Do, 15:18 Uhr
19.12.2019
Weihnachtsessen der Nordhäuser Tafel
Ein wahrer Lichtblick zum Fest der Liebe
Großer Andrang herrschte heute Vormittag vor den Räumen der Nordhäuser Tafel, wohin Leiterin Helga Rathnau und ihre Mitarbeiterinnen zum traditionellen Weihnachtsessen geladen hatten. Festlich untermalt von einem Posaunist aus Heringen, der schon vor der offiziellen Eröffnung 11 Uhr Weihnachtslieder blies…
Rosemarie Müller (li.) und Marlis Andrae kochen seit vielen Jahren das leckere Weihnachtsessen in der Nordhäuser Tafel
Fünfzig bis sechzig Menschen nehmen alljährlich das Festmahl zu Weihnachten in Anspruch uns seit mehr als zwanzig Jahren gibt es diese Einrichtung. Seit vielen Jahren werden wir dabei von der Nordthüringer Volksbank großzügig unterstützt, erzählt Frau Rathnau, die besonnen und mit sicherer Hand die Einrichtung managt. Thüringenweit gehört die Nordhäuser zu einer der wenigen Tafeln, die keinem Trägerverein angehören, sondern sich selbst als Verein organisiert haben. Das schafft einige Freiheiten in der Arbeit, berichtet die Leiterin. Der Vereinszweck ist dabei schnell beschrieben: Überproduzierte Lebensmittel an bedürftige Menschen weiterleiten. Dass es heute noch so viele Menschen in Not gibt, hat sich Helga Rathnau in den Neunziger Jahren nicht vorstellen können. Derzeit werden es zwar nicht mehr Hilfeempfänger, aber eben auch nicht weniger.
Die Besorgung der Lebensmittel ist bestens durchorganisiert. Zwei Fahrer sind tagsüber unterwegs, um von Großmärkten und Küchen überschüssige Waren abzuholen, die dann in der Grimmelallee verteilt werden. Zu den Tafel-Besuchern zählen Menschen aus allen Altersschichten, sagt Helga Rathnau. Sie persönlich wünsche sich, dass noch mehr hilfebedürftige alleinerziehende Mütter den Weg zur Tafel fänden. Mütter mit kleinen Kindern werden immer bevorzugt behandelt, hat Helga Rathnau festgelegt.
Der feste Mitarbeiterstamm der Nordhäuser Tafel rekrutiert sich aus drei Kollegen auf 450-Euro-Basis, zwei Ein-Euro-Jobbern und hin und wieder Praktikanten von der Hochschule. Heute erhielt die Tafel eine weitere inzwischen auch schon traditionelle personelle Hilfe zum Weihnachtsfestessen. Rosemarie Müller aus Limlingerode und die Nordhäuserin Marlis Andrea waren schon vor vielen Jahren bei Helga Rathnau in einer Maßnahme bei der Tafel beschäftigt und kommen jedes Jahr, um ehrenamtlich das Weihnachtsessen zu kochen.
In der Adventszeit sind es nicht nur einfache Grundnahrungsmittel oder Obst und Gemüse, die von der Nordhäuser Tafel bereitgestellt werden, sondern auch viele Süßigkeiten und Backwerk. Während wir im Büro sprechen, kommen auch die Pfarrer aus Heringen und vom Nordhäuser Dom und überbringen die ökumenische Kollekte, die während der Martinifeierlichkeiten in den Kirchen gesammelt wurde. Eine Nordhäuser Unternehmerin platzt mit einer Kiste voller Leckereien herein und fragt, ob sie das hier so abgeben könne. Über diese Hilfsbereitschaft freut sich Helga Rathnau noch wie am ersten Tag, als sie im Angestelltenverhältnis des JuSoWe ihre Arbeit zum Wohle anderer begann. Heute beliefert die Nordhäuser Tafel außer der eigenen Ausgabestelle und der Suppenküche auch die Notunterkunft und andere soziale Einrichtungen mit Lebensmitteln. Oberstes Prinzip ist für die Chefin, dass es keinerlei Nachweises einer Hilfsbedürftigkeit bedarf und die Anonymität der Gäste strikt gewahrt bleibt.
Mit Lebensmitteln sind wir so ausreichend versorgt, dass es für alle reicht, die am Rande des Existenzminimums leben zu uns kommen, erläutert die topfitte Endsiebzigerin. Woran es aber immer mangelt ist bares Geld für dien laufenden Betriebskosten und die Erhaltung und Betankung unserer Fahrzeuge. Deshalb freuen sich die Tafel-Mitarbeiter über jeden Spende, und sei sie noch so klein.
