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So, 08:00 Uhr
22.12.2019
ADAC Umfrage

Pendeln oft noch alternativlos

Pendler mit dem Auto nehmen häufig auch längere Fahrten auf sich, um die Distanz zwischen Wohnort und Arbeitsstätte zu überwinden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des ADAC unter Auto-Pendlern, die sich mit Fragen der Dimension und Akzeptanz des Pendelns sowie mit Ursachen für und Alternativen zum Pkw-Pendeln auseinandersetzt...

Fast die Hälfte der befragten Berufspendler überwindet demnach Strecken von 20 Kilometern oder mehr. Dieser Teil der Pendler könnte von der höheren Pendlerpauschale profitieren, mit der steigende Kraftstoffpreise kompensiert werden sollen. Im Umkehrschluss muss jedoch über die Hälfte der Auto-Pendler ohne den finanziellen Ausgleich auskommen.

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Auffällig ist, dass der überwiegende Teil der Pkw-Pendler keine Möglichkeit oder Veranlassung sieht, die Trennung von Wohn- und Arbeitsort aufzulösen. 60 Prozent der Befragten geben an, dass sie keinen gleichwertigen Arbeitsplatz finden würden, der dem Wohnort näher liegt. 54 Prozent fühlen sich ihrem Wohnort emotional verbunden und nehmen das Pendeln dafür in Kauf.

Schnelligkeit, Flexibilität und Komfort der Autofahrt werden überwiegend als Vorteil gegenüber anderen Verkehrsmitteln genannt. Als nachteilig werden verkehrliche Aspekte wie Stau, rote Wellen und aggressive Verkehrsteilnehmer sowie Umweltbedenken empfunden. Dabei führt allerdings nur knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) Nachteile für das Klima als kritischen Gesichtspunkt der Auto-Nutzung an – gegenüber 57 Prozent, die sich über den Verkehr ärgern.

Hauptgrund für die Wahl des Autos ist ein fehlendes ÖPNV-Angebot – für eine Mehrheit der Pendler ist das Angebot an Bus und Bahn nicht ausreichend. Auch perspektivisch wird offenbar nicht davon ausgegangen, dass mittelfristig ein ÖPNV Angebot bestehen wird: Auto-Pendler können sich am ehesten vorstellen, eine Mitfahrgemeinschaft zu bilden.

Die Verteuerung der Kraftstoffpreise auf bis zu 18 Cent in 2026 wird für die überwiegende Mehrheit der Befragten Auto-Pendler (70 Prozent) als nicht akzeptabel empfunden. Im Rahmen des Vermittlungsverfahrens von Bundestag und Bundesrat wurde die CO2-Bepreisung inzwischen noch angehoben.

Vor diesem Hintergrund warnt der ADAC davor, bedeutende Teile der Bevölkerung beim Klimaschutz zu überfordern. Dies sollte bei der noch anstehenden Neugestaltung der Kraftfahrzeugsteuer beachtet werden. ADAC Vizepräsident für Verkehr Gerhard Hillebrand: „Pendeln mit dem eigenen Pkw entspricht der Lebenswirklichkeit vieler Menschen in Deutschland. Oft besteht auch keine echte Alternative.“

Aus Sicht des ADAC wird Pendeln mit dem Auto auch langfristig notwendig bleiben, zumal es in vielen ländlichen Regionen kein ausreichendes ÖPNV-Angebot geben kann und wird. Hillebrand dazu: „Wir brauchen für echte Fortschritte beim Klimaschutz mehr grüne Auto-Mobilität. Gerade in der Fläche müssen wir die Antriebswende voranbringen, um bezahlbare und saubere Mobilität für jeden zu gewährleisten.“

Informationen zur Umfrage
Erhebungszeitraum: 22. bis 28. November 2019
Grundgesamtheit: Auto-Pendler in Deutschland (definiert als Personen ab 18 Jahren, deren Arbeits-/Ausbildungsplatz außerhalb ihrer Wohngemeinde bzw. innerhalb einer Großstadt mehr als 20 km vom Wohnort entfernt liegt, und die in der Regel an (fast) jedem Arbeitstag selbst als Fahrer mit dem Pkw dorthin pendeln
Stichprobe: 998 Personen
Methode: CAWI (Computer-Aided-Web-Interviewing)
Autor: red

