Sa, 08:10 Uhr
06.10.2001
nnz-Rückspiegel: 6. Oktober 2000
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden.
Ein Dankeschön an ROLLER
Über eine Spende der besonderen Art, konnten sich die Geschäftsführerin des LIFT e.V., Loni Grünwald sowie die MitarbeiterInnen vom Gebrauchtwarenhaus in der Bochumerstr. 157, freuen. Die ROLLER GmbH & Co. stellte dem Gebrauchtwarenhaus des Vereins verschiedene Möbel und Möbelteile im Wert von insgesamt 2.180 Mark zur Verfügung. Diese Artikel werden an Sozialbedürftige und Bürger mit geringem Einkommen abgegeben. Der LIFT e.V. bedankt sich im Namen aller, denen mit diesen Möbeln geholfen werden konnte. Um vielen Mitmenschen helfen zu können, ist der Verein stets auf die Hilfe durch Betriebe, Institutionen und Privatpersonen angewiesen.
Landkreis Nordhausen mit schlechtester Entwicklung
Trotz positiver Signale vom ersten Arbeitsmarkt, trotz der allgemeinen Konjunkturbelebung in Deutschland, trotz gesunkener Arbeitslosenzahlen selbst in Nordthüringen: Im Landkreis Nordhausen ist die Arbeitslosenquote erneut angestiegen. Im September lag sie bei 19,1 Prozent, und damit um 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert vom August. Die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer stieg im Vormonat erstmals wieder über 9.000 an (9.031). Seitens des Arbeitsamtes wird die ansteigende Tendenz mit den auslaufenden Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) sowie Strukuranpassungmaßnahmen (SAM) aus dem Vorjahr begründet. ABM und SAM seien im vergangenen Jahr besonders großzügig im Landkreis Nordhausen angeschoben worden. Viele Menschen hätten danach keinen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden und seien wieder als arbeitslos registriert worden. Außerdem zeichne sich vor allem im Landkreis Nordhausen eine hohe Fluktuation ab, so eine Mitarbeiterin des Nordhäuser Amtes zur nnz. Es sei die schleppende wirtschaftliche Entwicklung vor allem im Landkreis Nordhausen, die sich auch in der Vermittlung deutlich mache. So seien die Mitarbeiter des Arbeitsamtes froh, wenn sie in einem Unternehmen mal eine oder zwei Stellen vermitteln könnten. Wie dramatisch die Situation im Landkreis ist, macht ein Vergleich mit den September-Daten der zurückliegenden Jahre deutlich. So gab es lediglich im Jahr 1997 mit 20,9 Prozent eine höhere Arbeitslosenquote als in diesem Jahr. Hier die September-Quoten im Vergleich:
1991: 10,9 %
1992: 12,6 %
1993: 19,0 %
1994: 17,6 %
1995: 15,7 %
1996: 17,7 %
1997: 20,9 %
1998: 17,5 %
1999: 18,9 %
2000: 19,1 %
38 junge Menschen haben noch keine Lehrstelle
Zum Abschluß des Berufsberatungsjahres zogen die Berufsberater des Nordhäuser Arbeitsamtes eine erste Bilanz. Fast 5000 jungen Menschen hatten die Dienstleistungen des Amtes bei Suche nach einem Ausbildungsplatz in Anspruch genommen. Rund zwei Drittel (3.262) konnten eine betriebliche Ausbildung beginnen. Nach Einschätzung des Amtes trug die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen der Region wesentlich dazu bei, daß die meisten Bewerber in der Nähe ihre Wohnortes eine Ausbildung aufnehmen konnten. Mehr als 800 Jugendliche aus Nordthüringen fanden in anderen Bundesländern, vorwiegend in Niedersachsen und Hessen eine Lehrstelle. 669 Mädchen und Jungen nahmen nach der Beratung im Arbeitsamt ein Studium auf, begannen ihren Wehr- oder Zivildienst oder begannen eine Ausbildung, ohne sich wieder bei Arbeitsamt zu melden. Im Landkreis Nordhausen wurden 1.237 Ausbildungsstellen angeboten, davon sind acht nicht besetzt worden. Dem gegenüber standen 1.669 Bewerber. 38 von ihnen konnten bislang nicht vermittelt werden.
