Sa, 08:48 Uhr
29.09.2001
nnz-Rückspiegel: 29. September 2000
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden.
Logengebäude: Stadt legt Widerspruch gegen Rückübertragung ein
Die Nordhäuser Stadträte beschlossen gestern, Widerspruch gegen die Rückübertragung des Logengebäudes durch das Staatliche Amt zur Regelung offener Vermögensfragen (AROV) einzulegen. Die Mühlhäuser Außenstelle des AROV hatte im August einen Bescheid erlassen und das Logengebäude in der Domstraße an die Große Landesloge in Berlin rückübertragen. Einzige Lücke aus städtischer Sicht könnte die Nutzung als Kindertagesstätte nach 1990 sein. Auch der Umstand, daß in das Gebäude nahezu 1,5 Millionen Mark geflossen sind, soll aus Nordhäuser Sicht in die Waagschale geworfen werden. In der Begründung des gestrigen Beschlusses wird befürchtet, daß die Konzeption des Jugendsozialwerkes für die Kulturarbeit Das Haus mit der Rückübertragung gefährdet ist. Nun will die Stadt Nordhausen die Reaktion auf den erhobenen Widerspruch abwarten, um dann eventuell Regreßforderungen zu erheben. Hier müßte jedoch der Stadtrat in einer seiner nächsten Sitzungen entscheiden.
Die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland in Berlin als Eigentümerin steht schon seit längerer Zeit mit der Stadtverwaltung und dem Jugendsozialwerk in Verhandlungen. Hierzu soll seitens der Loge eine weitere Nutzung der Gebäude durch das Jugendsozialwerk angeboten worden sein. Die Rede ist nach nnz-Recherchen von einer Miete von 42.000 Mark pro Jahr. Eventuell, so war zu hören, könnten getätigte Investitionen in einem gewissen Teil gegengerechnet werden.
Die Miete, die die Loge als jetzige Eigentümerin des Gebäudes einnehmen will, sollte einerseits verträglich, auf der anderen Seite aber auch kostendeckend sein, erläutert der Abgeordnete Logenmeister der Johannisloge Zur gekrönten Unschuld, Volker Vogt. Die Loge hofft auf eine gedeihliche Zusammenarbeit mit den Jugendlichen. Vorstellbar sei sogar die Etablierung eines kulturellen Zentrums im hinteren Teil des Gebäudes, das derzeit von der Jugendeinrichtung Das Haus genutzt wird. Ausstellungen, Galerien im Hof, ein Saal für Stadtratssitzungen - all das sei machbar, so Vogt im nnz-Gespräch. Die Loge hofft auf eine fruchtbare Symbiose und hat auch in der Zusammenarbeit mit dem Nordhäuser Theater erste Zeichen gesetzt. Der Nordhäuser Kulturtempel zahlt für die Nutzung der Logen-Räume lediglich eine symbolische Miete. Das Verhältnis zwischen Loge und Theater war nicht immer so gedeihlich. Das lag nach Worten von Volker Vogt eher an den Personen, die im Theater das Sagen hatten. Nur ungern erinnert sich Vogt an die Ära Nix. Noch bevor Dr. Monika Pirkelbauer die Intendanz in Nordhausen offiziell übernahm signalisierte sie noch aus Österreich ihre Bereitschaft zu einer gegenseitig befruchtenden Zusammenarbeit.
