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Mo, 09:45 Uhr
28.10.2019
Gewerkschaft kritisiert Mini-Löhne

40 Stunden Arbeit und am Ende reicht's nicht

40 Stunden die Woche arbeiten – und trotzdem reicht’s am Monatsende nicht: Im Landkreis Nordhausen arbeiten rund 6.700 Vollzeit-Beschäftigte zum Niedriglohn. Damit liegt jeder dritte Arbeitnehmer (36 Prozent) trotz voller Stundenzahl unter der amtlichen Niedriglohnschwelle von aktuell 2.203 Euro brutto im Monat. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit...

Die NGG Thüringen beruft sich hierbei auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Geschäftsführer Jens Löbel spricht von einem „Alarmsignal“. Tausende Menschen hätten trotz langer Arbeitstage enorme Probleme, finanziell über die Runden zu kommen. „In Metzgereien, Bäckereien, Restaurants und Hotels ist der Anteil von Niedriglohn-Beschäftigten dabei besonders hoch. Hier müssen die Firmen endlich deutlich höhere Löhne zahlen“, fordert Löbel. Nach Angaben der Arbeitsagentur liegen bundesweit 53 Prozent aller Vollzeit-Beschäftigten im Lebensmittel- und Gastgewerbe unter der Niedriglohngrenze.

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Eine Hauptursache für diesen Zustand ist nach Einschätzung der Gewerkschaft NGG die schwindende Tarifbindung. „Auch im Kreis Nordhausen zahlen immer weniger Hoteliers und Gastronomen nach Tarif“, kritisiert Löbel. Die Folgen träfen die ganze Gesellschaft: Eine aktuelle Studie des DGB beziffert die finanziellen Ausfälle durch fehlende Tarifbindung im Freistaat – von Mindereinnahmen bei den Sozialversicherungen und Steuern bis hin zur niedrigeren Kaufkraft – auf fast 4,8 Milliarden Euro.

Um diesen Trend zu stoppen, müssten sich Firmen, die Mitglied im Arbeitgeberverband sind, an die mit der Gewerkschaft ausgehandelten Tarifverträge halten und armutsfeste Löhne zahlen. Nach Beobachtung der NGG nimmt die Zahl der Verbandsmitglieder, die aus der Tarifgemeinschaft ausscheren, seit Jahren zu. Außerdem fordert die Gewerkschaft die künftige Landesregierung auf, die Stärkung der Tarifbindung oben auf die Agenda zu setzen. Sie solle sich dafür einsetzen, dass Fördermittel nur noch an tarifgebundene Betriebe vergeben werden. Betriebe, die Niedriglöhne zahlten, dürften nicht noch quersubventioniert werden.

„Außerdem muss es noch mehr Tarifverträge geben, zu denen ganze Branchen durch die Politik verpflichtet werden – gerade da, wo der Niedriglohnsektor wuchert“, so Löbel. Eine sogenannte Allgemeinverbindlichkeit könne vom Bundes- oder Landesarbeitsministerium erklärt werden. Am Ende komme es aber auch auf die Beschäftigten selbst an, betont die NGG. „Wer in der Gewerkschaft ist, hat nicht nur beim Lohn, sondern auch bei Urlaub und Arbeitszeit die besseren Karten.“

Das durchschnittliche Vollzeit-Einkommen liegt im Kreis Nordhausen laut Arbeitsagentur bei 2.557 Euro (brutto) im Monat – im Bundesschnitt sind es 3.304 Euro.
Autor: red

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Kommentare
geloescht.20250302
28.10.2019, 11:03 Uhr
Und die dafür Verantwortlichen...
...die sich selbst großkotzig "Bürgerliche Mitte" nennen, sind gestern in Thüringen dafür abgestraft worden, diese Zustände mehr oder weniger lange in Regierungsbeteiligung zu verantworten.

Direkt und stellvertretend für die sozialfeindlichen Agenden und Gesetze, die in Berlin zusammengeschustert und auf Landesebene durchgereicht werden.
Anna Lüst
28.10.2019, 14:34 Uhr
Schade...
...dass hier nicht steht, was sich unsere Politiker gönnen, und was sie für ein paar Parlamentsjahre an Rente zusätzlich bekommen.
Der monatliche Niedriglohn entspricht 12,71 Euro, der Landkreisdurchschnitt für Nordhausen 14,75 Euro und der Bundesdurchschnitt 19,06 Euro bei 40 Stunden Wochenarbeitszeit.
Das bedeutet zum Beispiel, dass ins der Service Gesellschaft fast drei Viertel der Mitarbeiter unter der Niedriglohngrenze liegen und demnach auch in die Rentenarmut fallen.
Jeder kann sich selbst ausrechnen, wo er steht.
Damit das auch so bleibt, wird sich die CDU als Wendehalspartei entpuppen und aus purer Machtgier mit den Linken gemeinsame Sache machen...
geloescht.20250302
28.10.2019, 16:00 Uhr
Liebe Anna Lüst...
...gewisse Informationen sind leicht zu bekommen, was beispielsweise Diäten, Minister-/Staatssekretärsgehälter oder Übergangs-/Ruhestandsvergütung betrifft.

