Do, 11:42 Uhr
07.04.2005
Unmut über Schließung
Nordhausen (nnz). Im letzten Jahr stand sie schon auf der Kippe, die evangelische Grundschule in Nordhausen. Die Regelschule mußte bereits geschlossen werden. Oberbürgermeisterin Barbara Rinke nimmt Stellung zur Schulschließung.
Die Schließung der evangelischen Grundschule hinterlässt eine große Lücke in unserer Stadt. Ich bedauere sehr, dass dieser Schritt gegangen werden soll. Für unsere Stadt geht ein gutes Stück Bildungsvielfalt verloren, sagte Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke zur Entscheidung der Förderation Evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland, die Grundschule zu schließen. Hier wurde sehr gute inhaltliche und pädagogische Arbeit geleistet.
Ich machen aus meinem Unmut über die Schließung auch kein Hehl. Vor allem deshalb nicht, weil sich seit langer Zeit – und vor allem in den letzten Wochen – neben mir noch viele andere Menschen über alle Maße für den Erhalt der Schule eingesetzt und Lösungsvorschläge auf den Tisch gelegt haben. Auch und vor allem bei der Stadt und im Stadtrat. Diese Schule hat vielen Menschen am Herzen gelegen, sagte die Oberbürgermeisterin.
Dieses Bekenntnis, das wir zur evangelischen Grundschule abgelegt haben, habe ich bei den kirchlichen Gremien hier vor Ort schmerzlich vermisst. Am Wochenende ist Kreissynode – ich würde mir wünschen, dass es dort vielleicht doch noch eine Entscheidung im Sinne der Schüler der evangelischen Schule gibt, sagte die Oberbürgermeisterin.
Seit nach der 1. Krise der Wunsch seitens der Schule bestanden habe, das bisherige Gebäude zu verlassen, habe die Stadt mehrere Ausweichquartiere angeboten - und ein weiteres ist in den letzten Tagen hinzu gekommen. Aber die Schule hatte sich für die Frauenberg-Schule entschieden.
Ebenfalls auf den Wunsch der Schule hin hätten die Stadträte einen Optionsbeschluss pro christliche Grundschule für die Frauenbergschule gefasst – und haben einen Verkaufspreis von 1 Euro! angesetzt- , und im Verkaufsbeschluss für das bisherige Gebäude der Grundschule ist verankert, dass erst dann verkauft wird, wenn die Schule ein neues Domizil gefunden hat. Doch nicht nur das: Für die Übergangszeit bis zum Einzug in das neue Quartier haben wir noch einen Mietvertrag zu einem noch mal reduzierten Preis angeboten. Deshalb ist für mich auch gelinde gesagt unverständlich, dass die Rede ist von gekündigten Mietverträgen und von einem schon verkauften Gebäude – es ist schlicht falsch.
Unser Entgegenkommen war immer an eine Bedingung geknüpft: Den Fortbestand der evangelischen Schule. Und jetzt kommt die Nachricht vom `Aus´.
Für die Schule hätte es aus Sicht der Oberbürgermeisterin durchaus eine Zukunft geben können: So gibt es mit unserem hervorragenden ökumenischen Kindergarten eine christliche Einrichtung, die Nachmittagsbetreuung anbietet. Das hätte sich ideal ergänzt mit dem pädagogischen Vormittagsangebot der Schule – selbst eine räumliche Zusammenlegung in unmittelbarer Nähe des Kindergartens mit einem Neubau wäre aus unserer Sichtbar machbar und finanzierbar gewesen. Weil das Gebäude im Sanierungsgebiet unserer Altstadt liegen würde, hätten Fördermittel in Aussicht gestanden. Aber offensichtlich hat man nicht wirklich das Gespräch mit dem Kindergarten über eine Zusammenarbeit gesucht. Das ist schade.
Auch der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Nordhäuser Stadtrat, Norbert Klodt, machte auf dem gestrigen Hauptausschuss noch einmal deutlich, dass seitens der Kommunalpolitik jegliche Hilfestellung geleistet wurde. Was inhaltlich an der Schule geboten wurde, ist hervorragend. Aber offensichtlich gab es strukturelle- und Kommunikationsprobleme zwischen der Schule hier vor Ort und den Verantwortlichen bei den Trägern der Schule, die selbst nach der 1. Krise nicht aus der Welt geschaffen wurden – leider. Deshalb eine Mitverantwortung für die Schulschließung bei der Stadt zu suchen, halte ich nicht für fair und weise sie auch deutlich zurück. Wir haben uns alle sehr engagiert.
