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Do, 09:59 Uhr
05.09.2019
Gefrühstückt

Der Mike und der Matthias

Der Autor dieser Zeilen hat schon so manche Kreisbereisungen diverser Landespolitiker mit erlebt. Die heutige war eine neue Erfahrung...


Kreisbereisende waren in erster Linie die jeweiligen Ministerpräsidenten des Freistaates. Beginnend von Bernhard Vogel über Dieter Althaus und Christine Lieberknecht, bis hin zu Bodo Ramelow.

Das aber ein CDU-Oppositionsführer im Thüringer Landtag auf Einladung eines SPD-Landrates im sonnigen Nordhausen unterwegs ist, das ist ein Novum. "Wir hatten uns schon im Frühjahr einander verabredet, dass Mike mal in den Landkreis Nordhausen kommt und mit einigen Problemen, aber auch Projekten vertraut gemacht wird", sagte Matthias Jendricke auf Nachfrage der nnz.

Erste Station dieser kurzen Stippvisite des Mike Mohring war der Albert-Kuntz-Sportpark. Hier stellten der Landrat und Service-Geschäftsführer Gunnar Reuter, gemeinsam mit Wacker-Präsidiumsmitglied Hans-Joachim Junker nicht nur die Geschichte, sondern vor allem die Zukunft des sportlichen Areals vor. "Ende der 1980er Jahre wurde der AKS im damaligen Bezirk Erfurt zur schönsten Sportstätte erklärt", berichtete Junker und Jendricke ergänzt, dass es unzumutbar sei, dass sich die Stadt seit dem nicht um die Weiterentwicklung des Areal gekümmert habe. Sicher, ein Kunstrasenplatz ("habe ich errichtet") und Trainingsplatz kamen hinzu, doch das Stadion selbst habe außer einer beauflagten Flutlichtanlage und Wellenbrecher keine Modernisierung erhalten. "Was wir unseren Gästen bieten können, sind moderne Dixi-Klos."

Matthias Jendricke betonte, dass aus der jetzt in Trägerschaft der kreiseigenen Service-Gesellschaft keine überdimensionierte Sportstätte entstehen soll, sondern ein Stadion, in der die derzeit erfolgreichste Thüringer Regionalligamannschaft erfolgreich Fußball spielen und dann in die dritte Liga aufsteigen könne. Und: das Geld, das an der Parkallee investiert werde, werde keinem anderen Vorhaben weggenommen.

Mike Mohring sprach sich nach anerkennenden Worten dafür aus, einen "Goldenen Plan Thüringen" aufzulegen und dort die Investitionen zu manifestieren. Beides, die Investitionen und die sportlichen Ambitionen des Vereins müssen übereinstimmen, dann solle aus seiner Sicht dem Vorhaben nichts im Wege stehen. Gut also, dass Wacker gestern den Tabellenführer in Berlin mit 2:0 geschlagen hatte.


Und da 8 Uhr für einen ersten Termin für die jüngere Politiker-Garde doch ein wenig zu früh ist, schloss sich an der AKS-Bereisung im benachbarten Hotel eine Frühstücksrunde an, zu der Vertreter von Kammern, des NUV, der Hochschule und vor allen Bürgermeister eingeladen waren. Einige Meister ihrer Bürger waren der landratlichen Einladung gefolgt, das Nordhäuser Rathaus nicht.

Nach den beiden Statements von Mohring und Jendricke zwischen Lachs und Rührei, in der beide das Kommunale wertschätzten, forderte Hochschul-Präsident Prof. Wagner, dass die Strukturhilfen für den Kohleausstieg auch auf Thüringen und konkret auf den Südharz ausgedehnt werden müssten. Hintergrund sei das "Aussterben" des REA-Gipses und der dadurch entstehende Druck auf das Rohstoffrevier im Südharz.