Urbach macht mobil gegen künftiges Industriegebiet
Vor etwa fünf Jahren zogen Bernd Kramer und seine Frau von Nordhausen nach Urbach. In der Goldenen Aue fanden sie nicht nur günstige Baugrundstücke, sondern auch die Ruhe, die ihnen die Stadt nicht bieten konnte. Ein bischen wurde die Freude durch den Geräuschpegel der benachbarten Bundesstraße sowie um kleinere Auseinandersetzungen um einen etwa 500 Meter entfernten Schießplatz getrübt.
Nun sehen die Kramers und viele andere Urbacher ihre Existenz in der Gemeinde durch ein geplantes Industriegebiet gefährdet. Hier sollen Industrien angesiedelt werden, die woanders aufgrund ihrer Emissionen und Lärmbelästigungen keine Möglichkeit der Etablierung hätten. Die Einstufung dieser riesigen Fläche (zwischen Bielen und Urbach) läßt schon von vornherein andere Lärmbelästigungen und Schadstoffbelastungen zu. Da die Hauptwindrichtung von West nach Ost geht, wird die Ortslage Urbach mehr als alle anderen belastet. Auch der Wertverlust unserer Häuser und Grundstücke muß in diesem Zusammenhang mit berücksichtigt werden, so Bernd Kramer zur nnz.
Gestern abend haben die Urbacher eine Bürgerinitiative gegründet. Zur Rettung der Goldenen Aue, so ihr Motto. Viel Unterstützung erfuhr die Initiative bereits auf einer Bürgerversammlung in der Festhalle, zu der mehr als 200 Urbacher kamen. Die Initiative will in den nächsten Tagen eine Unterschriftenaktion starten, damit wollen wir zeigen, daß wir mit den Planungen vor unserer Haustür nicht einverstanden sind, macht auch Klaus Dieter Korb deutlich. Nach seinen Worten soll in den vorliegenden Planungsunterlagen eine Überschreitung des Geräuschpegels von fünf auf mindestens 70 Dezibel festgeschrieben sein. Die Höhe der Gebäude könne 40 Meter, die der Schornsteine 80 Meter überschreiten. Hier sollen Industrien angesiedelt werden, die im Rest von Thüringen keine Chance haben. Hier werden trotz modernster Technologien Lärm und Schmutz anfallen und das Leben in Urbach sowie der gesamten Goldenen Aue nachhaltig negativ beeinflussen, so Korb gegenüber der nnz.
Nach nnz-Informationen soll neben den Kirchengemeinden auch der Gemeinderat von Urbach hinter den Forderungen der Bürger stehen. Ein entsprechender Beschlußentwurf soll für die nächste Sitzung erarbeitet werden. Von der Gründung der Bürgerinitiative überrascht zeigte sich der Chef des Planungsverbandes Industriegebiet Goldene Aue-Windehausen, Hans-Joachim Ahrendt. Bislang hätte die Menschen der Region kaum Notiz vom Vorhaben genommen, auch die öffentlichen Versammlungen seien eher spärlich besucht gewesen. Im Zuge der Planungen seien bereits den Grundstückseigentümer Kaufangebote unterbreitet worden. Mehr als zwei Drittel hätten ein Verkaufsinteresse signalisiert, so Ahrendt zur nnz.
Neuer Kreiselternsprecher für die Grundschulen gewählt
Die Schulelternsprecher der 22 Grundschulen des Landkreises haben gestern ihren Kreiselternsprecher gewählt. Mit einstimmiger Mehrheit übernahm Sven Lutze (Schulelternsprecher Grundschule Krimderode) den neuen Vorsitz. Ihm zur Seite steht Gerrit Wedler (Schulelternsprecher Grundschule Klettenberg). Für die Runde der Schulelternsprecher gilt es, an die Erfolge der vergangenen Jahre unter Vorsitz von Anke Heydecke anzuknüpfen. Das Engagement von Frau Heydecke wurde seitens des Schulamtes, vertreten durch Frau Adam, nochmals ausdrücklich gewürdigt. Die ersten Arbeitsthemen der neuen Vertreter sind die Fortführung der Diskussion der städtischen Schulnetzplanung sowie die Auseinandersetzung auf Landesebene über die Einführung von Leistungsbögen. Die nächste Zusammenkunft der Schuleelternsprecher wird voraussichtlich im Januar 2001 sein.