Auch zwischen den Feiertagen werden Helga Rathnau und ihre Mitarbeiterinnen für ihre Gäste da sein und am 27. Dezember die Suppenküche noch einmal öffnen.
Olaf Schulze
Autor: oschRosemarie Müller (li.) und Marlis Andrae kochen seit vielen Jahren das leckere Weihnachtsessen in der Nordhäuser Tafel
Fünfzig bis sechzig Menschen nehmen alljährlich das Festmahl zu Weihnachten in Anspruch uns seit mehr als zwanzig Jahren gibt es diese Einrichtung. Seit vielen Jahren werden wir dabei von der Nordthüringer Volksbank großzügig unterstützt, erzählt Frau Rathnau, die besonnen und mit sicherer Hand die Einrichtung managt. Thüringenweit gehört die Nordhäuser zu einer der wenigen Tafeln, die keinem Trägerverein angehören, sondern sich selbst als Verein organisiert haben. Das schafft einige Freiheiten in der Arbeit, berichtet die Leiterin. Der Vereinszweck ist dabei schnell beschrieben: Überproduzierte Lebensmittel an bedürftige Menschen weiterleiten. Dass es heute noch so viele Menschen in Not gibt, hat sich Helga Rathnau in den Neunziger Jahren nicht vorstellen können. Derzeit werden es zwar nicht mehr Hilfeempfänger, aber eben auch nicht weniger.
Die Besorgung der Lebensmittel ist bestens durchorganisiert. Zwei Fahrer sind tagsüber unterwegs, um von Großmärkten und Küchen überschüssige Waren abzuholen, die dann in der Grimmelallee verteilt werden. Zu den Tafel-Besuchern zählen Menschen aus allen Altersschichten, sagt Helga Rathnau. Sie persönlich wünsche sich, dass noch mehr hilfebedürftige alleinerziehende Mütter den Weg zur Tafel fänden. Mütter mit kleinen Kindern werden immer bevorzugt behandelt, hat Helga Rathnau festgelegt.
Der feste Mitarbeiterstamm der Nordhäuser Tafel rekrutiert sich aus drei Kollegen auf 450-Euro-Basis, zwei Ein-Euro-Jobbern und hin und wieder Praktikanten von der Hochschule. Heute erhielt die Tafel eine weitere inzwischen auch schon traditionelle personelle Hilfe zum Weihnachtsfestessen. Rosemarie Müller aus Limlingerode und die Nordhäuserin Marlis Andrea waren schon vor vielen Jahren bei Helga Rathnau in einer Maßnahme bei der Tafel beschäftigt und kommen jedes Jahr, um ehrenamtlich das Weihnachtsessen zu kochen.
In der Adventszeit sind es nicht nur einfache Grundnahrungsmittel oder Obst und Gemüse, die von der Nordhäuser Tafel bereitgestellt werden, sondern auch viele Süßigkeiten und Backwerk. Während wir im Büro sprechen, kommen auch die Pfarrer aus Heringen und vom Nordhäuser Dom und überbringen die ökumenische Kollekte, die während der Martinifeierlichkeiten in den Kirchen gesammelt wurde. Eine Nordhäuser Unternehmerin platzt mit einer Kiste voller Leckereien herein und fragt, ob sie das hier so abgeben könne. Über diese Hilfsbereitschaft freut sich Helga Rathnau noch wie am ersten Tag, als sie im Angestelltenverhältnis des JuSoWe ihre Arbeit zum Wohle anderer begann. Heute beliefert die Nordhäuser Tafel außer der eigenen Ausgabestelle und der Suppenküche auch die Notunterkunft und andere soziale Einrichtungen mit Lebensmitteln. Oberstes Prinzip ist für die Chefin, dass es keinerlei Nachweises einer Hilfsbedürftigkeit bedarf und die Anonymität der Gäste strikt gewahrt bleibt.
Mit Lebensmitteln sind wir so ausreichend versorgt, dass es für alle reicht, die am Rande des Existenzminimums leben zu uns kommen, erläutert die topfitte Endsiebzigerin. Woran es aber immer mangelt ist bares Geld für dien laufenden Betriebskosten und die Erhaltung und Betankung unserer Fahrzeuge. Deshalb freuen sich die Tafel-Mitarbeiter über jeden Spende, und sei sie noch so klein.
Auch zwischen den Feiertagen werden Helga Rathnau und ihre Mitarbeiterinnen für ihre Gäste da sein und am 27. Dezember die Suppenküche noch einmal öffnen.
Olaf Schulze



