Traktoren unterwegs
Bauern protestieren gegen Agrar-Politik
Mit einem stillen Protest machten Südharzer Bauern heute gegen Agrarpolitik von EU und Bundesregierung mobil. Doch so ganz still war der Protest denn auch nicht...
Protest der Landwirte (Foto: S. Dietzel)
Dem Aufruf des Kreisbauernverbandes waren zahlreiche Bauern mit ihren Traktoren gefolgt, die sich auf dem Parkplatz am Schern im Landkreis Nordhausen versammelten.
Mit dieser Aktion wollten sich die Landwirte mit ihren Berufskollegen in den Niederlanden solidarisieren und ihren Unmut über immer strengere Auflagen und Regulierungen zum Ausdruck bringen. An vielen landwirtschaftlichen Maschinen waren Protestbanner angebracht.
Autor: red
Kommentare
Paulinchen
18.12.2019, 20:37 Uhr
Die Partei, die Partei...
... hat immer Recht. So war der Slogan der SED. Die Partei hat den Bauern gesagt, wann sie ihre Felder bestellen und wann sie die abernten müssen.
Aus meiner Sicht, hat sich seit dem Beitritt unserer Bauern der ehemaligen DDR nichts wesentliches geändert. Die Schreibtisch Täter in Brüssel ruinieren unsere Landwirtschaft stetig weiter. Erst am Montag, habe ich definitiv erfahren, dass wir Gülle aus Holland bekommen und die auf unserern Feldern ausbringen müssen. Wohl wissend dass unsere Böden stark mit Nitrat belastet und Spuren davon schon da und dort das Grundwasser erreicht hat. Brauchen wir tatsächlich Rindfleisch aus Argentinien, Gänse aus Polen? Meiner Meinung nach, sind die hiesigen Bauern doch locker in der Lage, uns mit allem zu versorgen. Aber - ich wünsche mir, dass die Tiere eine artgerechte Haltung und Aufzucht haben und solche Meldungen wie vor 14 Tagen nie wieder im TV gezeigt werden können. Denn das ist für mich Etikettenschwindel. Bio steht auf der Verpackung und die Tiere haben niemals die Sonne oder Tageslicht gesehen und haben auch niemals auf allen 2 oder je nach Art, auf 4 Beinen stehen können. Es muss doch auch möglich sein, dass die Bauern auf die Gabe von Antibiotika verzichten können. Eine gesunde Aufzucht und Haltung bringt bestimmt auch gesunde Tiere hervor. Also ihr lieben Bauern, sorgt dafür, dass unter Euch keine schwarzen Schafe mehr sind, dann klappt es auch mit dem gerechten Preis für die guten Waren.
alexa
18.12.2019, 21:17 Uhr
"Bauern"-Protest am Thema vorbei
Viele so gennanten "Bauern" sind heute eher Maschinisten und Chemikalien-Mischer, die über nachhaltige Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit so viel wissen, wie mancher der kritisierten FridayFor Future-Kinder über die Wirkung von Treibhausgasen. Nämlich wenig bis nichts. Ohne Glyphosat weiß offensichtlich keiner mehr, wie man einen Acker bestellen soll. Schämt Euch!
Wie schön die geputzten Maschinchen alle aufgefahren werden. Ja genau so wollen wir die industrielle Landwirtschaft sehen. Toll! Wenn man dann noch den Mais an die Biogas-Anlage verkaufen kann, ist doch der Klimaschutz auch opportun? .... Was wollen die Landwirte eigentlich?
Der Milchpreis ist so niedrig, weil Ihr Eure Betriebe mit falschen Anreizen aus Brüssel (Subventionen, die Betriebsvergrößerungen belohnen) aufgepumpt habt und Euch jetzt gegenseitig Konkurrenz macht. Dazu kommen noch geizige Verbraucher im Discounter, denen die Folgen Ihres Billig-Einkaufes nicht bewusst sind. Dagegen solltet Ihr kämpfen! Da sind viele FFF-Kids wahrscheinlich sogar Eure Partner.
Ökologisch und nachhaltig arbeitende Betriebe, die zugleich die Böden nicht verseuchen und alles Getier, was dort lebte haben diesen Protest hier nicht nötig. Mir fallen leider nur die Forst-Farm und Ziegenalm Sophienhof ein, die das erfolgreich vormachen. Ich kaufe dort öfter.
Versucht es doch bitte auch mal mit umdenken. Viele Verbraucher wollen Eure toten Äcker nicht mehr. Wer seine Scholle wirklich liebt, dem sollte auch Klimaschutz Herzensangelegenheit sein! Die Proteste gehen für mich am Thema vorbei.
A.kriecher
19.12.2019, 07:14 Uhr
Gerbothe
War die Frau Gerbothe mit am Start?
Ismael
19.12.2019, 07:31 Uhr
Nitrat ist auch für Landwirte giftig...
So richtig rational verstehen kann ich den Unmut der Landwirte nicht. Den Begriff Bauern verwende ich bewusst hier nicht, da er meiner Meinung nach falsche Vorstellungen suggeriert. Bei den heutigen Betriebsgrößen sollte man halt von normalen Wirtschaftsbetrieben ausgehen.
Fakt ist, das Nitrat im Grundwasser ist gesundheitsgefährdend für Mensch, Tier – und ja, auch für den Landwirt selber. Hauptquelle der Nitratbelastung ist die Landwirtschaft. Es läge also im eigenen Interesse etwas zu ändern.
Und für Menschen wie mich, die auf dem Dorfe aufgewachsen sind, dort leben und die Arbeit der Landwirte erleben, scheint es öfters so, dass es durchaus Spielräume bei Lagerung und Ausbringung von Düngemitteln gibt.
Emotional ist mit schon klar das die Landwirte sich nicht ändern wollen, es sind ja auch nur Menschen.
Das Grundübel sind aber die viel zu niedrigen Lebensmittelpreise…aber das steht auf einem anderen Blatt.
geloescht.otto
19.12.2019, 08:29 Uhr
Plakat
Die Aussage auf diesem Plakat hat den Kern schon mal, diese Zeit ging 1989 zu ende) sehr gut getroffen!!
Was ich sagen will: alle Politiker (ob DDR oder BRD oder die Heutigen) in einen Sack stecken und mit dem Knüppel draufhauen - man trifft immer den Richtigen. (altes Sprichwort)
Psychoanalytiker
19.12.2019, 09:47 Uhr
Liebes Paulinchen, Sie vergaßen in ihrem Kommentar ...
... zu erwähnen, dass so mancher "Bauer" seinen Tieren nicht nur "Antibiotika", sondern schon "Notfall-Antibiotika" verabreicht. Resistenzen machen immer mehr die Runde, da starb z.B. vor nicht allzu langer Zeit ein "Gassi gehender" Spaziergänger, weil er ausrutschte, sich eine Schürfwunde zuzog aber auch in einen Wassergraben fiel. Nein, er ertrank nicht, im Wasser waren resistente Bakterien, gegen die selbst Notfall-Antibiotija nicht mehr wirkten. Diese waren nämlich bereits Nutztieren verabreicht worden, in den Lebensmittelkreislauf gelangt und eingenommen worden. Aber dagegen schaffen "unsere" Politiker auch keine wirkungsvollen Gesetze ....
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