Autor: nnzEin Dankeschön an ROLLER
Über eine Spende der besonderen Art, konnten sich die Geschäftsführerin des LIFT e.V., Loni Grünwald sowie die MitarbeiterInnen vom Gebrauchtwarenhaus in der Bochumerstr. 157, freuen. Die ROLLER GmbH & Co. stellte dem Gebrauchtwarenhaus des Vereins verschiedene Möbel und Möbelteile im Wert von insgesamt 2.180 Mark zur Verfügung. Diese Artikel werden an Sozialbedürftige und Bürger mit geringem Einkommen abgegeben. Der LIFT e.V. bedankt sich im Namen aller, denen mit diesen Möbeln geholfen werden konnte. Um vielen Mitmenschen helfen zu können, ist der Verein stets auf die Hilfe durch Betriebe, Institutionen und Privatpersonen angewiesen.
Landkreis Nordhausen mit schlechtester Entwicklung
Trotz positiver Signale vom ersten Arbeitsmarkt, trotz der allgemeinen Konjunkturbelebung in Deutschland, trotz gesunkener Arbeitslosenzahlen selbst in Nordthüringen: Im Landkreis Nordhausen ist die Arbeitslosenquote erneut angestiegen. Im September lag sie bei 19,1 Prozent, und damit um 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert vom August. Die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer stieg im Vormonat erstmals wieder über 9.000 an (9.031). Seitens des Arbeitsamtes wird die ansteigende Tendenz mit den auslaufenden Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) sowie Strukuranpassungmaßnahmen (SAM) aus dem Vorjahr begründet. ABM und SAM seien im vergangenen Jahr besonders großzügig im Landkreis Nordhausen angeschoben worden. Viele Menschen hätten danach keinen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden und seien wieder als arbeitslos registriert worden. Außerdem zeichne sich vor allem im Landkreis Nordhausen eine hohe Fluktuation ab, so eine Mitarbeiterin des Nordhäuser Amtes zur nnz. Es sei die schleppende wirtschaftliche Entwicklung vor allem im Landkreis Nordhausen, die sich auch in der Vermittlung deutlich mache. So seien die Mitarbeiter des Arbeitsamtes froh, wenn sie in einem Unternehmen mal eine oder zwei Stellen vermitteln könnten. Wie dramatisch die Situation im Landkreis ist, macht ein Vergleich mit den September-Daten der zurückliegenden Jahre deutlich. So gab es lediglich im Jahr 1997 mit 20,9 Prozent eine höhere Arbeitslosenquote als in diesem Jahr. Hier die September-Quoten im Vergleich:
1991: 10,9 %
1992: 12,6 %
1993: 19,0 %
1994: 17,6 %
1995: 15,7 %
1996: 17,7 %
1997: 20,9 %
1998: 17,5 %
1999: 18,9 %
2000: 19,1 %
38 junge Menschen haben noch keine Lehrstelle
Zum Abschluß des Berufsberatungsjahres zogen die Berufsberater des Nordhäuser Arbeitsamtes eine erste Bilanz. Fast 5000 jungen Menschen hatten die Dienstleistungen des Amtes bei Suche nach einem Ausbildungsplatz in Anspruch genommen. Rund zwei Drittel (3.262) konnten eine betriebliche Ausbildung beginnen. Nach Einschätzung des Amtes trug die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen der Region wesentlich dazu bei, daß die meisten Bewerber in der Nähe ihre Wohnortes eine Ausbildung aufnehmen konnten. Mehr als 800 Jugendliche aus Nordthüringen fanden in anderen Bundesländern, vorwiegend in Niedersachsen und Hessen eine Lehrstelle. 669 Mädchen und Jungen nahmen nach der Beratung im Arbeitsamt ein Studium auf, begannen ihren Wehr- oder Zivildienst oder begannen eine Ausbildung, ohne sich wieder bei Arbeitsamt zu melden. Im Landkreis Nordhausen wurden 1.237 Ausbildungsstellen angeboten, davon sind acht nicht besetzt worden. Dem gegenüber standen 1.669 Bewerber. 38 von ihnen konnten bislang nicht vermittelt werden.
