Di, 10:03 Uhr
18.09.2001
NGG: Geplante Schließung ist pervers!
Nordhausen (nnz). Die geplante Schließung der Zigarettenfabrik in Nordhausen ist pervers, so Anke Siedentop, Geschäftsführerin der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten, gegenüber der nnz. Wie die nnz bereits gestern berichtete, wollen sich die Beschäftigten gegen die Schileßung zur Wehr setzen.
Wer eine Zigarettenfabrik mit 300 Beschäftigten schließt, obwohl schwarze Zahlen geschrieben werden, ist nicht nur pervers, sondern auch ein Sozialschmarotzer! Dies, so Siedentop weiter, vor allem dann, wenn er von der Kommune und der Landesregierung Förderungen für den angeblichen Erhalt von Arbeitsplätzen abgestaubt habe. Die Zigarettenfabrik in Nordhausen gehört seit September 1990 zum Tabakmulti Reemtsma, (Zigarettenmarken Duett, Juno, Cabinett u.a.) im Produktionsverbund mit den Werken in Langenhagen und Berlin. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Hamburg. Nach der Wende investierte der Konzern in die traditionsreiche Fabrik, in der zu DDR-Zeiten schon die erwähnten Marken sowie Juwel produziert wurden. Noch vor wenigen Wochen wurde seitens des Vorstandes und des Aufsichtsrats eine Standortgarantie für das Nordhäuser Werk abgegeben. Die Belegschaft wurde als besonders flexibel, einsatzfreudig, preiswert und zuverlässig, so der Vorstand gepriesen.
Für Nordhausen ist die geplante Werksschließung eine kommunalpolitische Katastrophe erklärte Siedentop. Vier Millionen Mark jährliche Steuerausfälle kann Nordhausen sich nicht leisten! Außerdem, so Siedentop, würde sich, wenn der Reemtsma-Vorstand seine Schließungsdrohung durchsetzt, die Arbeitslosenzahl in Nordhausen noch mal deutlich erhöhen! Die Stadt Nordhausen muß auch mit einem erheblichen Kaufkraftverlust rechnen. Dies zieht weitere Arbeitslose nach sich und reißt ein noch größeres Loch in die Einnahmeseite der Stadt.
Alle Angebote der öffentlichen Hand, das Werk zu einem noch hochmoderneren Betrieb machen zu wollen, stoßen beim Vorstand auf taube Ohren. Hieraus ist zu schließen, daß eine wie auch immer geartete Kostenfrage des Standortes Nordhausen nicht der eigentliche Grund der geplanten Schließung sein kann. Die Gewerkschafterin gegenüber der nnz: Die Belegschaft wird konzernstrategischen Interessen geopfert! Hier zeigt der Kapitalismus wieder einmal seine häßlichste Seite! Die Belegschaft läßt sich nicht wehrlos zur Schlachtbank führen! Arbeitsniederlegung und Betriebsbesetzung kann ich nicht ausschließen, sagte Siedentop. Die Belegschaft ist nur noch schwer im Zaume zu halten, es genügt ein Funke!
Autor: nnzWer eine Zigarettenfabrik mit 300 Beschäftigten schließt, obwohl schwarze Zahlen geschrieben werden, ist nicht nur pervers, sondern auch ein Sozialschmarotzer! Dies, so Siedentop weiter, vor allem dann, wenn er von der Kommune und der Landesregierung Förderungen für den angeblichen Erhalt von Arbeitsplätzen abgestaubt habe. Die Zigarettenfabrik in Nordhausen gehört seit September 1990 zum Tabakmulti Reemtsma, (Zigarettenmarken Duett, Juno, Cabinett u.a.) im Produktionsverbund mit den Werken in Langenhagen und Berlin. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Hamburg. Nach der Wende investierte der Konzern in die traditionsreiche Fabrik, in der zu DDR-Zeiten schon die erwähnten Marken sowie Juwel produziert wurden. Noch vor wenigen Wochen wurde seitens des Vorstandes und des Aufsichtsrats eine Standortgarantie für das Nordhäuser Werk abgegeben. Die Belegschaft wurde als besonders flexibel, einsatzfreudig, preiswert und zuverlässig, so der Vorstand gepriesen.
Für Nordhausen ist die geplante Werksschließung eine kommunalpolitische Katastrophe erklärte Siedentop. Vier Millionen Mark jährliche Steuerausfälle kann Nordhausen sich nicht leisten! Außerdem, so Siedentop, würde sich, wenn der Reemtsma-Vorstand seine Schließungsdrohung durchsetzt, die Arbeitslosenzahl in Nordhausen noch mal deutlich erhöhen! Die Stadt Nordhausen muß auch mit einem erheblichen Kaufkraftverlust rechnen. Dies zieht weitere Arbeitslose nach sich und reißt ein noch größeres Loch in die Einnahmeseite der Stadt.
Alle Angebote der öffentlichen Hand, das Werk zu einem noch hochmoderneren Betrieb machen zu wollen, stoßen beim Vorstand auf taube Ohren. Hieraus ist zu schließen, daß eine wie auch immer geartete Kostenfrage des Standortes Nordhausen nicht der eigentliche Grund der geplanten Schließung sein kann. Die Gewerkschafterin gegenüber der nnz: Die Belegschaft wird konzernstrategischen Interessen geopfert! Hier zeigt der Kapitalismus wieder einmal seine häßlichste Seite! Die Belegschaft läßt sich nicht wehrlos zur Schlachtbank führen! Arbeitsniederlegung und Betriebsbesetzung kann ich nicht ausschließen, sagte Siedentop. Die Belegschaft ist nur noch schwer im Zaume zu halten, es genügt ein Funke!

