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So, 17:47 Uhr
27.10.2019
Mitgliederversammlung des KSB Nordhausen

Bewegender Abschied für Andreas Meyer

Nach dreizehnjähriger Arbeit als Geschäftsführer des Kreissportbundes Nordhausen gab Andreas Meyer am Freitagabend zum letzten Male seinen Rechenschaftsbericht auf einer Mitgliederversammlung ab. Es sollte ein denkwürdiger Abend werden...


Gut gefüllt war am Freitagabend die Schachtbau-Kantine zur Jahreshauptversammlung des Nordhäuser KSB

Im April 2006 trat der bis dato Sportjugendleiter und Handballtrainer Andreas Meyer das Amt als Geschäftsführer des Nordhäuser KSB an. Eine Dekade später gilt dieser Dachverband der Nordhäuser Sportvereine als einer der stärksten, geachtetste und innovativsten KSBs des gesamten Freistaates. Er vertritt knapp 14 000 Mitglieder in 140 Vereinen und ist die mitgliederstärkste Bürgervereinigung im Landkreis Nordhausen.

Maßgeblich getragen vom ehrenamtlichen und freiwilligen Engagement der Sportler, Trainer und Funktionäre steht der KSB für eine vielseitige Sportentwicklung im Landkreis. Seine Sportjugend ist die größte Jugendorganisation im Kreis. Fast 1 000 Kinder werden von 29 Sportvereinen wöchentlich außerschulisch betreut. 1 500 Kindergartenkinder sind in 105 Kooperationen mit Sportvereinen aktiv. Ob Kindergarten-Sporttag, Schulranzenaktionstag, Tage des Sports und der Gesundheitsfürderung, Aktionstage im Projekt „Bewegte Kinder - gesündere Kinder“ oder diverse Mini-Olympiaden - stets ist der KSB in Organisation und Durchführung dabei.

Feiern, Vereinsfeste, Kreisjugendspiele, Aerobic-Night, Frauensporttage, sechs Integrations-Stützpunktvereine im Landkreis, Seniorenangebote, großartige jährliche Sportgalas, diverse Übungsleiterlehrgänge, Fachausbildungen, Weiterbildungsprogramme, Erwerb derJugendleiter-Card - die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Und immer wieder ist sie auch mit dem Namen Andreas Meyer verbunden, der rastlos und erfolgreich für seine Sportler vom LSB in Erfurt bis zum DOSB in Berlin unterwegs war.

Ein Platz im Jugendhilfeausschuss des Landkreises für den KSB wäre vor zehn Jahren undenkbar gewesen. Die Beschäftigung von 75 Arbeitnehmern in den Sportvereinen über drei Jahre und ein Nachfolgeprogramm mit wieder 33 Beschäftigten im KSB ist eine großartige Leistung, die den Vereinen und den Arbeitnehmern zugute kam und kommt. Der Aufbau eines effizienten und hochwertigen Spiel- und Integrationspools, der weit über die Kreisgrenzen hinaus zum Einsatz kommt, wäre ohne Meyers Engagement unmöglich gewesen.

Wertschöpfungsarbeiten in den Vereinen im Wert von fast 170 000 Euro in der letzten Zeit wurden begleitet von Fördergeldern, deren Beantragung meist auch über Meyers Schreibtisch ging.


Zum letzten Male ordnete Andreas Meyer als Geschäftsführer des KSB seine Unterlagen für einen Rechenschaftsbericht

Aber Andreas Meyer hat das alles nie für sich reklamiert, sondern immer für seine Vereine gekämpft. Sein Motto dabei war: „Ehrenamt ist keine Arbeit, die nicht bezahlt wird. Es ist Arbeit, die unbezahlbar ist.“

Und so fasst er in seinem Bericht schließlich zusammen: „Unsere Sportvereine sind eine der wichtigsten Säulen des gesellschaftlichen Lebens und sie haben zusätzlich im sozialen, touristischen und wirtschaftlichen Bereich eine hohe gesamtgesellschaftliche Bedeutung. Dabei tragen die ehrenamtlichen Vorstände die Hauptverantwortung. Sie sind der Motor der Sportvereine. Immer unter der Last, privathaftungspflichtig zu sein.“

Deshalb bedankte sich Meyer im Namen des Präsidiums des KSB besonders bei denjenigen, die tägliche ihren Köpfe für die Mitglieder in den Sportvereinen hinhalten und sie ermutigen weiterzumachen. Das sind sehr, sehr viele im Landkreis und es ist auch ein Verdienst des scheidenden Geschäftsführers, dass sie ihrer Arbeit so motiviert nachgehen.

Die versammelten Vereinsvertreter würdigten Meyers Verdienste mit stehenden Ovationen und rhythmischen Beifall, nachdem schon die Thüringer Ministerin Birgit Keller eine Eloge gehalten und in der Aussprache nach dem Bericht sich mehrere Vereinsvertreter persönlich bedankt hatten. Auch die Vertreter der Stadt- und Kreisverwaltung, Bürgermeisterin Jutta Krauth und Beigeordneter Stefan Nüßle, schlossen sich dem Lob an.

Vor dem gut aufgestellten Kreissportbund Nordhausen steht nun die schwierige Aufgabe, sich einen neuen Geschäftsführer zu suchen. Die Fußstapfen, in die der Neue treten muss, sind riesig und der starke KSB Nordhausen wird noch lange mit dem Namen Andreas Meyer verbunden sein.


Vizepräsident Klaus Körber bei seinen Ausführungen, rechts von ihm Schatzmeisterin Brigitte Benneckenstein

Doch es wird auch eine Ära nach ihm geben und für die sind am Freitag auf der Jahreshauptversammlung die Weichen gestellt worden. Das geschäftsführende Präsidium wird alles unternehmen, um den eingeschlagenen Kurs als einer der aktivsten und wichtigsten Vertreter der Zivilgesellschaft beizubehalten. Dabei dürfen sich die Funktionäre um Klaus Körber, Gert Störmer und Brigitte Benneckenstein der Unterstützung der 140 Sportvereine bewusst sein. Das wurde am Freitagabend auch ganz deutlich.
Olaf Schulze
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