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Fr, 17:00 Uhr
03.05.2019
Fahrraddemo rollt durch Nordhausen

Chefsache Radverkehr?

Wenn in Nordhausen an die Wahlurnen gerufen wird, dann werden die Radfahrer wieder entdeckt. Mit schöner Regelmäßigkeit fordern die Parteien nahezu über das gesamte Farbspektrum hinweg mehr Engagement für den Radverkehr. Hier und da hat es Fortschritte gegeben, aber nicht genug, meinen zumindest die Teilnehmer der Fahrraddemo, die heute durch die Nordhäuser Innenstadt rollte...

Fahrraddemo rollte durch Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel) Fahrraddemo rollte durch Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)

Fahrradfahren in Nordhausen ist so eine Sache. Wohin man auch will, früher oder später wird man ordentlich strampeln müssen. Zumindest für die kleinen Wege des Alltags ist die Wahl zwischen Auto und Fahrrad da schnell ein Kampf mit dem inneren Schweinehund.

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Doch das ändert sich zunehmend, nicht nur wegen neuer Fahrräder, die auch die Nordhäuser Berge zu einem Vergnügen machen. Der Radverkehr hat zugenommen, das hat, zumindest theoretisch, auch die Politik erkannt. Von Prestigeprojekten wie dem Radweg zwischen Niedersachswerfen und Neustadt abgesehen, liegen die meisten Projekte rund um den Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur aber weiter in der Zukunft.

Kurzum: ein paar Dinge sind geschehen, aber bei weitem nicht genug, insbesondere in der Stadt und ihren Ortsteilen. Das zumindest war der Tenor der heutigen Fahrraddemo, zu der unter anderem die Nordhäuser Abteilung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), der SPD Nachwuchs der "Jusos", die Grünen und die "Fridays for Future" Bewegung geladen hatte. Knapp 70 Zweirräder machten sich am Nachmittag auf den Weg durch die Altstadt über Grimmelallee und Rautenstraße zum August-Bebel-Platz.

Mehr Stellplätze für Fahrräder, einfache Haltestangen an Kreuzungen, einen "Radcheck" vor Baumaßnahmen und mehr Radwege in die Ortsteile fordern die Jusos. Wenn sich Sophie Meinecke in Steigerthal aufs Rad schwingt, hat sie drei Optionen: die nicht ganz ungefährlichen Routen über die Straßen nach Leimbach oder Buchholz und den "schwarzen Weg", durch Wald und Flur, tiefe Spurrillen, steile Anstiege und Schlaglöcher inklusive. Auch wer in Sundhausen oder Uthleben wohne müsse sich auf die Bundesstraßen begeben, gerade für Schüler sei das gefährlich.

Der ADFC hat schon 2014 eine ganze Liste an Mängeln festgestellt und diese auch immer wieder kommuniziert. Vor allem die Situation in der Kützingstraße, die Töpferstraße aus östlicher Richtung und der Weg durch die Altstadt machen den Radlern Sorgen. Passiert sei trotzdem nicht viel, selbst unter einem Fahrradaffinen Oberbürgermeister nicht. Der Radverkehr müsse in der Verwaltung endlich Chefsache werden, meinte Lothar Burkhardt.

Man habe sich zwar vielfach mit dem Thema auseinandergesetzt, sei aber nur "ungenügend" vorangekommen, erklärte SPD-Stadtratsmitglied Andreas Wieninger, es müsse wieder einen fachlich versierten Verkehrsplaner in der Verwaltung geben. Immerhin: Hesserode und Herreden habe man auf den Weg bringen können, es müsse aber noch mehr geschehen. Aktionen wie die Fahrraddemo machten Mut, man werde nicht nachlassen.