Autor: nnzDie Schließung der evangelischen Grundschule hinterlässt eine große Lücke in unserer Stadt. Ich bedauere sehr, dass dieser Schritt gegangen werden soll. Für unsere Stadt geht ein gutes Stück Bildungsvielfalt verloren, sagte Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke zur Entscheidung der Förderation Evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland, die Grundschule zu schließen. Hier wurde sehr gute inhaltliche und pädagogische Arbeit geleistet.
Ich machen aus meinem Unmut über die Schließung auch kein Hehl. Vor allem deshalb nicht, weil sich seit langer Zeit – und vor allem in den letzten Wochen – neben mir noch viele andere Menschen über alle Maße für den Erhalt der Schule eingesetzt und Lösungsvorschläge auf den Tisch gelegt haben. Auch und vor allem bei der Stadt und im Stadtrat. Diese Schule hat vielen Menschen am Herzen gelegen, sagte die Oberbürgermeisterin.
Dieses Bekenntnis, das wir zur evangelischen Grundschule abgelegt haben, habe ich bei den kirchlichen Gremien hier vor Ort schmerzlich vermisst. Am Wochenende ist Kreissynode – ich würde mir wünschen, dass es dort vielleicht doch noch eine Entscheidung im Sinne der Schüler der evangelischen Schule gibt, sagte die Oberbürgermeisterin.
Seit nach der 1. Krise der Wunsch seitens der Schule bestanden habe, das bisherige Gebäude zu verlassen, habe die Stadt mehrere Ausweichquartiere angeboten - und ein weiteres ist in den letzten Tagen hinzu gekommen. Aber die Schule hatte sich für die Frauenberg-Schule entschieden.
Ebenfalls auf den Wunsch der Schule hin hätten die Stadträte einen Optionsbeschluss pro christliche Grundschule für die Frauenbergschule gefasst – und haben einen Verkaufspreis von 1 Euro! angesetzt- , und im Verkaufsbeschluss für das bisherige Gebäude der Grundschule ist verankert, dass erst dann verkauft wird, wenn die Schule ein neues Domizil gefunden hat. Doch nicht nur das: Für die Übergangszeit bis zum Einzug in das neue Quartier haben wir noch einen Mietvertrag zu einem noch mal reduzierten Preis angeboten. Deshalb ist für mich auch gelinde gesagt unverständlich, dass die Rede ist von gekündigten Mietverträgen und von einem schon verkauften Gebäude – es ist schlicht falsch.
Unser Entgegenkommen war immer an eine Bedingung geknüpft: Den Fortbestand der evangelischen Schule. Und jetzt kommt die Nachricht vom `Aus´.
Für die Schule hätte es aus Sicht der Oberbürgermeisterin durchaus eine Zukunft geben können: So gibt es mit unserem hervorragenden ökumenischen Kindergarten eine christliche Einrichtung, die Nachmittagsbetreuung anbietet. Das hätte sich ideal ergänzt mit dem pädagogischen Vormittagsangebot der Schule – selbst eine räumliche Zusammenlegung in unmittelbarer Nähe des Kindergartens mit einem Neubau wäre aus unserer Sichtbar machbar und finanzierbar gewesen. Weil das Gebäude im Sanierungsgebiet unserer Altstadt liegen würde, hätten Fördermittel in Aussicht gestanden. Aber offensichtlich hat man nicht wirklich das Gespräch mit dem Kindergarten über eine Zusammenarbeit gesucht. Das ist schade.
Auch der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Nordhäuser Stadtrat, Norbert Klodt, machte auf dem gestrigen Hauptausschuss noch einmal deutlich, dass seitens der Kommunalpolitik jegliche Hilfestellung geleistet wurde. Was inhaltlich an der Schule geboten wurde, ist hervorragend. Aber offensichtlich gab es strukturelle- und Kommunikationsprobleme zwischen der Schule hier vor Ort und den Verantwortlichen bei den Trägern der Schule, die selbst nach der 1. Krise nicht aus der Welt geschaffen wurden – leider. Deshalb eine Mitverantwortung für die Schulschließung bei der Stadt zu suchen, halte ich nicht für fair und weise sie auch deutlich zurück. Wir haben uns alle sehr engagiert.