Urbach macht mobil gegen künftiges Industriegebiet
Vor etwa fünf Jahren zogen Bernd Kramer und seine Frau von Nordhausen nach Urbach. In der Goldenen Aue fanden sie nicht nur günstige Baugrundstücke, sondern auch die Ruhe, die ihnen die Stadt nicht bieten konnte. Ein bischen wurde die Freude durch den Geräuschpegel der benachbarten Bundesstraße sowie um kleinere Auseinandersetzungen um einen etwa 500 Meter entfernten Schießplatz getrübt.
Nun sehen die Kramers und viele andere Urbacher ihre Existenz in der Gemeinde durch ein geplantes Industriegebiet gefährdet. Hier sollen Industrien angesiedelt werden, die woanders aufgrund ihrer Emissionen und Lärmbelästigungen keine Möglichkeit der Etablierung hätten. Die Einstufung dieser riesigen Fläche (zwischen Bielen und Urbach) läßt schon von vornherein andere Lärmbelästigungen und Schadstoffbelastungen zu. Da die Hauptwindrichtung von West nach Ost geht, wird die Ortslage Urbach mehr als alle anderen belastet. Auch der Wertverlust unserer Häuser und Grundstücke muß in diesem Zusammenhang mit berücksichtigt werden, so Bernd Kramer zur nnz.
Gestern abend haben die Urbacher eine Bürgerinitiative gegründet. Zur Rettung der Goldenen Aue, so ihr Motto. Viel Unterstützung erfuhr die Initiative bereits auf einer Bürgerversammlung in der Festhalle, zu der mehr als 200 Urbacher kamen. Die Initiative will in den nächsten Tagen eine Unterschriftenaktion starten, damit wollen wir zeigen, daß wir mit den Planungen vor unserer Haustür nicht einverstanden sind, macht auch Klaus Dieter Korb deutlich. Nach seinen Worten soll in den vorliegenden Planungsunterlagen eine Überschreitung des Geräuschpegels von fünf auf mindestens 70 Dezibel festgeschrieben sein. Die Höhe der Gebäude könne 40 Meter, die der Schornsteine 80 Meter überschreiten. Hier sollen Industrien angesiedelt werden, die im Rest von Thüringen keine Chance haben. Hier werden trotz modernster Technologien Lärm und Schmutz anfallen und das Leben in Urbach sowie der gesamten Goldenen Aue nachhaltig negativ beeinflussen, so Korb gegenüber der nnz.
Nach nnz-Informationen soll neben den Kirchengemeinden auch der Gemeinderat von Urbach hinter den Forderungen der Bürger stehen. Ein entsprechender Beschlußentwurf soll für die nächste Sitzung erarbeitet werden. Von der Gründung der Bürgerinitiative überrascht zeigte sich der Chef des Planungsverbandes Industriegebiet Goldene Aue-Windehausen, Hans-Joachim Ahrendt. Bislang hätte die Menschen der Region kaum Notiz vom Vorhaben genommen, auch die öffentlichen Versammlungen seien eher spärlich besucht gewesen. Im Zuge der Planungen seien bereits den Grundstückseigentümer Kaufangebote unterbreitet worden. Mehr als zwei Drittel hätten ein Verkaufsinteresse signalisiert, so Ahrendt zur nnz.
Neuer Kreiselternsprecher für die Grundschulen gewählt
Die Schulelternsprecher der 22 Grundschulen des Landkreises haben gestern ihren Kreiselternsprecher gewählt. Mit einstimmiger Mehrheit übernahm Sven Lutze (Schulelternsprecher Grundschule Krimderode) den neuen Vorsitz. Ihm zur Seite steht Gerrit Wedler (Schulelternsprecher Grundschule Klettenberg). Für die Runde der Schulelternsprecher gilt es, an die Erfolge der vergangenen Jahre unter Vorsitz von Anke Heydecke anzuknüpfen. Das Engagement von Frau Heydecke wurde seitens des Schulamtes, vertreten durch Frau Adam, nochmals ausdrücklich gewürdigt. Die ersten Arbeitsthemen der neuen Vertreter sind die Fortführung der Diskussion der städtischen Schulnetzplanung sowie die Auseinandersetzung auf Landesebene über die Einführung von Leistungsbögen. Die nächste Zusammenkunft der Schuleelternsprecher wird voraussichtlich im Januar 2001 sein.


