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Do, 09:15 Uhr
02.05.2019
Theatersanierung:

Noch ein paar Millionen Euro drauflegen

Der Autor dieser Zeilen wurde immer wieder kritisiert, weil er selbst Kritik an den Summen übte, mit denen das Nordhäuser Theater saniert, umgebaut und erweitert werden soll. Allerdings kommt er es nun vermutlich, wie es geahnt hat...

An diese Seite soll die Interimsspielstätte entstehen. (Foto: nnz) An diese Seite soll die Interimsspielstätte entstehen. (Foto: nnz)
Offiziell steht die Zahl 24.200.000 Euro im kulturpolitischen Raum. 2.200.000 Euro sind davon Eigenmittel der Stadt Nordhausen als Besitzer der Immobilie, der bescheidene Rest kommt aus zwei mit unser aller Steuergeld gespeisten Fördertöpfen der Thüringer Landesregierung.

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Klar, in der nnz wurde immer mal wieder spekuliert, dass die 24,2 Millionen Euro bis zum Finale der Bauphase im Jahr 2024 nicht das Ende der Fahnenstange seien. Es gibt schließlich in diesem Land kaum Projekte der öffentlichen Hand, die am Ende das kosteten, mit was es den zuständigen Gremien schmackhaft gemacht wurde.

In Nordhausen muss nicht erst bis zur Schlussrechnung und den vermutlich ausgestellten Nachtragsrechnungen gewartet werden, in Nordhausen könnten die Kosten schon steigen, bevor überhaupt auch nur ein Stein bewegt wurde. So soll in der jüngsten Sitzung des Aufsichtsrates (die eigentlich offiziell nicht stattfand, bei der die Vertreter der Gesellschafter aber zugegen gewesen sein sollen) zu vernehmen gewesen sein, dass aus den 24,2 Millionen Euro schon mal 26 Millionen geworden sind.

Die Mehrkosten sollen den Informationen der nnz zufolge mit dem Erweiterungsbau und zum Beispiel einer tieferen Gründung sowie den daraus folgenden Kosten zusammenhängen. So könnte unter anderem die Firma Tauber viel intensiver tätig werden als geplant und auch das Interesse der Archäologen soll dadurch geweckt worden sein. Hört man.

Knatsch soll es gegeben haben bei dieser Sitzung zwischen Gesellschaftern sowie einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrates auf der einen und der Geschäftsführung der Theater GmbH auf der anderen Seite. So erfuhr die nnz, dass der Intendant die Mehrkosten aus der Gesellschaft heraus finanzieren wollte. Gibt es da in dieser GmbH Rücklagen?

Dabei sei er auf massive Kritik zum Beispiel bei den Gesellschaftern gestoßen. Für Landrat Matthias Jendricke ist indes klar, dass die 1,8 Millionen Euro vom Eigentümer der Immobilie aufzubringen seien, also von der Stadt Nordhausen.

Doch damit ist das Baukostenende nicht erreicht, denn hinter dem Theater, also in Richtung City-Hotel, soll ja eine Halle errichtet werden, die als Interim-Spielstätte mit vermutlich rund 300 Sitzplätzen während der Umbauphase genutzt werden soll. Nach erfolgten Umbau sollen hier sämtliche Werkstätten des Theaters unterkommen. Eine sehr vernünftige Variante, die allerdings nicht zum Nulltarif zu haben ist und die vermutlich auch nicht in den 24,2 Millionen Euro enthalten ist. Jendricke selbst schätzt die Kosten dafür auf rund drei Millionen Euro ein, mahnt aber an, dass sich diese Summe alle vier kommunalen Gesellschafter teilen müssten.

Wer da auch was bezahlt, zu welchen Anteilen, ist letztlich egal - es geht immer um Steuergeld und so langsam nähern sich die Kosten für das Prestige-Projekt der Summe, die an dieser Stelle genannt wurde und für die der Autor mehrfach kritisiert wurde an: 30.000.000 Euro.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
Franz Tabak
02.05.2019, 10:10 Uhr
Auch wenn Wahlkampf herrscht...
kann man dies doch unserer Politelite nicht vorwerfen, denn wir alle wissen, dass kein Mensch unfehlbar ist.

