warten.

So in etwa ist das gestern in Berlin zelebriert worden. Der Patient – das sind wir alle als so genannte Gesellschaft. Der Operateur hat noch die Farbe Rot-Grün. Er bereitet sich auf den Absprung vor, überläßt Schwarz und Gelb den Patienten. Da kann man schon mal gespannt sein, was das neue OP-Team zu bieten hat? Hier mal den Kündigungsschutz aufdröseln, dort die Unternehmenssteuern weiter senken, den Bürokratismus abbauen usw. usw. Auf zu neuen Ufern. Die Parolen sind bekannt.

Doch nützen wird es dem Patienten nichts, der wird wohl aus der Narkose kaum wieder erwachen, dafür sind die Kräfte außerhalb des OP-Saals zu stark. Sie werden an ihm zerren, sie werden ihn auszehren, bis nichts mehr übrig ist, als ein notdürftig zusammengeflicktes Subjekt. Das wird mehr und mehr in einen komatösen Zustand verfallen. Ist ja auch nicht so schlecht, denn da merkt man nicht mehr, wie man ausgenommen wird.

Sicher, das ist harter Tobak. Aber mal nüchtern betrachtet – es ist nah dran an der Realität. Und das ist das eigentlich Schlimme an der derzeitigen Veranstaltung. Politik oder Politiker können Fehler machen, sie können auch mal versagen. Doch das, was heute und morgen den Menschen gezeigt wird, das ist Ausweglosigkeit. Also: Warum soll ich dann noch wählen gehen. Eine Wahl zwischen einem kleineren oder größeren Übel – dass ist nicht mein Ding.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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