Bleicherodes Bürgermeister, der nun verwaltungstechnisch für rund 15.000 Frauen und Männer zuständig ist, berichtete, dass er in den fast 150 Monaten seiner Amtszeit keinen Monat außerhalb einer Haushaltssicherung verbracht habe. "Noch immer seien die Defizite durch das einstige Wegbrechen zweier Kalistandorte und der Textilindustrie in und um Bleicherode herum nicht aufgeholt worden", so Frank Rostek. Und dafür seien nicht die kommunale Politik oder die Menschen der Region verantwortlich, sondern die politischen Strukturen darüber. Kommunale Selbstverwaltung bleibe eine Farce.

Heringens Bürgermeister Maik Schröter widmete sich in seinem Statement dem immer noch leeren Industriegebiet vor seiner kommunalen Haustür. Das verursache für die Mitgliedskommunen des Planungsverbandes Kosten, aber keine Erträge. Er, Schröter, habe in einer Runde gehört, dass die Goldene Aue die "Reserve für den Freistaat" sei, de facto, eine Millionen Euro teures Revier zweiter Klasse. Zuvor äußerte auch Rostek seinen Unmut über das Gebahren der LEG, denn er habe das Gefühl, dass "bei uns zuletzt angerufen wird, wenn andere Regionen abgesagt haben."

Als Verteidigungsbollwerk für die LEG erwies sich der Vorstand des Nordthüringer Unternehmerverbandes in persona Niels Neu. Der NUV-Vorsitzende gab zu bedenken, dass die 100 Hektar erst seit 18 Monaten vermarktungsreif seien und konstatierte der LEG, dass sie einen guten Job mache und das da noch einiges in der Pipeline sei. Und er verteilte dann noch ein Hochglanz-Anzeigenblatt in dem Nordthüringen positiv dargestellt wurde.

Danach drängte doch die Zeit, es musste noch ein Gruppenfoto der Frühstücksrunde her und dann reisten der Mike und der Matthias weiter zum größten Arbeitgeber Nordthüringens, ins Südharz Klinikum, wo neben der Vorstellung des Hauses mit seiner überregionalen Funktion vor allem Fragen der Finanzierung und der Förderpolitik seitens des Landes zur Diskussion stehen werden.
Peter-Stefan Greiner
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Kommentare

05.09.2019, 11.08 Uhr
Rammstein | Nichts neues!
Pack schlägt sich-Pack verträgt sich.
Hauptsache die Kasse klingelt!

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05.09.2019, 11.39 Uhr
Flitzpiepe | Haben wir eigentlich
noch einen Oberbürgermeister?
Oder ist dieser untergetaucht?

Es ist beschämend wie OB Buchmann die Stadt Nordhausen repräsentiert!

7   |  2     Login für Vote
05.09.2019, 11.41 Uhr
Stechbarth | Rathaus Nordhausen und Landespolitik
Man muss es mit dem Schulterschluss mit Hr. Mohring nicht derart populistisch übertreiben wie Landrat Jendricke, aber dass vom Rathaus wieder niemand anwesend ist,ist nicht mehr nachzuvollziehen, es ist unhöflich und unprofessionell.

NDH braucht Stimme und Gesicht in Erfurt bei allen Parteien. Das ist in erster Linie der jeweilige Bürgermeister. Das nennt man Lobbyarbeit. Das kann auch Kritik an der Arbeit der Landtagsfraktionen oder der Landesregierung einschließen.

Diese Chancen immer wieder zu vergeben, ist nicht professionell und dürfte in EF zu Recht als weiterer Affront empfunden werden. Potentielle Multiplikatoren für den Schutz des Gipskarstes, für das Industriegebiet und für so vieles anderes gewinnt man damit nicht. Wenn man klagt, dass NDH in Erfurt kein Gehör findet, dann ist man nicht erst seit selbst Schuld. Peinlich.

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05.09.2019, 12.04 Uhr
rudel | Vielleicht
Hat Herr Buchmann ja Hausverbot im AKS?

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05.09.2019, 13.09 Uhr
gukono1450 | Der Mike und der Matthias
Wozu die vielen Millionen investieren?
Wacker steigt nicht ab, aber auch niemals auf!
Das geht doch schon einige Jahre so mit dem vermeintlichen Aufstieg!
Man muss es einfach mal realistisch sehen!
Wer soll denn dann die noch höheren "Gehälter" zahlen?
Bin Fußballfan und habe auch selber gespielt!