Außerdem sind die im Vergleich zum BER und der Gorch Fock doch nun wirklich Peanuts, oder wie es ein ehemaliger Bundeskanzler sagen würde "Bimbes"!

Also bitte, Herr Greiner!
geloescht.20250302
02.05.2019, 10:41 Uhr
Herr Tabak hat Recht!
Das kann man am besten gemütlich Pfeifchen rauchend mit einer gehörigen Portion Schwarzem Humor ertragen.

Der Ernst kommt erst die Treppe herunter, wenn Steuergeldverschwender persönlich haftbar gemacht und bei Verweigerung der Offenlegung eigener Vermögensverhältnisse in Beugehaft genommen werden.

"Es irrt der Mensch solang' er strebt" verschwindet dann schnell als Entschuldigungsmotto, wenn der eigene Kragen in den gesetzlichen und finanziellen Würgegriff genommen wird.
sarkaso
02.05.2019, 10:55 Uhr
Recherchieren vor'm Aufregen...
...sollte nicht nur für Kommentatoren gelten, sondern auch und gerade und vor allem für die Verfasser redaktioneller Beiträge. Aber ohne lebt es sich besser, und ohne bekommt man vor allem nicht den angestrebten An-, Auf- und Erreger.

Natürlich sind die Kosten für die Halle, welche später die Werkstätten beherbergt und zuvor, wie auch der Verfasser nicht umhin kommt zu bemerken, klugerweise als Zwischenspielstätte verwendet wird, in den Baukosten bereits enthalten! Das könnte man auch sehr einfach per Nachfrage herausfinden, wenn man es denn wollte - aber laut ins Unreine zu vermuten ist natürlich für die Klickzahlen besser.
_______________________________________________
Anmerk. d. Redaktion: Die zusätzlichen Kosten für die Halle hatte der Redaktion ein Gesellschafter auf Nachfrage bestätigt. Siehe Artikel.
h3631
02.05.2019, 10:55 Uhr
Franz Tabak
Egal wie viel. Ein Anteil an Steuergeldern ist auch von mir.
Egal ob Wahlkampf ist oder nicht.
Also bitte, Franz Tabak
Habe schon richtig verstanden.
Treuhänder
02.05.2019, 10:56 Uhr
Alle haben es gewusst
Das Nordhäuser Rathaus hat bei den großen Projekten größt mögliche Transparenz verkündet und eine extra Seite auf den eigenen Internetseite angelegt. Nur: die Transparenz endete am 19. Dezember vergangenen Jahres, seit dem gibt es keine Aktualisierung mehr. Als Steuerzahler hätte ich gern gewusst, was mit meinem hart erarbeiteten Geld passiert und wie mit dem umgegangen wird. Vielleicht kostet der Umbau irgendwann einmal 40 Millionen Euro plus mehr als 10 Mille pro Jahr an Betriebskosten. Wer kann das noch verantworten. Leiden die Stadträte und anderen Entscheider alle an Größenwahn?
Kilian Baltres
02.05.2019, 11:30 Uhr
Hätte diesen Kostensprung der Bürger ohne nnz erfahren?
Die wichtige Frage für mich, ist, ob wir als Bürger von dieser Kostenexplosion überhaupt erfahren hätten ohne den Bericht der nnz??? Es war mehr, Transparenz und vor allem Beteiligung der Bürger vor großen Projekten versprochen wurden. Jetzt ist es wieder zu spät!! K. Baltres
A-H-S
02.05.2019, 12:49 Uhr
Die 4 Gesellschafter werden begeistert sein
Zitat NNZ: "Jendricke selbst schätzt die Kosten dafür auf rund drei Millionen Euro ein, mahnt aber an, dass sich diese Summe alle vier kommunalen Gesellschafter teilen müssten."

Die 4 Gesellschafter sind:
LK Nordhausen
Stadt Nordhausen
LK Kyffhäuser
Stadt Sondershausen

Herr Jendricke möge bitte einen Verteilungsschlüssel für dieses Provisorium darlegen. Die Begeisterung der Stadt/Kreisräte in Sondershausen/Kyf wird sich erwartungsgemäß in ganz engen Grenzen halten.