Küchenarbeitsplatten made in Thüringen aus Werther
Küchen-Arbeitsplatten aus einem neuentwickelten, hochmodernen Material, werden künftig in der Nähe von Nordhausen produziert und in die gesamte EU versendet. In diesen Tagen nimmt die deutsche Firma AMFI TOP die Produktion in ihrem neuen Werk im Gewerbegebiet "Am Mühlweg" bei Werther auf. "1,85 Millionen Mark investieren norwegische Investoren in eine deutsche Produktionsanlage. Bis zu 20 Arbeitsplätze sollen dort in den kommenden drei Jahren entstehen", erklärte der Sprecher der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen; Reinhold Stanitzek, gegenüber nnz. Die neu gegründete AMFI TOP GmbH ist heute eine Weiterentwicklung der Firma SA Fürstenberg AS und stellt in einem in den USA neu entwickelten Verfahren Küchen- und Sanitärbauteile in solid-surface her, insbesondere Arbeitsplatten mit Spülen. Dabei wird Granulat in einem Gussverfahren verarbeitet; die fertigen Teile ähneln in ihrem Aussehen einer Oberfläche aus Granit. Sie sind von optimaler Qualität und strapazierfähig. Durch diese guten Eigenschaften und durch die leichte Verarbeitungsmöglichkeit werden sie von Küchenbauern stark nachgefragt. Durch die zentrale Lage in Thüringen, Deutschland und der EU wurde hier nach einem geeigneten Standort gesucht. Mit Unterstützung durch die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen und die Stadtverwaltung Nordhausen wurde das Unternehmen im Gewerbegebiet Werther fündig und wird jetzt die Produktion anlaufen lassen.
Fachhochschule: Neuer Kollege verstärkt Professoren-Team
Das Professorenkollegium der Fachhochschule Nordhausen (FHN) hat Verstärkung erhalten. Aus den Händen von Rektorin Prof. Rauschhofer wurde Dr. Christian Juckenack die Ernennungsurkunde überreicht. Juckenack übernimmt im Studiengang Technische Sanierung den wichtigen Schwerpunktbereich Flächenrecycling und Landschaftstechnologie. Prof. Juckenack (Jahrgang 1959) stammt aus Iserlohn, seine Ausbildung führte in nach Kaiserslautern sowie an die Universitäten Marburg/Lahn und Göttingen, wo er 1985 diplomierte. Weitere Tätigkeiten als Dozent gehören ebenso zu seiner Vita wie Erfahrungen in der Wirtschaft. Nordhausen sei als Stadt für ihn natürlich Neuland, jedoch hoffe er, bald die erforderlichen Kontakte zu knüpfen, um schließlich auch den Praxisbezug für die Studenten herstellen zu können. Dazu soll unter anderem ein gerade angelaufenes Förderprojekt Fachdokumentation Sanierungstechnik in Nordthüringen dienen. Es soll speziell im Zusammenhang mit den Bergbaufolgelandschaften im Norden des Freistaates vorhandenes Fachwissen bündeln und national sowie international zur Verfügung stellen.
Ein starkes Stück Ellrich auf starken 480 Seiten
Noch im Oktober erscheint eine Abhandlung über die Südharzstadt Ellrich. Unter dem Titel Das alte Ellrich. Geschichte einer Südharzstadt kommt das 480 Seiten starke Buch auf den lokalen Markt. Es wird mit einer Auflage von 400 Stück herausgegeben.
Autor Dr. Peter Kuhlbrodt behandelt umfassend und ausführlich die Geschichte der Stadt Ellrich von ihren Anfängen bis zum Jahr 1945. Quellentexte und Berichte von Augenzeugen sind in dem Werk ebenso enthalten, wie Analysen und zusammenhängende Darstellungen zu vielfältigen Themen des Alltags. Mit besonderer Akribie wurde das Spezifische und Einmalige aus der bewegten Vergangenheit der ehemaligen Hauptstadt der Grafschaft Hohnstein von Kuhlbrodt herausgearbeitet. Der Autor ist Archivar der Stadt Nordhausen, promovierter Historiker und Mitglied der Historischen Kommission für Thüringen.
