Mi, 13:15 Uhr
18.05.2005
Interesse an Geschichte
Nordhausen (nnz). Die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora hatte gestern zu einem außergewöhnlichen Filmabend eingeladen. Wie die Resonanz darauf war und welche Folgen daraus resultieren, das wurde heute der nnz mitgeteilt.
Weit über 500 Interessierte kamen am Dienstag abend zu einer Filmvorführung in die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Der Leiter der KZ-Gedenkstätte, Dr. Jens-Christian Wagner, kommentierte Aufnahmen, welche die US-Armee im April 1945 in Nordhausen gefilmt hatte. Da etwa dreihundert Personen nicht mehr in den restlos gefüllten Kinosaal des neuen Museumsgebäudes eingelassen werden konnten, bietet die Gedenkstätte in den folgenden beiden Wochen jeweils am Dienstag um 19.00 Uhr zusätzliche Vorführungen dieser Filme an. Alle Interessierten sind eingeladen, an der Vorführung und der anschließenden Diskussion teilzunehmen. Der Eintritt zu der etwa neunzigminütigen Veranstaltung ist frei.
Die Filme zeigen das Lager Dora und das KZ-Außenlager Boelcke-Kaserne direkt nach der Befreiung sowie das Vorrücken der amerikanischen Truppen in die Stadt Nordhausen und den Versuch der US-Soldaten, Plünderungen in der Stadt zu unterbinden. Am 24. Mai um 19.00 Uhr wird Dr. Karsten Uhl, wissenschaftlicher Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte, die Filme kommentieren und für Fragen zur Verfügung stehen. Der Leiter der Gedenkstätte Dr. Jens-Christian Wagner wird die Veranstaltung am 31. Mai um 19.00 Uhr leiten.
Als am 11. April 1945 amerikanische Soldaten in Nordhausen einrückten, machten sie am südlichen Stadtrand eine grausige Entdeckung: In den Trümmern einer durch britische Luftangriffe zerstörten Luftwaffen-Kaserne fanden sie die Leichen von über 1000 ausgemergelten KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern, zwischen denen einige Hundert Sterbende lagen, für die jedoch jede Hilfe zu spät kam. In den folgenden Wochen gingen die Fotos und Filmaufnahmen von den auf dem Hof der Boelcke-Kaserne aufgereihten Toten um die Welt und prägten vielerorts das Bild vom nationalsozialistischen Lagerterror.
Die Aufnahmen, die im Lager Dora nach der Befreiung des Konzentrationslagers am 11. April gefilmt wurden, sind der breiten Öffentlichkeit dagegen kaum bekannt. Die Filme zeigen einige der wenigen Hundert im Lager verbliebenen befreiten Häftlinge. Die meisten ihrer Leidensgenossen wurden Anfang April auf sogenannte Todesmärsche geschickt.
Autor: nnzWeit über 500 Interessierte kamen am Dienstag abend zu einer Filmvorführung in die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Der Leiter der KZ-Gedenkstätte, Dr. Jens-Christian Wagner, kommentierte Aufnahmen, welche die US-Armee im April 1945 in Nordhausen gefilmt hatte. Da etwa dreihundert Personen nicht mehr in den restlos gefüllten Kinosaal des neuen Museumsgebäudes eingelassen werden konnten, bietet die Gedenkstätte in den folgenden beiden Wochen jeweils am Dienstag um 19.00 Uhr zusätzliche Vorführungen dieser Filme an. Alle Interessierten sind eingeladen, an der Vorführung und der anschließenden Diskussion teilzunehmen. Der Eintritt zu der etwa neunzigminütigen Veranstaltung ist frei.
Die Filme zeigen das Lager Dora und das KZ-Außenlager Boelcke-Kaserne direkt nach der Befreiung sowie das Vorrücken der amerikanischen Truppen in die Stadt Nordhausen und den Versuch der US-Soldaten, Plünderungen in der Stadt zu unterbinden. Am 24. Mai um 19.00 Uhr wird Dr. Karsten Uhl, wissenschaftlicher Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte, die Filme kommentieren und für Fragen zur Verfügung stehen. Der Leiter der Gedenkstätte Dr. Jens-Christian Wagner wird die Veranstaltung am 31. Mai um 19.00 Uhr leiten.
Als am 11. April 1945 amerikanische Soldaten in Nordhausen einrückten, machten sie am südlichen Stadtrand eine grausige Entdeckung: In den Trümmern einer durch britische Luftangriffe zerstörten Luftwaffen-Kaserne fanden sie die Leichen von über 1000 ausgemergelten KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern, zwischen denen einige Hundert Sterbende lagen, für die jedoch jede Hilfe zu spät kam. In den folgenden Wochen gingen die Fotos und Filmaufnahmen von den auf dem Hof der Boelcke-Kaserne aufgereihten Toten um die Welt und prägten vielerorts das Bild vom nationalsozialistischen Lagerterror.
Die Aufnahmen, die im Lager Dora nach der Befreiung des Konzentrationslagers am 11. April gefilmt wurden, sind der breiten Öffentlichkeit dagegen kaum bekannt. Die Filme zeigen einige der wenigen Hundert im Lager verbliebenen befreiten Häftlinge. Die meisten ihrer Leidensgenossen wurden Anfang April auf sogenannte Todesmärsche geschickt.