Vielleicht sollte man solche Ankündigen im Vorfeld mit seinen Partnern absprechen. Einfach 3 Mio Kosten (sollten sie nicht im bisherigen Projekt untergebracht sein) in den Raum stellen und von einer wie auch immer gearteten Verteilung auszugehen, wird nicht funktionieren.

Andreas Hartung-Schettler
geloescht.20250302
02.05.2019, 13:19 Uhr
Gut zu wissen...
...das ich als Sondershäuser "Mit-Gesellschafter"-Steuerzahler auch im Nordhäuser Boot bin.

Dann ist das hier also auch mein Thema. Danke für die Erinnerung, Herr Hartung-Schettler.

Dann könnte dieser Artikel mitsamt Kommentaren netterweise auch in die KN kopiert werden. Dort schaut nämlich nicht jeder interessierte Leser zur NNZ.
Waldemar Ceckorr
02.05.2019, 13:23 Uhr
lieber kilian baltres,
es braucht keine nnz um die steigenden kosten zu erfahren. da genügt ein wenig verstand. zuerst wird alles schöngerechnet und dabei kommt die summe x raus.
das findet der auftraggeber voll knorke und übersieht dabei das kleingedruckte.

das böse erwachen kommt erst wenn mit der ganzen sache begonnen wurde und man am point of no return angekommen ist und die sache auf gedeih und verderb durchgezogen werden muss, oder man hat eine investruine dastehen.

aber bei der öffentlichen hand kann man ja steuergelder abfackeln als gäb's kein morgen.
kein privater unternehmer würde sowas machen.
transparenz ist toll, aber wenn die daten plötzlich aufhören hat es sich austransparentiert.

der waldi
andreas66
02.05.2019, 15:16 Uhr
Solange an wichtigen Stellen,....
Personen mit wenig Fachverstand und - wissen sitzen, aber mit dem richtigen Parteibuch in der Tasche, wird es solche Fehlplanungen geben. Dies ist ein gesamtdeutsches Problem. Mehrere Reportagen haben dies aufgezeigt und mit Fakten bewiesen. Das kleine beschauliche Nordhausen kämpft jedes Jahr, einen Haushalt hinzubekommen. Aber man leistet sich für wer weiß was noch eine zusammen kommende Summe eine Theatersanierung. An allen Ecken und kannten klemmt es finanziell. Aber der Steuerzahler bezahlt ja brav und friedlich die Kosten,vor allem die Mehrkosten. Über fünf Jahre soll die Sanierung dauern? Da bekomme ich Bauchweh
Hans Dittmar
02.05.2019, 21:10 Uhr
SPD sagt immer: Gelder sind da ...
... sie müssen nur abgerufen werden. Ich frage mich natürlich welche Personen im Aufsichtsrat sitzen und dort verhandelt.
Bei aller Kritik - man kann zum Theater stehen wie man will - aber das gerade Herr Jendricke die Rechnung aufmacht ist mehr als kurios. Er hatte doch bis 2014 die Stadt mit den schweren Millionen in die Knie gedrückt. Seine Partei mit Frau Rinke und die LINKE waren doch federführend aktiv einen komplette Sanierung und Erweiterung zu finanzieren.
Wer sitzt eigentlich im Aufsichtsrat? Wo kann man die Namen erfahren?

Und mit seiner Forderung, die Stadt solle die Kosten selber tragen, will er diese wie bisher am Boden halten.