Das ein Kulturwandel Weg vom Auto hin zum Fahrrad auch der Umwelt, dem Klima und der allgemeinen Gesundheit nützen würde, sollte offensichtlich sein. Ob die Einsichten der letzten Jahre und Aktionen wie die Fahrraddemo aber reichen werden, damit die Politik in Zukunft stärker in die Pedale tritt? Über die Jahre sei er misstrauisch geworden, meinte Rüdiger Neitzke von den Grünen und selber passionierter Radfahrer. Man werde ein vernünftiges Verkehrskonzept brauchen, das die verschiedenen Verkehrsmöglichkeiten kombiniere und das werde nicht einfach zu machen sein.
Angelo Glashagel
Fahrraddemo rollte durch Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Fahrraddemo rollte durch Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Fahrraddemo rollte durch Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Fahrraddemo rollte durch Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Fahrraddemo rollte durch Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Fahrraddemo rollte durch Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Fahrraddemo rollte durch Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Fahrraddemo rollte durch Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Fahrraddemo rollte durch Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Fahrraddemo rollte durch Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Fahrraddemo rollte durch Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Fahrraddemo rollte durch Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Autor: red

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Kommentare
Treuhänder
03.05.2019, 17:12 Uhr
Vor dem Fahren
Vielleicht hätten die Veranstalter mal eine theoretische Unterweisung vornehmen sollen. Thema: StraßenverkehrsZulassungsordnung. Vorn und hinten gehört eine Beleuchtung. Ein Verstoß dagegen kann bis zu 35 Euro kosten. Da hätte man heute schon abkassieren können. Aber wen juckt das schon, wenn freitags auch gegen die Schulpflicht verstoßen wird.
johnsk
03.05.2019, 17:17 Uhr
Viele wollten sicher, aber konnten nicht...
Die Idee an sich ist ja nicht schlecht, ich wohne nun in Braunschweig und so etwas gibt es hier schon seit längeren unter dem Namen "Critical Mass".
Alle paar Wochen wieder wird Freitags 19Uhr aufgerufen und die Beteiligung ist atemberaubend.
Hunderte Fahrrad-Fahrer machen eine Ansage...
Aber sowas nun in Nordhausen zu dieser Uhrzeit zu machen, hat viele interessierte Arbeitnehmer leider von Anfang an ausgeschlossen...
alterNeunordhäuser
03.05.2019, 18:44 Uhr
Wer bezahlt das Geforderte
Bestimmt wieder der Autofahrer, nicht dass ich was gegen Radfahrer habe, aber Ausnahmen bestätigen wieder mal die Regel. Ich wäre für eine Fahrradsteuer, muss ja nicht viel sein, aber da käme ein schönes Sümmchen zusammen, und wenn ich mir die Ausnahmen von Radfahrern ansehe, für die keine rote Ampeln gelten, oder das Absteigen und schieben über Zebrastreifen, oder intakte Beleuchtung, wäre doch auch ein Fahrradführerschein angebracht. Gilt wie gesagt für die paar Chaosradler, die denken sie werden eh nicht erwischt, da ja unsere Ordnungskräfte lieber Knöllchen verteilen oder blitzen. Zum Glück gibt's aber genug die sich an die Verkehrsregeln halten, bloß die fallen nicht auf. Auch für Radfahrer gilt der Paragraph 1 der StVO. Und würden sich alle daran halten (Kfzler und Radler)wäre bestimmt auch der ewige Kleinkrieg zwischen Auto und Radfahrer nicht so arg.
der_böhse_onkel
03.05.2019, 19:10 Uhr
@Treuhänder
- wieder mal einer, der Äpfel mit Birnen vergleicht - hauptsache einen ..... Spruch ablassen.
(komisch, die Polizei war doch da, wieso ist das den nicht aufgefallen - Ironie aus!)
Meckern kann jeder, aber aufs Rad setzen und die kleine Runde mit drehen, geht natürlich gar nicht - lieber hier hinterher rum palabern (vorausgesetzt natürlich die Zeit erlaubt es, wie @johnsk schön beschrieben hat).

(Danke für den Polizeikorso: Das war mal ein richtig schönes Gefühl im Straßenverkehr - also genau umgekehrt als normalerweise.... ;)
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