Dietrich Beyse (CDU) gewählt - Beifall für mutige Worte von Thomas Pape
Fast wäre die Wahl des zweiten hauptamtlichen Beigeordneten der Stadt Nordhausen zu einem Politikum verkommen. Kurz vor dem eigentlichen Wahlgang stellte plötzlich Helmut Uebener (SPD) die Frage, welche Stellung der zur Wahl stehende Dietrich Beyse (CDU) zur Beigeordnetenwahl im Kreistag und ihren bekannten Folgen bezieht. Beyse brauchte die Frage nicht zu beanworten. Thomas Pape (CDU) stellte den Antrag, diese Frage nicht zuzulassen. Mehrheitlich wurde sein Antrag angenommen. Danach machte SPD-Fraktionär René Kübler klar, dass sich die SPD-Stadtratsfraktion bereits am Montagabend darauf geeinigt hatte, Dietrich Beyse als Kandidat zu unterstützen (siehe nnz weiter unten). Anschließend hielt Pape eine kurze aber doch bemerkenswerte Rede. Er bezeichnete die SPD-Haltung als ordentlich und ehrenhaft und verwies auf langjährige Traditionen im Nordhäuser Stadtrat. Da habe man sich zwar mitunter auch in den Haaren gehabt, doch sei man stets an der richtigen Stelle vernünftig geworden. Dann ging Thomas Pape auf seine Rolle als Mitglied des Nordhäuser Kreistages ein. Das Verfahren, das jetzt gegen die beiden demokratisch gewählten Beigeordneten angezettelt wurde, das werde er nicht akzeptieren. Sein Ausdruck dafür: Feige. Er habe zwar weder Jendricke noch Gorges gewählt, doch man müsse sich in einer Demokratie den demokratischen Spielregeln und Entscheidungen beugen. Die demokratische Macht, per Wahl zu bestimmen, wer den Posten der hauptamtlichen Beigeordneten im Landratsamt bekleiden soll, die dürfe man sich nicht aus den Händen nehmen lassen und es einem Landesverwaltungsamt überlassen. Beifall aus allen vier Fraktionen erhielt Pape in dem er sagte: Dieses Verfahren, sprich die Rücknahme der Anfang September gefassten Beschlüsse, sei einer Demokratie unwürdig.
Ach so: Gewählt wurde in der überdimensionierten Garage in Steigerthal auch noch. Von 37 abgegebenen Stimmen erhielt Dietrich Beyse 35. Zwei Stimmen waren ungültig. Beyse nahm seine Wahl an und wurde anschließend durch Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) berufen. Die Stadträte honorierten dies mit Beifall, auch die anwesenden Mitarbeiter der Stadtverwaltung, wobei ein Amtsleiter aus dem alten und neuen Beyse-Dezernat sich mit seinem Beifall sehr schwer tat.
45.308 Mark für Bundesstiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft
Die Stadt Nordhausen wird sich an der Entschädigung ausländischer Zwangsarbeiter beteiligen. Das beschloß am Nachmittag der Stadtrat. Die Stadtverwaltung wurde beauftragt, in die Bundesstiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft 45.308 Mark einzuzahlen. Damit entfällt auf jeden Nordhäuser Bürger 1 DM. Hintergrund dieses Beschlusses ist die Tatsache, dass während des zweiten Weltkrieges über 80 Zwangsarbeiter in der Stadtverwaltung der Rolandstadt arbeiten mussten. Die Zahlung der Summe wird in Abstimmung mit den Städten Weimar und Halberstadt vorgenommen, die ähnliche Beschlüsse gefasst hatten.
Bestandsaufnahme: 16-Millionen-Loch in der Stadtkasse im nächsten Jahr
Während der heutigen Stadtratssitzung machte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) erneut auf die prekäre künftige Haushaltssituation aufmerksam. Nach ersten Berechnungen der Kämmerei würden im kommenden Haushaltsjahr rund 16 Millionen Mark fehlen, die eine nicht veränderbare Mitteleinnahme darstellen. So werde das Land Thüringen zum Beispiel im Zuge seiner Haushaltskonsolidierung sechs Millionen Mark weniger Schlüsselzuweisungen leisten, Steuereinnahmen würden sich um vier Millionen Mark reduzieren und schließlich käme eine um 2,8 Millionen Mark erhöhte Kreisumlage für 2001 noch hinzu. Rinke will am Rande der gestrigen Jahrestagung des Thüringer Gemeinde- und Städtebundes jedoch erste Signale aus der Landesregierung vernommen haben, die ein Einlenken in der Höhe des kommunalen Finanzausgleichs andeuten, doch die Stadt Nordhausen werde in der kommenden Zeit darangehen, sämtliche Aufgaben, die sie zum Beispiel für den Landkreis Nordhausen übernimmt, an den Landkreis zurückzugeben. Das werde dann im Zuge der Kreisumlage vor allem für kleine Kommunen sehr schmerzlich werden.
