Fr, 13:52 Uhr
13.05.2005
Parfüm-Sprühautomat
Nordhausen (nnz). Ein Museum als Lern- und Spielort: Im 10. Jahr seines Bestehens und nach sechsmonatigen Umbau- und Renovierungsarbeiten hat gestern Abend der Tabakspeicher in Nordhausens Altstadt wieder seine Türen geöffnet. Die nnz hat für Sie hineingeschaut.
Parfüm-Sprühautomat (Foto: nnz)
Der Tabakspeicher ist das Museum für Gewerbe, Handwerk und Stadtarchäologie. Mit der Neueröffnung präsentiert sich der Tabakspeicher zugleich mit einem neuen Ausstellungskonzept. Beim Rundgang durchs Haus passieren die Besucher künftig mehrere Stationen: Vom Speicher im Erdgeschoss – dem Ausstellungs- und Aktionsraum u.a. mit Kaufladen und Waschküche – geht es zum Sonderausstellungsraum, von dort aus kommt der Besucher zum Ausstellungsraum Stadtarchäologie, dem sich der Handwerksraum anschließt, wo man bei Schumacher, Bäcker, Schneider oder Spinner selbst Hand anlegen kann - wie auch im anschließenden 2. Teil der Handwerksausstellung, bei dem es um das Müllerhandwerk, die Kautabakindustrie, Brennereien und das Brauereiwesen geht.
Als Fräulein von der Post kann man sich auf der nächsten Station versuchen: An einer historischen funktionstüchtigen Telefonanlage können Verbindungen gestöpselt oder alte Telefone ausprobiert werden. Gleich nebenan befindet sich der historische Kinosaal, in dem Filme gezeigt werden. Weiter geht es in den großen Ausstellungs- und Veranstaltungsraum in der Scheune. Dort wartet auf die Besucher eine historische Schmiede, Schlosserei und Glockengießerei - wie auch riesige Motoren aus der früheren IFA und historische Fahrzeuge.
Wir haben uns gesagt: Wenn wir für die Renovierung die Exponate schon einpacken – dann wollen wir sie beim Auspacken gleich neu ordnen, sagte Nordhausen Kulturamts-Chefin zur Eröffnung. Mit der Neukonzeption sei das Museum jetzt vor allem für Kinder im Wortsinne begreifbar geworden – hier kann richtig angepackt- und in Bewegung gesetzt werden – mit entsprechenden pädagogischen Effekten, so Frau Dr. Klose. Die Amtsleiterin beschrieb den engen finanziellen Rahmen, in dem sich die Neukonzeption bewegen musste: Wir hatten praktisch kein Geld.
Deshalb hätten alle Beteiligte ein Lob verdient – wir hatten viele fleißige Hände, die das hier möglich gemacht haben – vom Förderverein des Tabakspeichers über die beteiligten Privatfirmen, von Menschen mit Ein-Euro-Jobs bis zu unseren städtischen Mitarbeitern und Herbert Gerhardt, der innerhalb kurzer Zeit noch eine Sonderausstellung zum Thema Historische Zeitungen auf die Beine gestellt hat. Alle zusammen haben etwas geschafft, das sich sehen lassen kann.
Für die inhaltliche Neu-Ausrichtung des Museums waren Kunigunde Berberich und Jürgen Rennbach von der Nordhäuser Jugendkunstschule verantwortlich – sie haben weit mehr als die vereinbarte Begleitung der Neukonzeption getan, sie haben sie aktiv begleitet, so Frau Klose. Rennebach zeigte sich angetan vom Reiz des Museums: Wo gibt es das sonst noch zu sehen – einen funktionierenden Parfürm-Sprühautomaten, von dem sich die Frauen nach Geldeinwurf und Knopfdruck mit Kölnisch Wasser besprenkeln ließen, bevor sie ins Kino gegangen sind? Wo sonst können Kinder Wäsche waschen oder Brot backen wie zu Großmutters Zeiten, wo so sonst können sie in einem Uralt-Kaufladen spielen und eine echte mechanische Kasse klingeln hören, wo sonst gibt es einen so schönen – und funktionsfähigen historischen Kinosaal? Es lohnt sich auf alle Fälle, mehrmals herzukommen – es gibt so viel zu sehen.
