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Sa, 07:28 Uhr
14.05.2005

„Diesen Kuß der ganzen Welt“

Nordhausen (nnz). Ist bereits alles gesagt? Es ist das Jahr 2005 und es schillert an allen Ecken und Enden. Was ist da wirklich neu? Es ist sicher das Eigene, die eigene Begegnung, das eigene Entdecken, das eigene Überprüfen dieses Dichters. In dieser Woche (9. Mai) jährte sich Schillers Todestag zum 200. Mal. Dieses Datum soll Anlass sein, Schiller sich wieder einmal sehr lebendig zu vergegenwärtigen...


Zu den wirklich neuen Büchern diesen Jahres gehört die Biografie von Friedrich Dieckmann. Dieckmann hat sich auf die Spur von Schillers Begeisterung begeben, auch deswegen ist es ein Buch über den jungen Dichter. Friedrich Dieckmann spürt in seinem detailgenauen Lebensbild - indem er Schiller auch immer wieder selbst zu Wort kommen lässt - seinen Gedanken, Anschauungen, seinem Anspruch und seiner Wirklichkeit nach. Die Erkundung seiner Gedankenwelt und Befindlichkeit, ihr Ausdruck in Lebensbezügen und Werk ist sein zentraler Punkt. Von der Uraufführung der „Räuber“ 1782 bis zum Abschied aus Dresden 1787 begleitet Dieckmann Schiller auf seinem Lebensweg. Spannender Höhepunkt dieser intensiven Biografie, die sich eher wie ein „Lebensroman“ liest, ist die „Ode an die Freude“: So ist sie noch nicht gelesen und beschrieben worden: „wirkliche Freude ... als Gefühl umfassender Daseinsbejahung“.

Friedrich Dieckmann, Jahrgang 1937, studierte u. a. bei Ernst Bloch, arbeitete als Dramaturg am Berliner Ensemble, ist Kritiker und Buchautor. Für seine Veröffentlichungen wurde er mehrfach ausgezeichnet. Friedrich Dieckmann ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Akademie der Künste in Berlin und Vizepräsident der Sächsischen Akademie der Künste. Wie ein roter Faden zieht sich durch seine verschiedenen Veröffentlichungen gerade Schillers Thema nationaler Erkundung.

Die Lesung und Begegnung mit Friedrich Dieckmann beginnt am 19. Mai um 19.30 Uhr im Theater in Nordhausen. Karten zu 5 Euro und 3 Euro (erm.) gibt es an der Theaterkasse. Die Lesung wurde organisiert vom Theater, seinem Förderverein und dem Buchhaus Rose.
Autor: nnz

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