Autor: nnzLogengebäude: Stadt legt Widerspruch gegen Rückübertragung ein
Die Nordhäuser Stadträte beschlossen gestern, Widerspruch gegen die Rückübertragung des Logengebäudes durch das Staatliche Amt zur Regelung offener Vermögensfragen (AROV) einzulegen. Die Mühlhäuser Außenstelle des AROV hatte im August einen Bescheid erlassen und das Logengebäude in der Domstraße an die Große Landesloge in Berlin rückübertragen. Einzige Lücke aus städtischer Sicht könnte die Nutzung als Kindertagesstätte nach 1990 sein. Auch der Umstand, daß in das Gebäude nahezu 1,5 Millionen Mark geflossen sind, soll aus Nordhäuser Sicht in die Waagschale geworfen werden. In der Begründung des gestrigen Beschlusses wird befürchtet, daß die Konzeption des Jugendsozialwerkes für die Kulturarbeit Das Haus mit der Rückübertragung gefährdet ist. Nun will die Stadt Nordhausen die Reaktion auf den erhobenen Widerspruch abwarten, um dann eventuell Regreßforderungen zu erheben. Hier müßte jedoch der Stadtrat in einer seiner nächsten Sitzungen entscheiden.
Die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland in Berlin als Eigentümerin steht schon seit längerer Zeit mit der Stadtverwaltung und dem Jugendsozialwerk in Verhandlungen. Hierzu soll seitens der Loge eine weitere Nutzung der Gebäude durch das Jugendsozialwerk angeboten worden sein. Die Rede ist nach nnz-Recherchen von einer Miete von 42.000 Mark pro Jahr. Eventuell, so war zu hören, könnten getätigte Investitionen in einem gewissen Teil gegengerechnet werden.
Die Miete, die die Loge als jetzige Eigentümerin des Gebäudes einnehmen will, sollte einerseits verträglich, auf der anderen Seite aber auch kostendeckend sein, erläutert der Abgeordnete Logenmeister der Johannisloge Zur gekrönten Unschuld, Volker Vogt. Die Loge hofft auf eine gedeihliche Zusammenarbeit mit den Jugendlichen. Vorstellbar sei sogar die Etablierung eines kulturellen Zentrums im hinteren Teil des Gebäudes, das derzeit von der Jugendeinrichtung Das Haus genutzt wird. Ausstellungen, Galerien im Hof, ein Saal für Stadtratssitzungen - all das sei machbar, so Vogt im nnz-Gespräch. Die Loge hofft auf eine fruchtbare Symbiose und hat auch in der Zusammenarbeit mit dem Nordhäuser Theater erste Zeichen gesetzt. Der Nordhäuser Kulturtempel zahlt für die Nutzung der Logen-Räume lediglich eine symbolische Miete. Das Verhältnis zwischen Loge und Theater war nicht immer so gedeihlich. Das lag nach Worten von Volker Vogt eher an den Personen, die im Theater das Sagen hatten. Nur ungern erinnert sich Vogt an die Ära Nix. Noch bevor Dr. Monika Pirkelbauer die Intendanz in Nordhausen offiziell übernahm signalisierte sie noch aus Österreich ihre Bereitschaft zu einer gegenseitig befruchtenden Zusammenarbeit.