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Kommentare
DDR-Facharbeiter
22.12.2019, 16:06 Uhr
Weniger Pendeln schont die Umwelt.
1. Laut der ADAC-Umfrage geben 60 Prozent der Befragten an,
dass sie keinen gleichwertigen Arbeitsplatz finden würden,
der dem Wohnort näher liegt.
Da muss einmal mehr die Frage gestellt werden,
warum entstehen in Nordhausen und der Umgebung zu wenig interessante Arbeitsplätze ?
Gibt es einen kontaktfreudigen Werber für Niederlassungen am Nordhäuser Gewerbe-Standort ?
Wer unterstützt die startups, die ideenreichen Existenzgründer ?
Gibt es in der Stadt- und Kreisverwaltung einen kompetenten Helfer,
der Existenzgründern mit Rat und Tat und einem Budget hilft?
Wer sucht in Stadt und Land von Amts wegen unermüdlich
ansiedlungswillige Arbeitgeber?
Nordhausen und der Kreis bieten qualifizierte Arbeitskräfte und Grundstücke.
Weniger Pendeln schont die Umwelt.

Laut der ADAC-Umfrage fühlen sich 54 Prozent ihrem Wohnort emotional verbunden und nehmen das Pendeln dafür in Kauf.
Das kann ich bestätigen.
Ich pendelte täglich per Auto oder Bahn 40 km, weil ich nicht von meinem Gemeindeverbund (13`000 Einwohner) mit Kindergarten und
Gymnasium für meine Kinder weg wollte.
Auch das großzügig gestaltete Freibad am Flußufer, mehrere Sporthallen und das Begegnungszentrum mit Bühne und 240 Sitzplätzen
sowie ein Hallenbad wollten wir nicht missen.
Diese Anziehungspunkte verdanken wir den Einkünften durch mehrere große Firmen und Steuerzahler.
Sie wurden durch weitsichtige Bürgermeister und Gemeinderäte in unsere ehemaligen Wein- und Fischerdörfer geholt.
Denke, Nordhausen könnte sich noch ein paar Anziehungspunkte zulegen, um Pendler noch mehr emotional anzubinden.
Weniger Pendeln schont die Umwelt.
geloescht.20250302
22.12.2019, 16:34 Uhr
Pendeln wird fast zum Schimpfwort...
...und dann doktorn Politiker mit Dienstkarosse, Chauffeur und Leibwächtern an einer Pauschale als so genannter Entlastung herum.

Diese Typen waren scheinbar bis zur ihrer Karriere als Parteipolitiker entweder Dauerstudenten mit Fahrrad oder haben sofort nach dem Abitur vom vermögenden Papa ein Auto geschenkt bekommen.

Soweit weg vom Volk war in der Vergangenheit höchstens mal ein "Wirtschsftsexperte" aus-dem Politbüro namens Günter Mittag, und selbst der hat persönlich Betriebe besucht.

Was die Nachfolger von Schmidt, Kohl und Lambsdorff hingegen abliefern, spottet jedweder sozialen und vernunftbegabten Beschreibung.
alf-gordon
23.12.2019, 03:46 Uhr
Heuchlerisch..
Durch den Zusammenbruch der DDR Betriebe und dem (Preis der Einheit) Ungleichgewicht der Löhne in Ost und West, wurden viele Menschen zwangsweise zu Pendlern. Aber um die Ungerechtigkeit zu bekämpfen, erniedrigt man diese Menschen mit Klimawandel-maßnahmen.
altmeister
23.12.2019, 07:18 Uhr
Für Viele keine Möglichkeit
Die Erhöhung der Pendlerpauschale ist leider nur für gut Verdienende eine Möglichkeit, die höheren Kosten zu kompensieren, da die kleineren Einkommen oft nicht genug Lohnsteuer zahlen, um diese wirklich nutzen zu können.
Somit eine nicht wirklich gerecht greifende Entlastung, welche zu Gunsten hoher Einkommen wirkt.
Noch dazu, da diese erst ab einer Mindestentfernung genutzt werden kann.
Danke an diese, so "soziale" Groko und Konsorten, welche in den modernen Ablasshandel mit aller Kraft eingestiegen sind!
Wo bleibt die Entlastung der Bürger, welche nicht über ein perfekt ausgebautes ÖPNV - System verfügen können, die oft nur mit dem PKW ihren Arbeits- und Einkaufsweg zurück legen können?
Wie soll z. B. ein Rentner etwas kompensieren können, weil nicht, wie z. B. in Berlin, an jeder Ecke eine Haltestelle mit einer im Minutentakt fahrenden Mitfahrgelegenheit vorhanden ist, sondern der Einkauf mit dem PKW erfolgen muss?
So viele Fragen zur Ungerechtigkeit dieses Systems die mir noch einfallen...
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