Autor: nnz
Parfüm-Sprühautomat (Foto: nnz)
Der Tabakspeicher ist das Museum für Gewerbe, Handwerk und Stadtarchäologie. Mit der Neueröffnung präsentiert sich der Tabakspeicher zugleich mit einem neuen Ausstellungskonzept. Beim Rundgang durchs Haus passieren die Besucher künftig mehrere Stationen: Vom Speicher im Erdgeschoss – dem Ausstellungs- und Aktionsraum u.a. mit Kaufladen und Waschküche – geht es zum Sonderausstellungsraum, von dort aus kommt der Besucher zum Ausstellungsraum Stadtarchäologie, dem sich der Handwerksraum anschließt, wo man bei Schumacher, Bäcker, Schneider oder Spinner selbst Hand anlegen kann - wie auch im anschließenden 2. Teil der Handwerksausstellung, bei dem es um das Müllerhandwerk, die Kautabakindustrie, Brennereien und das Brauereiwesen geht. Als Fräulein von der Post kann man sich auf der nächsten Station versuchen: An einer historischen funktionstüchtigen Telefonanlage können Verbindungen gestöpselt oder alte Telefone ausprobiert werden. Gleich nebenan befindet sich der historische Kinosaal, in dem Filme gezeigt werden. Weiter geht es in den großen Ausstellungs- und Veranstaltungsraum in der Scheune. Dort wartet auf die Besucher eine historische Schmiede, Schlosserei und Glockengießerei - wie auch riesige Motoren aus der früheren IFA und historische Fahrzeuge.
Wir haben uns gesagt: Wenn wir für die Renovierung die Exponate schon einpacken – dann wollen wir sie beim Auspacken gleich neu ordnen, sagte Nordhausen Kulturamts-Chefin zur Eröffnung. Mit der Neukonzeption sei das Museum jetzt vor allem für Kinder im Wortsinne begreifbar geworden – hier kann richtig angepackt- und in Bewegung gesetzt werden – mit entsprechenden pädagogischen Effekten, so Frau Dr. Klose. Die Amtsleiterin beschrieb den engen finanziellen Rahmen, in dem sich die Neukonzeption bewegen musste: Wir hatten praktisch kein Geld.
Deshalb hätten alle Beteiligte ein Lob verdient – wir hatten viele fleißige Hände, die das hier möglich gemacht haben – vom Förderverein des Tabakspeichers über die beteiligten Privatfirmen, von Menschen mit Ein-Euro-Jobs bis zu unseren städtischen Mitarbeitern und Herbert Gerhardt, der innerhalb kurzer Zeit noch eine Sonderausstellung zum Thema Historische Zeitungen auf die Beine gestellt hat. Alle zusammen haben etwas geschafft, das sich sehen lassen kann.
Für die inhaltliche Neu-Ausrichtung des Museums waren Kunigunde Berberich und Jürgen Rennbach von der Nordhäuser Jugendkunstschule verantwortlich – sie haben weit mehr als die vereinbarte Begleitung der Neukonzeption getan, sie haben sie aktiv begleitet, so Frau Klose. Rennebach zeigte sich angetan vom Reiz des Museums: Wo gibt es das sonst noch zu sehen – einen funktionierenden Parfürm-Sprühautomaten, von dem sich die Frauen nach Geldeinwurf und Knopfdruck mit Kölnisch Wasser besprenkeln ließen, bevor sie ins Kino gegangen sind? Wo sonst können Kinder Wäsche waschen oder Brot backen wie zu Großmutters Zeiten, wo so sonst können sie in einem Uralt-Kaufladen spielen und eine echte mechanische Kasse klingeln hören, wo sonst gibt es einen so schönen – und funktionsfähigen historischen Kinosaal? Es lohnt sich auf alle Fälle, mehrmals herzukommen – es gibt so viel zu sehen.