Aber eigentlich ist ja alles gar nicht war, weil die Aufsichtsratssitzung ja eigentlich gar nicht stattgefunden hat.
Lassen wir uns überraschen, wann Herr Buchmann die Bürger informiert. Herr Jendricke hat es ja getan.
Kilian Baltres
02.05.2019, 21:28 Uhr
@andreas66 OB als Bauherr ist ohne Parteibuch
@andreas66, Ihre Kritik an den Parteien teile ich z.T. Deshalb hatte ich auch Herren K.Buchmann gewählt, das ich jetzt nicht mehr machen würde weil kein Versprechen gehalten wurde. Das gilt auch fürs Theater. Vor großen Projekten wollte er die Bürger fragen und bei den Finanzen mit Augenmaß handeln.
Nichts ist passiert. Beim Theater ist die Stadt Bauherr also der OB und nicht irgendwelche Parteien. K. Baltres
Andreas Dittmar
02.05.2019, 23:46 Uhr
Man kann es nur permanent wiederholen
Gebt eurer Stimme einen Auftrag. Wählt Jendricke/Buchmann oder wählt sie ab. Auch die Fördermittel sind Steuergelder. Es sind freie und geheime Wahlen. Niemand wird dafür bestraft, wo er sein Kreuz macht. Am Wahltag nach 18:00 Uhr ist meckern obsolet.
Liane Enzinger
03.05.2019, 06:40 Uhr
Theater: Hochrechnungen aller Baukosten auf den Tisch
Angesichts der “Sprünge“ bei den Kosten allein beim Erweiterungsbau sollte man jetzt eine aktuelle und all umfassende aktuelle Kostenschätzung aller Gewerke für alle Gebäudeteile auf den Tisch legen. Transparenz ist wichtig, so kann man evtl. weitere Fehlentwicklungen verhindern. “Sonne heilt“.

Liane Enzinger, M.A.
Pe_rle
03.05.2019, 07:53 Uhr
so ein Theater
bei unserem Theater komm ich mir langsam wie BER oder Stuttgart 21 vor .Dort wurde auch vorher alles in den Himmel gehoben ,und alle Zahlen vorher bekannt.
Das Ergebnis für beide Projekte kennen wir alle.
Wird beim Theater nicht anderes werden .Es ist und wird ein Faß ohne Boden.
Ich hab nichts gegen ein Theater,aber es muß sich rechnen
Andreas Dittmar
03.05.2019, 09:32 Uhr
Transparenz ?
Bevor für Landrat MJ "klar ist" welche Eigenmittel die Stadt aufzubringen hat, muss diese Klarheit über ihren Haushalt haben. Der pendelt ja bekanntlich zwischen Landratsamt und Landesverwaltungsamt hin und her. Auch ist das Theater nur eine Baustelle, dazu eine freiwillige, es sei denn der juristische Weg, welchen Frau Krauth mal vor langer Zeit ins Gespräch brachte, hat ein anderes Ergebnis gebracht.

Theater 30 Mio. €
AKS 11 Mio. €
Feuerwehr 18 Mio. € Pflicht !!!!

Das wäre eine Investitionslücke von 59 Mio. € Bei keinem der drei Projekte wurde bisher auch nur ein einziger Stein bewegt. Was jedoch die Finanzierung betrifft, mehr als genug Staub aufgewirbelt. Da präsentiert man dem staunenden Wähler schon ein Wellnesshotel mit Kongresscentrum für 9 Mio. € welches wohl zu 90 % förderfähig .....ähm Steuerzahlerfinanziert werden kann.
Paulinchen
03.05.2019, 12:12 Uhr
So ein Theater um das...
...Theater. Aus meiner Sicht sieht das alles aus, als würde sich unsere Stadt, mit den inzwischen vielen Baustellen, am Ende noch verheben. Erst nichts, dann das Theater, dann wäre da noch die Feuerwehr und zu guter letzt der Albert-Kuntz-Sportpark.
Hat man sich denn schon mal Gedanken darüber gemacht, welche Baubetriebe dafür in frage kommen würden und gibt es für alle Bauobjekte auch die Baukapazitäten in der Region? Oder passiert es am Ende so, wie an der Ecke Am Hagen und Wallrothstr.? Keines der Vorhaben wird planmäßig und finanztechnisch fertiggestellt. Sollte es am Ende noch europaweite Ausschreibungen geben, dann sehe ich eher ganz schwarz. Denn dann arbeiten an diesen, eher kleinen Objekten, doch nur Sub,-Sub,-Subunternehmen und das Geld ist verbrannt, bevor es ein Richtfest gegeben hat...

Vielleicht sollten wir doch erst mal mit dem Bau der Feuerwehr anfangen, Nach deren Einweihung geht es an das Theater und zum Schluss ist König Fußball dran. So gibt es vielleicht die Chance, dass alle Vorhaben realisiert werden und nicht drei Baugruben entstanden sind, welche als UNVOLLENDETE in die Geschichte der Stadt NDH eingehen.
Dann klappts auch noch am Ende mit dem Vertrauen der Bevölkerung in die Kommunalpolitik.
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