Mi, 12:19 Uhr
03.10.2001
Gedanken sind bei Menschen in USA
Nordhausen (nnz). In vielen Orten des Landkreises Nordhausen treffen sich heute die Menschen und feiern die 11. Jahrestag der Deutschen Einheit. Dabei gehen viele Gedanken sowohl zurück in die Jahre 1989/90, als auch nach vorn. nnz veröffentlicht das Grußwort von Landrat Joachim Claus (CDU).
Sehr geehrte Damen und Herren!
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Am 3. Oktober begehen wir alle gemeinsam in der Bundesrepublik Deutschland den Tag der Deutschen Einheit. Ein Tag, an dem sich viele Bürgerinnen und Bürger unseres Landes zu zahlreichen Feierstunden zusammenfinden und zurückdenken an die Tage, an denen das sozialistische Gebilde, die Deutsche Demokratische Republik, in seiner Gesamtheit zusammenbrach und der Wiedervereinigung nichts mehr im Wege stand. Wir denken zurück an die unglaubliche Euphorie, die uns bei der Grenzöffnung überkam. Endlich, nach über 40 Jahren, konnten sich Familien wieder zusammenfinden, konnten alle ehemaligen DDR-Bürger die Freiheit in Anspruch nehmen. Eine Freiheit, an die man schon gar nicht mehr zu glauben wagte. Und nun war sie da - für alle greifbar und erlebbar - eine real existierende Freiheit.
Und heute? Nach mehr als 10 Jahren ist das, was wir damals kaum zu hoffen wagten, für viele von uns ganz normaler Alltag. Aber es ist ein Alltag, der im Vergleich zur damaligen DDR-Zeit eine neue, eine völlig andere Dimension hat. Wir alle sind froh über das Geschenk der Deutschen Einheit. Ein jeder auf seine Weise.
Und wenn ich heute als Landrat des Landkreises Nordhausen auf die vergangenen Jahre der Freiheit zurückblicke, dann bin ich stolz und auch dankbar dafür, dass ich diese Zeit bewusst erleben durfte und darf, dass ich mit meinem Tun einen kleinen Teil dazu beitragen konnte und kann, die Einheit Deutschlands für uns mit zu gestalten. Dass ich dabei viele Helfer, viele Freunde und Weggefährten an meiner Seite hatte, erfüllt mich auch heute noch mit Dankbarkeit.
Ich glaube, heute, am Tag der Deutschen Einheit, können wir auf eine ganze Menge Erfolge und gute Ergebnisse zurückblicken. Wir sehen aber auch, dass es noch weiterer gemeinsamer Anstrengungen bedarf, unseren Landkreis Schritt für Schritt zu entwickeln und zu formen. Und wer unvoreingenommen mit offenen Augen durch die jetzige Zeit geht, der merkt sehr wohl, dass wir eine Reihe von Problemen haben, die dringend gelöst werden müssen. Probleme, die mir Sorgen bereiten. Dabei bewegt mich die extrem hohe Arbeitslosigkeit genauso wie die ca. 7000 Bürgerinnen und Bürger, meist junge Leute, die seit der Wende unseren Landkreis verlassen haben, um in den alten Bundesländern ihrem Erwerb nachzugehen. So sehr ich das nachvollziehen kann; aber wenn es uns nicht gelingt, den jungen Menschen hier vor Ort eine sichere und gute Existenz zu bieten, dann kann es sein, dass wir im wahrsten Sinne des Wortes bald "alt aussehen". Ebenso bewegt mich der unübersehbare Anstieg von Firmen die Insolvenz anmelden müssen. Dass dadurch Arbeitsplätze schneller wegbrechen als wir neue schaffen können, ist die Konsequenz.
Um so mehr ist es für mich und für uns alle wichtig, dass wir unsere Kräfte bündeln, dass wir uns zusammenraufen und uns auf die vorhandenen Fähigkeiten und Potentiale besinnen, die wir heute brauchen und die ganz einfach erforderlich sind, um unseren Landkreis mit seinen Städten und Gemeinden weiter zu entwickeln, um wirtschaftliche, soziale und kulturelle Werte zu schaffen, die einen Sinn für die Region ergeben. Um dieses Ziel zu erreichen, möchte ich Sie alle ermuntern, sich mit ihren Möglichkeiten und mit Ihrer ganzen Kraft einzubringen.
Werte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
obwohl wir mit dem Tag der Deutschen Einheit allen Grund zum Feiern haben, gestatten Sie mir doch noch ein paar Worte zu den Geschehnissen in New York und Washington. Für das was dort geschehen ist kann ein zivilisierter Mensch kaum noch plausible Worte finden. Irre Fanatiker stürzen in einer unübertroffenen Art von Perversion unschuldige Menschen sinnlos in den Tod. Sie zeigen damit in beispielloser Weise, wozu Menschen fähig sein können und wie leicht verwundbar wir alle sind. Egal, wo wir leben. Ich glaube auch in Ihrem Namen zu sprechen, liebe Bürgerinnen und Bürger, wenn ich den betroffenen Menschen in den Vereinigten Staaten von Amerika, dem Präsidenten, den Einsatzkräften und den vielen unzähligen Helfern das tiefe Mitgefühl und den Respekt aller im Landkreises Nordhausen lebenden Menschen zum Ausdruck bringe.
Der 3. Oktober 2001 ist somit für uns alle nicht nur ein Tag der Besinnung und des Rückblickes, sondern auch ein Tag des Mitgefühls und des Respektes vor dem amerikanischen Volk. Trotz alledem und vielleicht auch gerade deshalb lassen Sie uns gemeinsam den Tag der Deutschen Einheit mit Besinnung und mit Zuversicht feiern, geradeso wie es der Würde der zivilisierten und friedliebenden Menschen auf dieser Welt entspricht.
