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Di, 11:32 Uhr
02.10.2001

KMG will Betriebsratschef feuern

Sülzhayn/Bad Wilsnack (nnz). Der KMG-Vorstand will den Vorsitzenden des Betriebsrates der Reha-Klinik in Sülzhayn aus dem Amt entfernen. Darüber informierte heute die Gewerkschaft Ver.di die nnz.

Nach Auffassung der Gewerkschaft soll Betriebsratschef Michael Seifert aus dem Unternehmen gefeuert werden. Vor dem Arbeitsgericht Nordhausen soll deshalb am kommenden Montag eine Verhandlung stattfinden. Für die Gewerkschaft sei dies ein Versuch, einen engagierten Betriebsrat mundtot zu machen.

„Wir arbeiten seit zehn Jahren zusammen und sehen überhaupt keinen Grund für ein solches Vorgehen. Im Frühjahr hatte es eine schwierige Situation gegeben, als den Beschäftigten zweimal verspätet die ihnen zustehende Vergütung gezahlt wurde, der Arbeitgeber Kurzarbeit einführen wollte und Änderungskündigungen ausgesprochen hat“, erläuterte Dorothee Schmidt von der Gewerkschaft Ver.di die damaligen Ereignisse gegenüber nnz. Der Betriebsrat der Sülzhayner Einrichtung sei zu diesem Zeitpunkt gegen die Einführung der Kurzarbeit gewesen. Grund hierfür soll die fehlende Information über die betriebswirtschaftliche Situation des Unternehmens gewesen sein. Gespräche zwischen dem Betriebsrat und dem Arbeitgeber seien mehrfach abgesagt worden (siehe hierzu auch ausführlich im Archiv der nnz).

„In einer Betriebsversammlung ist die vom Arbeitgeber verursachte prekäre Situation erörtert worden, kritische und besorgte Töne sind da nicht ausgeblieben. Jedoch ist in der Versammlung von niemandem zum Streik aufgerufen worden. Dieser Vorwurf ist völlig absurd“, urteilt die Ver.di-Vertreterin, die selbst an der Sitzung Ende Mai teilnahm. Vertrauensleute der Gewerkschaft hatten in der Woche nach der Betriebsversammlung mit Mitgliedern und Beschäftigten der Reha-Klinik über die Möglichkeit einer Protestveranstaltung nachgedacht. Zu dieser sei es jedoch nach Auskunft der Gewerkschaft nicht gekommen, weil sich die Beschäftigten zuerst einmal in einem sorgenvollen Brief an die Geschäftsleitung in Bad Wilsnack gewandt hatten. Nun scheint es der Geschäftsführung, die mit massivem Druck gegenüber ihren Beschäftigten aufgetreten ist, an den erforderlichen Kenntnissen über die demokratischen Spielregeln zu fehlen, vermutet Dorothee Schmidt gegenüber nnz.
Autor: nnz

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