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05.09.2019, 13.42 Uhr
Herr Schröder | gukono1450
Immer wieder der selbe Müll der hier gegen das Stadionprojekt geschrieben wird. Es geht hier nicht um einen Prunkbau, es geht hier ordentliche Umkleidekabinen, vernünftige sanitäre Anlage für die Zuschauer und eine vernünftige neue Haupttribüne. Nichts anderes. Fast die selbe Tribüne steht im übrigen seid mehreren Jahren schon in Halberstadt. Die jetzt angestrebten Bauarbeiten bringen das alte DDR Stadion erst einmal auf Regionalliganiveau wie man das im Jahre 2019 erwarten darf. Nicht mehr aber auch nicht weniger! Und weiter nach vorn gedacht, Wacker spielt seid Jahren in der Spitzengruppe der Regionalliga NordOst. Was spricht dagegen dass Wacker nicht doch auch einmal ganz oben steht. Mittlerweile gelingt es auch den eigenen Nachwuchs in die Regionalliga Mannschaft zu integrieren. Konnte man gestern auf mdr.de live mit erleben.

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05.09.2019, 13.53 Uhr
Realist 1.0 | Bei soviel Scheinheilligkeit, kommt einen das Mittagessen wieder hoch
wenn ich das eingeschleime vom Provinzfürst Jendricke schon lese,was er doch alles geleistet hat.Ich kann mich noch gut Erinnern wie er die Stadt Nordhausen bedrennt hat, das der AKS an den Landkreis(Service Gesellschaft) abtretten soll, und nun Wundert Herr Jendricke sich das der Stadt der AKS am Allerwertesten vorbeigeht.Das die Stadt Nordhausen nicht da war, wird schon seine Gründe gehabt haben, man könnte fast vermuten das da wieder eine Intriege von Jendricke gelaufen ist. Herr Jendricke ist ja einsamme Spitze darin, anderen die Schuld zu zu schieben.

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05.09.2019, 16.13 Uhr
Rainer H. | Jendricke sucht neue Wege
Ist es wirklich so überraschend, dass der CDU Hasser Matthias auf die CDU zugeht? In den letzten Jahren hat es ordentlich geknallt in der CDU. Die CDU hat sich neu ausgerichtet und seit den letzten Wahlen sind auch die Bürgermeister kaum noch rot. Die SPD wird keine Rolle mehr spielen und in wenigen Jahren wird der Landrat neu gewählt.

Geschickt geht der Wolf im Schafpelz umher und versucht für seinen desolaten Landkreis weitere Fördermittel zu sichern, damit ihm die Servicegesellschaft nicht um die Ohren fliegt. Also biedert man sich der CDU an, in Vorahnung das Rot Rot Grün auffliegt . Wie Linke, SPD und Grüne das finden wird sich zeigen. Doch schon sein "gedutze" zeigt wie weit er ist.

Schon bei seinem "Flüchtlingspaket" im letzten Kreistag schlägt auf einmal der Landrat neue Wege ein. An Gesetze will er sich "jetzt" halten und strikt umsetzen. Das sind ganz neue Töne!
Wer hat denn die ganzen Gebäude gekauft? Wer hat mehr Flüchtlinge aufgenommen als nötig? Wer hat diese dann in Wohnungen von SWG und WBG verfrachtet?
Wer wollte denn in der gesamten Grimmelallee zusätzlich 1800 Flüchtlinge unterbringen wollen? JENDRICKE!
Jetzt wo ihm die Kosten für die Gemeinschaftsunterkünfte finanziell um die Ohren zu fliegen drohen, will er diese weiter finanziert wissen. Warum hat er denn so viele Objekte gekauft?
Das AfD und CDU die Anwendung der Gesetze fordern ist verständlich, aber verwischt werden diese am Ende von Linke, Grüne und SPD. Bei der FDP weiß momentan keiner wo diese überhaupt steht, wohl eher links.
es bleibt spannend um Matthias.