Geheimnisvoll wird es häufig bei den zu veröffentlichen Nebeneinkünften oder den Gehältern beim neuen Arbeitgeber nach dem vermeintlichen Ausscheiden aus der Politik.

Vermeintlich nenne ich das mal am Beispiel von Merz, den es ja scheinbar zurücktreibt. Mögen uns dann beispielsweise Pofalla oder Althaus erspart bleiben.
Paulinchen
28.10.2019, 17:01 Uhr
Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht,...
... dann ist jeder Strohhalm willkommen. Ich möchte mir erlauben zu sagen, so etwas kommt nicht von ungefähr aber leider von einer machtgeilen Weiberwirtschaft. Hauptsache jede hat ihr Pöstchen erhascht und Ahnung brauchts ohnehin nicht dafür. Dafür gibt's dann die Experten und Berater, welche dem Steuerzahler Millionen Euro kosten. Mir fallen dazu folgende Namen ein : Schavan, v. d. Leyen, AKK, Merkel, Nahles, Klöckner, Schwan, Bärbock, KGE, Roth die Liste könnte man beliebig erweitern.
Was haben diese Frauen bisher für die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland an Nutzen erbracht? Nun schreit das Kind aus dem Brunnen laut um Hilfe, aber wer ist in der Lage, das Kind zu retten? Dazu bedarf es rascher und besonnender Handlungen. Doch dazu sind diese Damen bisher nicht auf der Bühne der Innenpolitik erschienen.
Jetzt sind sie an dem Punkt zurück gekommen, an dem sie nach der letzten Bundestagswahl sagten, jetzt gibt es viel zu tun und ein weiter so, wird es nicht mehr geben. Was aber ist passiert? Nicht nur die Damen, nein auch die Herren Politiker liefen im Kreis und einige davon nicht mal rund.
Das ist meine Zusammenfassung der letzten Wahlen in unserem Land.
Leser X
28.10.2019, 17:52 Uhr
Daher verbietet sich eine Koalition...
... mit der CDU. Sie ist die arbeitnehmerfeindlichste Partei, die in Kooperation mit der SPD solche schlimmen Zustände fabriziert hat. Der Wähler hat bestimmt nicht links gewählt, um wieder von den schwarzen und düsteren regiert zu werden.
free Gigi
28.10.2019, 18:18 Uhr
staatlich geförderte Armut
Schröder und nun auch noch Gabriel lassen sich fürstlich hofieren...
A.kriecher
28.10.2019, 19:00 Uhr
Armutslöhne
Und wenn der Mindestlohn bei 20€ ist hat man trotzdem nicht genug normal zu leben, da alle Kosten herum sich an das Lohnniveau anpassen. Erich sagte einmal, der arbeitenden Bevölkerung darf es an nichts fehlen. Damit hatte er auch Recht und so sollte/müsste es auch sein, auch wenn es viele vielleicht nicht so sehen. Als normaler Arbeiter, war Miete, Essen , Kleidung und auch Urlaub ohne Probleme machbar und heute? Gehen tut das aber nur mit festen Preisen für die Güter des täglichen, normalen Bedarfs. Lange Rede kurzer Sinn , im jetzigem System kann es sich nicht bessern.
Paul
28.10.2019, 21:12 Uhr
Leser X
Da muß ich Ihnen zustimmen. Die CDU ist noch niiiieee eine Volkspartei gewesen. Die CDU ist immer auf der Seite des Kapitals, heißt Geld. Wer sich an frühere Zeiten erinnern kann, der weiß vielleicht noch das die CDU einst von der BRD Jugend als BONZENPARTEI verhasst war und dementsprechend unbeliebt. Nur sind leider die Zeiten wo sich die SPD die Partei der Arbeiter nennen durfte längst Geschichte und begraben. Spätestens seit Herr Schröder und seine SPD damals die Hartz iv Erniedrigung für Arbeitslose durchgesetzt hat. Das ist der Todesstoß für die SPD gewesen und das bis Heute.
Andreas Dittmar
28.10.2019, 22:10 Uhr
Leser X sind sie wirklich etwas naiv ?
Stuttgart 2011 der erste Paukenschlag im Nachwende-Deutschland. Nach Polizeieinsätzen im Zuge von S21 kommt eine RG-Regierung unter grüner Führung von MP Winfried Kretschmann an die Macht. S21 wurde übrigens weiter gebaut. Eine völlig teure und sinnfreie Hochgeschindigkeitstrasse ohne Bedeutung für den Güterverkehr, der ja eigentlich auf die Schiene soll .

LTW 2016 Die SPD verlor 10 % , die CDU 12 % . Kretschmann gewinnt 6 % und tauscht den Juniorpartner SPD gegen CDU aus. Meuthen zieht mit der AfD mit 15,1 % im Stuttgarter Landtag ein.

Auch Ramelow hat mit R2G das erste Experiment auf Kosten der SPD und der Grünen in den Sand gesetzt. Jetzt wechselt er den Juniorpartner.

Bei solchen Experimenten implodieren die "Parteien der Mitte", werden wohl bald von den Rändern geschluckt.....
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