So, 19:00 Uhr
03.04.2005
Nach 60 Jahren
Nordhausen (nnz). Der 3. April 1945 war vom Wetter her nicht so schön wie der des Jahres 2005. Es war diesig an diesem dritten Ostertag. In der über 1000jährigen Stadt hofften die Menschen auf ein baldiges Ende des Krieges. Was sie alle an diesem 3. April nicht wussten: Die Stadt würde sterben...
Nach 60 Jahren (Foto: nnz)
Es war kurz nach 16 Uhr, da begann das Sterben von Nordhausen. Die erste Welle von englischen Bombern erreichte die Stadt. Sie schütteten ihre todbringende Last über den Menschen von Nordhausen, über den Flüchtlingen, den Zwangsarbeitern, Soldaten und KZ-Häftlingen aus. Das Inferno begann, die älteren Nordhäuser tragen die Wunden immer noch in ihren Seelen. Sie werden nicht mehr heilen, sie können nur gelindert werden. Es sind Tage wie diese, in denen diese Wunden mit aller Macht aufbrechen. Das ist gut, sie sind die Mahnung an die Jüngeren.
Diese Mahnung stand denn auch mit Mittelpunkt der heutigen Gedenkfeiern. Nach einem ökumenischen Gottesdienst in der Blasiikirche versammelten sich mehrere hundert Menschen an der Stele von Jürgen von Woyski, die an die beiden unheilvollen Apriltage vor 60 Jahren erinnert. In ihren Gedenkworten sprach Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) von Dantes Inferno, das über Nordhausen hereinbrach. War der 3. April schon die Katastrophe, so sollte sich das jedoch nur als Vorspiel des nächsten Tages erweisen. Es war der 4. April 1945 - kurz nach 9.30 Uhr gab es die Stadt nicht mehr, so Frau Rinke.
Die Zerstörung der Stadt und der Tod von fast 9.000 Menschen war sinnlos, so die Oberbürgermeisterin und sie fragte: Kann denn das Zerbomben einer Kinderklinik sinnvoll sein? Das heutige Gedenken solle aber auch mahnen. Diese Mahnung sei man denen schuldig, die im Flammeninferno umkamen, aber auch denen, die Nordhausen danach mit ihren Händen wieder aufgebaut haben. Die Mahnung lautet denn auch ganz einfach: Nie wieder Krieg! Dr. Manfred Schröter beschrieb in seinen Worten das Sterben dieser Stadt, seine Stimme zitterte, viele Menschen hatten Tränen in den Augen.
In das Gedenken nach 60 Jahren mischt sich aber eine gewisse Genugtuung. Genugtuung über das, was uns heute als das normalste Normale erscheint: Anders als am 3. April 1945 haben wir ein unschätzbares Gut an diesem 3. April 2005: Frieden!
Autor: nnz
Nach 60 Jahren (Foto: nnz)
Es war kurz nach 16 Uhr, da begann das Sterben von Nordhausen. Die erste Welle von englischen Bombern erreichte die Stadt. Sie schütteten ihre todbringende Last über den Menschen von Nordhausen, über den Flüchtlingen, den Zwangsarbeitern, Soldaten und KZ-Häftlingen aus. Das Inferno begann, die älteren Nordhäuser tragen die Wunden immer noch in ihren Seelen. Sie werden nicht mehr heilen, sie können nur gelindert werden. Es sind Tage wie diese, in denen diese Wunden mit aller Macht aufbrechen. Das ist gut, sie sind die Mahnung an die Jüngeren.
Diese Mahnung stand denn auch mit Mittelpunkt der heutigen Gedenkfeiern. Nach einem ökumenischen Gottesdienst in der Blasiikirche versammelten sich mehrere hundert Menschen an der Stele von Jürgen von Woyski, die an die beiden unheilvollen Apriltage vor 60 Jahren erinnert. In ihren Gedenkworten sprach Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) von Dantes Inferno, das über Nordhausen hereinbrach. War der 3. April schon die Katastrophe, so sollte sich das jedoch nur als Vorspiel des nächsten Tages erweisen. Es war der 4. April 1945 - kurz nach 9.30 Uhr gab es die Stadt nicht mehr, so Frau Rinke.
Die Zerstörung der Stadt und der Tod von fast 9.000 Menschen war sinnlos, so die Oberbürgermeisterin und sie fragte: Kann denn das Zerbomben einer Kinderklinik sinnvoll sein? Das heutige Gedenken solle aber auch mahnen. Diese Mahnung sei man denen schuldig, die im Flammeninferno umkamen, aber auch denen, die Nordhausen danach mit ihren Händen wieder aufgebaut haben. Die Mahnung lautet denn auch ganz einfach: Nie wieder Krieg! Dr. Manfred Schröter beschrieb in seinen Worten das Sterben dieser Stadt, seine Stimme zitterte, viele Menschen hatten Tränen in den Augen.
In das Gedenken nach 60 Jahren mischt sich aber eine gewisse Genugtuung. Genugtuung über das, was uns heute als das normalste Normale erscheint: Anders als am 3. April 1945 haben wir ein unschätzbares Gut an diesem 3. April 2005: Frieden!