Ich grüße Sie freundlich
Ihr Joachim Claus, Landrat des Landkreises Nordhausen
Autor: nnzSehr geehrte Damen und Herren!
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Am 3. Oktober begehen wir alle gemeinsam in der Bundesrepublik Deutschland den Tag der Deutschen Einheit. Ein Tag, an dem sich viele Bürgerinnen und Bürger unseres Landes zu zahlreichen Feierstunden zusammenfinden und zurückdenken an die Tage, an denen das sozialistische Gebilde, die Deutsche Demokratische Republik, in seiner Gesamtheit zusammenbrach und der Wiedervereinigung nichts mehr im Wege stand. Wir denken zurück an die unglaubliche Euphorie, die uns bei der Grenzöffnung überkam. Endlich, nach über 40 Jahren, konnten sich Familien wieder zusammenfinden, konnten alle ehemaligen DDR-Bürger die Freiheit in Anspruch nehmen. Eine Freiheit, an die man schon gar nicht mehr zu glauben wagte. Und nun war sie da - für alle greifbar und erlebbar - eine real existierende Freiheit.
Und heute? Nach mehr als 10 Jahren ist das, was wir damals kaum zu hoffen wagten, für viele von uns ganz normaler Alltag. Aber es ist ein Alltag, der im Vergleich zur damaligen DDR-Zeit eine neue, eine völlig andere Dimension hat. Wir alle sind froh über das Geschenk der Deutschen Einheit. Ein jeder auf seine Weise.
Und wenn ich heute als Landrat des Landkreises Nordhausen auf die vergangenen Jahre der Freiheit zurückblicke, dann bin ich stolz und auch dankbar dafür, dass ich diese Zeit bewusst erleben durfte und darf, dass ich mit meinem Tun einen kleinen Teil dazu beitragen konnte und kann, die Einheit Deutschlands für uns mit zu gestalten. Dass ich dabei viele Helfer, viele Freunde und Weggefährten an meiner Seite hatte, erfüllt mich auch heute noch mit Dankbarkeit.
Ich glaube, heute, am Tag der Deutschen Einheit, können wir auf eine ganze Menge Erfolge und gute Ergebnisse zurückblicken. Wir sehen aber auch, dass es noch weiterer gemeinsamer Anstrengungen bedarf, unseren Landkreis Schritt für Schritt zu entwickeln und zu formen. Und wer unvoreingenommen mit offenen Augen durch die jetzige Zeit geht, der merkt sehr wohl, dass wir eine Reihe von Problemen haben, die dringend gelöst werden müssen. Probleme, die mir Sorgen bereiten. Dabei bewegt mich die extrem hohe Arbeitslosigkeit genauso wie die ca. 7000 Bürgerinnen und Bürger, meist junge Leute, die seit der Wende unseren Landkreis verlassen haben, um in den alten Bundesländern ihrem Erwerb nachzugehen. So sehr ich das nachvollziehen kann; aber wenn es uns nicht gelingt, den jungen Menschen hier vor Ort eine sichere und gute Existenz zu bieten, dann kann es sein, dass wir im wahrsten Sinne des Wortes bald "alt aussehen". Ebenso bewegt mich der unübersehbare Anstieg von Firmen die Insolvenz anmelden müssen. Dass dadurch Arbeitsplätze schneller wegbrechen als wir neue schaffen können, ist die Konsequenz.
Um so mehr ist es für mich und für uns alle wichtig, dass wir unsere Kräfte bündeln, dass wir uns zusammenraufen und uns auf die vorhandenen Fähigkeiten und Potentiale besinnen, die wir heute brauchen und die ganz einfach erforderlich sind, um unseren Landkreis mit seinen Städten und Gemeinden weiter zu entwickeln, um wirtschaftliche, soziale und kulturelle Werte zu schaffen, die einen Sinn für die Region ergeben. Um dieses Ziel zu erreichen, möchte ich Sie alle ermuntern, sich mit ihren Möglichkeiten und mit Ihrer ganzen Kraft einzubringen.
Werte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
obwohl wir mit dem Tag der Deutschen Einheit allen Grund zum Feiern haben, gestatten Sie mir doch noch ein paar Worte zu den Geschehnissen in New York und Washington. Für das was dort geschehen ist kann ein zivilisierter Mensch kaum noch plausible Worte finden. Irre Fanatiker stürzen in einer unübertroffenen Art von Perversion unschuldige Menschen sinnlos in den Tod. Sie zeigen damit in beispielloser Weise, wozu Menschen fähig sein können und wie leicht verwundbar wir alle sind. Egal, wo wir leben. Ich glaube auch in Ihrem Namen zu sprechen, liebe Bürgerinnen und Bürger, wenn ich den betroffenen Menschen in den Vereinigten Staaten von Amerika, dem Präsidenten, den Einsatzkräften und den vielen unzähligen Helfern das tiefe Mitgefühl und den Respekt aller im Landkreises Nordhausen lebenden Menschen zum Ausdruck bringe.
Der 3. Oktober 2001 ist somit für uns alle nicht nur ein Tag der Besinnung und des Rückblickes, sondern auch ein Tag des Mitgefühls und des Respektes vor dem amerikanischen Volk. Trotz alledem und vielleicht auch gerade deshalb lassen Sie uns gemeinsam den Tag der Deutschen Einheit mit Besinnung und mit Zuversicht feiern, geradeso wie es der Würde der zivilisierten und friedliebenden Menschen auf dieser Welt entspricht.
Ich grüße Sie freundlich
Ihr Joachim Claus, Landrat des Landkreises Nordhausen