Küchenarbeitsplatten made in Thüringen aus Werther
Küchen-Arbeitsplatten aus einem neuentwickelten, hochmodernen Material, werden künftig in der Nähe von Nordhausen produziert und in die gesamte EU versendet. In diesen Tagen nimmt die deutsche Firma AMFI TOP die Produktion in ihrem neuen Werk im Gewerbegebiet "Am Mühlweg" bei Werther auf. "1,85 Millionen Mark investieren norwegische Investoren in eine deutsche Produktionsanlage. Bis zu 20 Arbeitsplätze sollen dort in den kommenden drei Jahren entstehen", erklärte der Sprecher der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen; Reinhold Stanitzek, gegenüber nnz. Die neu gegründete AMFI TOP GmbH ist heute eine Weiterentwicklung der Firma SA Fürstenberg AS und stellt in einem in den USA neu entwickelten Verfahren Küchen- und Sanitärbauteile in solid-surface her, insbesondere Arbeitsplatten mit Spülen. Dabei wird Granulat in einem Gussverfahren verarbeitet; die fertigen Teile ähneln in ihrem Aussehen einer Oberfläche aus Granit. Sie sind von optimaler Qualität und strapazierfähig. Durch diese guten Eigenschaften und durch die leichte Verarbeitungsmöglichkeit werden sie von Küchenbauern stark nachgefragt. Durch die zentrale Lage in Thüringen, Deutschland und der EU wurde hier nach einem geeigneten Standort gesucht. Mit Unterstützung durch die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen und die Stadtverwaltung Nordhausen wurde das Unternehmen im Gewerbegebiet Werther fündig und wird jetzt die Produktion anlaufen lassen.
Fachhochschule: Neuer Kollege verstärkt Professoren-Team
Das Professorenkollegium der Fachhochschule Nordhausen (FHN) hat Verstärkung erhalten. Aus den Händen von Rektorin Prof. Rauschhofer wurde Dr. Christian Juckenack die Ernennungsurkunde überreicht. Juckenack übernimmt im Studiengang Technische Sanierung den wichtigen Schwerpunktbereich Flächenrecycling und Landschaftstechnologie. Prof. Juckenack (Jahrgang 1959) stammt aus Iserlohn, seine Ausbildung führte in nach Kaiserslautern sowie an die Universitäten Marburg/Lahn und Göttingen, wo er 1985 diplomierte. Weitere Tätigkeiten als Dozent gehören ebenso zu seiner Vita wie Erfahrungen in der Wirtschaft. Nordhausen sei als Stadt für ihn natürlich Neuland, jedoch hoffe er, bald die erforderlichen Kontakte zu knüpfen, um schließlich auch den Praxisbezug für die Studenten herstellen zu können. Dazu soll unter anderem ein gerade angelaufenes Förderprojekt Fachdokumentation Sanierungstechnik in Nordthüringen dienen. Es soll speziell im Zusammenhang mit den Bergbaufolgelandschaften im Norden des Freistaates vorhandenes Fachwissen bündeln und national sowie international zur Verfügung stellen.
Ein starkes Stück Ellrich auf starken 480 Seiten
Noch im Oktober erscheint eine Abhandlung über die Südharzstadt Ellrich. Unter dem Titel Das alte Ellrich. Geschichte einer Südharzstadt kommt das 480 Seiten starke Buch auf den lokalen Markt. Es wird mit einer Auflage von 400 Stück herausgegeben.
Autor Dr. Peter Kuhlbrodt behandelt umfassend und ausführlich die Geschichte der Stadt Ellrich von ihren Anfängen bis zum Jahr 1945. Quellentexte und Berichte von Augenzeugen sind in dem Werk ebenso enthalten, wie Analysen und zusammenhängende Darstellungen zu vielfältigen Themen des Alltags. Mit besonderer Akribie wurde das Spezifische und Einmalige aus der bewegten Vergangenheit der ehemaligen Hauptstadt der Grafschaft Hohnstein von Kuhlbrodt herausgearbeitet. Der Autor ist Archivar der Stadt Nordhausen, promovierter Historiker und Mitglied der Historischen Kommission für Thüringen.