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11.09.2019, 23.12 Uhr
Bodo Schwarzberg | Hochschule Nordhausen und Heimatzerstörung
Prof. Wagner, der Rektor der Nordhäuser Hochschule forderte angesichts des zu erwarteten Rückganges beim REA-Gips Strukturhilfen für die Gipsindustrie im Südharz, da der Druck auf unsere Landschaft noch mehr zunehmen könnte.

Ich habe mir verwundert die Augen gerieben, ob dieses möglichen Parteiergreifens des Professors für Knauf, Casea & Co.. Sind es vielleicht die Hochschule stützende Mittel aus der Industrie, die die Nordhäuser Hochschule zu einer derartigen Wortmeldung verleiteten?

Es erhebt sicht die Frage, ob der Rektor seine Äußerung vielleicht sogar mit Herrn Materlik und Herrn Schiffer, den regionalen Knauf- und Casea-Chefs abgesprochen hat. Eine Hand wäscht schließlich die andere, wie es in einem weiter oben stehenden Kommentar steht.

Außerdem wäre es interessant zu wissen, ob den Professor die Angst um unsere Landschaft oder um das Renomee und die Einnahmen seiner Einrichtung zur Äußerung getrieben haben.

Da die Nordhäuser Hochschule vor allem wirtschaftlich-technisch-ökonomisch ausgerichtet ist, vermute ich letzteres.

Womit wir mal wieder beim von der AfD kritiserte Establishment wären. Bei den Verquickungen, den Seilschaften und so weiter.....Aber das ist jetzt natürlich ganz schön weit hergeholt!

Aber vielleicht hat Herrn Wagner tatsächlich die Angst um unsere Landschaft getrieben. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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12.09.2019, 07.07 Uhr
Jörg Thümmel | Bodo und der Aluhut...
bevor Sie hier weiter haltlose Unterstellungen und Verschwörungstheorien zum Besten geben, natürlich ohne diese auch nur ansatzweise belegen zu können, sollten Sie sich einfach mal fragen, wie es generell mit der Gips- und Baustoffindustrie weitergehen soll, wenn dieser langfristig die Rohstoffe genommen werden?

Weiterhin stellt sich die Frage, woher diese Rohstoffe künftig kommen werden, wenn denn die einheimische Gipsindustrie erfolgreich abgewickelt wurde?
Dies wird nichts anderes bedeuten, dass diese Industrie in anderen Ländern mit weniger politischen Querelen Standorte öffnen wird und dort weiterhin, dann unter weniger restriktiven Randbedingungen abbauen wird bzw. abbauen werden muss.

Wurde jahrelang der REA Gips Verwendung als Allheilmittel für die schwindende Akzeptanz des Gipsabbaus gehuldigt, die Gipsindustrie zu millionenschweren Investitionen in diese gedrängt um diese anschließend durch den beschlossenen Kohleausstieg ihrer Grundlage zu berauben, wird heute die Sau des Gipsrecyclings durchs Land getrieben, natürlich ohne zu berücksichtigen, dass auch diese Ressource endlich ist.

Ein entsprechender Bericht über den energetischen Unsinn, die notwendigen Transportwege und die damit verbundenen Kosten und deren Umlegung aufs Produkt und die Endlichkeit dieser Ressource wurde hier vor geraumer Zeit bereits veröffentlicht.

Sie müssen sich also fragen, was Ihnen lieber ist, bzw. wie weitblickend Ihr Engagement für den Umweltschutz tatsächlich ist. Endet dieses an der eigenen Haustür +20km oder sehen Sie dieses in einem gesamtdeutschen oder gar globalen Kontext?

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12.09.2019, 09.44 Uhr
A.kriecher | Jörg Thümmel
Wie geht es denn so weiter mit der Gips- und Baustoffindustrie? Ganz einfach, es wird alles abgebaut und dann zieht man weiter. Arbeitsplätze interessieren die dann auch nicht mehr und gehen halt später verloren...so oder so.
Nur mal so, nur weil man manches nicht belegen kann, heißt das noch lange nichts. Manchmal hat sich später, nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen, doch so mancher gewundert.

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