Do, 18:52 Uhr
14.04.2005
Alkohol, Drogen, Geschwindigkeit
Alkohol, Drogen, Geschwindigkeit (Foto: nnz)
Nordhausen (nnz). Der Rausch kennt keine Grenzen, für die einen ist es der Alkohol, für andere eine aufgemotzte Kiste. Wenn das zusammenkommt, dann sitzt ein junger Fahrer hinterm Steuer. Ob man die heute veröffentlichte Unfallstatistik der PD Nordhausen so drastisch verkürzen darf, können Sie nach dieser Lektüre entscheiden.Eigentlich verläuft die Verkehrsunfallentwicklung im Bereich der Polizeidirektion Nordhausen positiv. Im vergangenen Jahr gab es 10.053 Unfälle, 559 weniger als 2003. Bei 1.551 Unfällen kamen Personen zu Schaden. 40 Menschen starben bei 38 Unfällen. Die Zahl der Schwerverletzten sank um 18,3 Prozent auf 620, die der Leichtverletzten um 7 Prozent auf 1.397.Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort. Ursache dafür sind die besseren passiven Sicherheitssysteme wie Airbags und ABS, eine schnellere Notfallversorgung und besser ausgebaute Verkehrswege.
Nach wie vor die Hauptursache für Verkehrsunfälle ist das Fahren mit überhöhter oder nicht angepaßter Geschwindigkeit. Auf Platz zwei liegt die Nichtbeachtung der Vorfahrt, auf Platz drei der Alkoholkonsum. Alkoholfahrten finden besonders im Freizeitverkehr statt, vor allem am Wochenende. Am stärksten betroffen sind die Nachtstunden zwischen 21.00 und 3.00 Uhr, wo zahlreiche Kneipen- und Diskobesucher unterwegs sind.
Bei diesen meist jungen Leuten sieht es in Sachen Verkehrsunfälle allerdings gar nicht gut aus. Die 18 bis 25 jährigen stellen grade mal einen Anteil von 9 Prozent an der Gesamtbevölkerung, sie verursachen aber 39,47 Prozent aller Unfälle mit getöteten Personen. Verstärkt wird gegen das Fahren unter Drogeneinfluß vorgegangen. Dann sind wir zwar Spielverderber und Miesepeter, aber das sind wir gern, wenn es darum geht Unfälle zu verhindern. Sagte Polizeidirektor Günther Lierhammer. Auch in Zukunft wolle man Musikveranstaltungen im Blick haben und die Verkehrsteilnehmer kontrollieren, da diese Diskoautos meist voll besetzt sind. Lierhammer appellierte an die Mitfahrer sich nicht zu einem betrunkenen oder unter Drogen stehenden Chauffeur ins Fahrzeug zu setzen. Bei illegalen Rauschmitteln sei es so, daß auf einen Unfall drei Drogenfahrten kommen, die davor beendet werden konnten. Das zeige, wie gut die Polizei kontrolliere und wie sehr die Beamten inzwischen für das Thema sensibilisiert seien.
Im Bereich der Prävention sollen wieder zahlreiche Aktionen für die Jungen Fahrer von 18 bis 25 Jahren durchgeführt werden. Los geht’s am 08.06. mit einer Veranstaltung an der Fachhochschule.
Ein weiteres Sorgenkind stellen die Motorradfahrer dar. Ihre Maschinen werden immer PS-stärker, auch die Sicherheitsausstattung mit ABS und die Schutzanzüge verbesserten sich. Aber das Können der Fahrer reicht nicht aus für die Kräder. Besonders in Kurven steigt die Unfallgefahr. So Günther Lierhammer. Viele Zweiradfahrer suchen diesen letzten Kick auf der Fahrbahn. Besonders gern suchen sie den Kyffhäuser auf und rasen die Strecke rauf und runter. Ein idealer Ort für Prävention, aber auch Repression. Ohne Strafen verpufft die Präventionswirkung sagt der Polizeidirektor. Motorradfahrer, die ihre Maschine untersuchen lassen und im Parcours ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen wollen, sind am Sonnabend, dem 16.04. ab 10.00 Uhr zum TÜV-Prüfzentrum eingeladen.
Bei den Radfahrern sieht es in diesem Jahr positiv aus. 206 Menschen verunglückten, 63 weniger als im letzten Jahr. Kein Radler wurde getötet. 17,5 Prozent der Unfallopfer waren Kinder von 6 bis 14 Jahren.
Erst vor kurzem ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall mit Unfallflucht im Eichsfeld. Ein Mann wurde angefahren und starb im Krankenhaus an seinen Verletzungen. 1.842 Unfallverursacher verschwanden 2004 vom Tatort, davon waren immerhin 137 Unfälle mit Personenschaden. In vergangenen Jahr starb niemand an den Folgen einer Unfallflucht. Die Aufklärungsquote liegt in der PD Nordhausen bei rund 50 Prozent.
Eine Warnung an alle Raser und Drängler: Die Polizei verfügt über ein modern ausgestattetes Überwachungsfahrzeug mit Kamera und Videoaufzeichnung, welches überall und jederzeit unauffällig auf den Straßen unterwegs ist. Außerdem sollen in diesem Jahr blitzende Mülltonnen angeschafft werden. Gut getarnt lauern diese dann am Straßenrand. Mit diesen und weiteren Mitteln hofft die PD Nordhausen die positive Statistik in diesem Jahr fortzusetzen.