Dietrich Beyse (CDU) gewählt - Beifall für mutige Worte von Thomas Pape
Fast wäre die Wahl des zweiten hauptamtlichen Beigeordneten der Stadt Nordhausen zu einem Politikum verkommen. Kurz vor dem eigentlichen Wahlgang stellte plötzlich Helmut Uebener (SPD) die Frage, welche Stellung der zur Wahl stehende Dietrich Beyse (CDU) zur Beigeordnetenwahl im Kreistag und ihren bekannten Folgen bezieht. Beyse brauchte die Frage nicht zu beanworten. Thomas Pape (CDU) stellte den Antrag, diese Frage nicht zuzulassen. Mehrheitlich wurde sein Antrag angenommen. Danach machte SPD-Fraktionär René Kübler klar, dass sich die SPD-Stadtratsfraktion bereits am Montagabend darauf geeinigt hatte, Dietrich Beyse als Kandidat zu unterstützen (siehe nnz weiter unten). Anschließend hielt Pape eine kurze aber doch bemerkenswerte Rede. Er bezeichnete die SPD-Haltung als ordentlich und ehrenhaft und verwies auf langjährige Traditionen im Nordhäuser Stadtrat. Da habe man sich zwar mitunter auch in den Haaren gehabt, doch sei man stets an der richtigen Stelle vernünftig geworden. Dann ging Thomas Pape auf seine Rolle als Mitglied des Nordhäuser Kreistages ein. Das Verfahren, das jetzt gegen die beiden demokratisch gewählten Beigeordneten angezettelt wurde, das werde er nicht akzeptieren. Sein Ausdruck dafür: Feige. Er habe zwar weder Jendricke noch Gorges gewählt, doch man müsse sich in einer Demokratie den demokratischen Spielregeln und Entscheidungen beugen. Die demokratische Macht, per Wahl zu bestimmen, wer den Posten der hauptamtlichen Beigeordneten im Landratsamt bekleiden soll, die dürfe man sich nicht aus den Händen nehmen lassen und es einem Landesverwaltungsamt überlassen. Beifall aus allen vier Fraktionen erhielt Pape in dem er sagte: Dieses Verfahren, sprich die Rücknahme der Anfang September gefassten Beschlüsse, sei einer Demokratie unwürdig.
Ach so: Gewählt wurde in der überdimensionierten Garage in Steigerthal auch noch. Von 37 abgegebenen Stimmen erhielt Dietrich Beyse 35. Zwei Stimmen waren ungültig. Beyse nahm seine Wahl an und wurde anschließend durch Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) berufen. Die Stadträte honorierten dies mit Beifall, auch die anwesenden Mitarbeiter der Stadtverwaltung, wobei ein Amtsleiter aus dem alten und neuen Beyse-Dezernat sich mit seinem Beifall sehr schwer tat.
45.308 Mark für Bundesstiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft
Die Stadt Nordhausen wird sich an der Entschädigung ausländischer Zwangsarbeiter beteiligen. Das beschloß am Nachmittag der Stadtrat. Die Stadtverwaltung wurde beauftragt, in die Bundesstiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft 45.308 Mark einzuzahlen. Damit entfällt auf jeden Nordhäuser Bürger 1 DM. Hintergrund dieses Beschlusses ist die Tatsache, dass während des zweiten Weltkrieges über 80 Zwangsarbeiter in der Stadtverwaltung der Rolandstadt arbeiten mussten. Die Zahlung der Summe wird in Abstimmung mit den Städten Weimar und Halberstadt vorgenommen, die ähnliche Beschlüsse gefasst hatten.
Bestandsaufnahme: 16-Millionen-Loch in der Stadtkasse im nächsten Jahr
Während der heutigen Stadtratssitzung machte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) erneut auf die prekäre künftige Haushaltssituation aufmerksam. Nach ersten Berechnungen der Kämmerei würden im kommenden Haushaltsjahr rund 16 Millionen Mark fehlen, die eine nicht veränderbare Mitteleinnahme darstellen. So werde das Land Thüringen zum Beispiel im Zuge seiner Haushaltskonsolidierung sechs Millionen Mark weniger Schlüsselzuweisungen leisten, Steuereinnahmen würden sich um vier Millionen Mark reduzieren und schließlich käme eine um 2,8 Millionen Mark erhöhte Kreisumlage für 2001 noch hinzu. Rinke will am Rande der gestrigen Jahrestagung des Thüringer Gemeinde- und Städtebundes jedoch erste Signale aus der Landesregierung vernommen haben, die ein Einlenken in der Höhe des kommunalen Finanzausgleichs andeuten, doch die Stadt Nordhausen werde in der kommenden Zeit darangehen, sämtliche Aufgaben, die sie zum Beispiel für den Landkreis Nordhausen übernimmt, an den Landkreis zurückzugeben. Das werde dann im Zuge der Kreisumlage vor allem für kleine Kommunen sehr schmerzlich werden.

