nnz-tv Eichsfelder Nachrichten Kyffhäuser Nachrichten Mansfeld-Südharz-Zeitung Unstrut-Hainich Zeitung
Fr, 09:00 Uhr
16.11.2018
Wie weiter mit dem Lindenhof?

Verloren aber nicht vergessen

Der Tod des Lindenhofes wurde in den letzten Jahren immer wieder prophezeit. Wer heute einen Blick auf die alte Villa wirft, der mag geneigt sein dem zuzustimmen. Noch sind die letzten Messen aber nicht gesungen. Wie genau es mit dem Gelände weiter gehen soll, darüber will man am kommenden Montag im Rathaus diskutieren. Wir haben im Vorfeld einen Blick in die Ruine geworfen...


"Lost places" - verlorene Orte, nennt man heute Orte, die vor langer Zeit aufgegeben wurden, Industrieruinen, alte Hotels und verfallene Häuser, die meist weit ab des alltäglichen Lebens zu finden sind. In Nordhausen findet sich ein solch "verlorener Ort" mitten in der Stadt.

Aus dem Dach wachsen ganze Bäume, im Inneren sind sind weite Teile des Bodens weggebrochen und liegen nun im Keller. Schutt, Graffitti, Glas und Schimmel beherrschen das Bild. Man mag sich dem Eindruck nicht erwehren, dass für den Lindenhof bald die letzte Glocke läuten könnte.

Seit 2010 ist das Gelände endgültig in den Dornröschenschlaf gesunken, es war der letzte Sommer, in dem zumindest der Park während des Rolandsfestes als Veranstaltungsort genutzt wurde. Zwei Jahre war der Lindenhof da schon im Besitz der Stadt, 228.000 Euro hatte man für die 14.000 Quadratmeter gezahlt. Die Stadt sei in der Pflicht die Villa vor dem weiteren Verfall zu retten, hatte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke anno 2008 gesagt, aus dem Lindenhof sollte eine Art Gästehaus werden und der ursprüngliche Charakter des Areals wieder hergestellt werden.

Es geschah: nichts. 2015 soll ein Investor an die Rathaustür geklopft haben, eine private Bildungseinrichtung sollte auf dem Lindenhof entstehen. Zu einer Einigung kam man nicht, auch weil das Südharz-Klinikum intervenierte und den ihm verbleibenden Teil des Geländes nicht veräußern wollte. Unter der Hand wurde schon damals gemunkelt das die Stadt nur ein paar Jahre warten müsse, ehe das Haus so marode sei, dass der Denkmalschutz nicht mehr zum Tragen komme und die Villa abgerissen werden könnte.

Ob es nun soweit ist? Am kommenden Montag haben der Vorsitzende des Stadtrats-Ausschusses für Stadtentwicklung, Andreas Wieninger, und Oberbürgermeister Kai Buchmann in das Europazimmer des Rathauses eingeladen, ab 16:30 will man mit der Bürgerschaft über das weitere Vorgehen in Sachen Lindenhof sprechen. Welche Alternativen aktuell auf dem Tisch liegen ist bisher nicht bekannt. Angesichts der baulichen Zustände scheinen die Möglichkeiten begrenzt.
Angelo Glashagel
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
Besuch auf dem Lindenhof (Foto: Angelo Glashagel)
→ Druckversion
← zum Nachrichtenüberblick

Kommentare

16.11.2018, 10.08 Uhr
AktenzeichenXY | Danke für die "schönen" Fotos,
Da man ja selbst nicht rein darf/kann!
Wirklich schade drum, sowas verkommen zu lassen - weil man 10! JAHRE LANG keine Zeit/ bzw. Einigkeit gefunden hat, zu überlegen daraus wieder etwas zu machen. :((
(aber ein Grund dafür ist auch, weils von außen so schlecht einsehbar ist, denn sonst hätte man längst was gegen den Verfall unternommen).

Also nun wieder mal eine Sitzung - mit sehr wenig Hoffnung!

0   |  0     Login für Vote
16.11.2018, 10.55 Uhr
Herr Schröder | Hotel!
Das Krankenhaus wollte doch einst ein Hotel im Park Hohenrode bauen. Warum kann das SHK das nicht an dortiger Stelle tun?! Meines Wissens besteht doch Interesse seitens des Klinikums?!

0   |  0     Login für Vote
16.11.2018, 13.10 Uhr
DDR-Facharbeiter | Bürgerpark und Appartements für SHK - Patienten retten den Lindenhof
Das Gebäude der Villa Lindenhof ist nur mit grösstem Aufwand zu sanieren
Was wollen die Bürger?
Die Umfrage im nnz-Forum spiegelt die Meinung vieler Bürger wider:
Bürgerpark 29.3%
Rehabilitation für SHK-Patienten 31.9%
Zusammengefasst:
Eine REHA -Einrichtung für SHK-Patienten inmitten eines öffentlich zugänglichen Bürgerparks könnte einer Mehrheit von Bürgern gefallen.
Schon heute ist der Spielplatz am Geyersberg vor dem Lindenhof-Tor gern besuchtes Ziel junger Familien.
Ein öffentlicher Park mit einem Appartement-Haus für REHA-Gäste könnte allen Generationen dienen.
Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass viele REHA- Einrichtungen in Deutschland überlaufen sind.
In München und Wiesbaden belegen gut zahlende Gesundheitstouristen aus aller Welt Wohnungen auf Zeit.
Warum müssen Nordhäuser Bürger an die Uniklinik Lübeck oder an die Augenklinik Bonn zur Behandlung
spezieller Behandlungen reisen?
Voraussetzung für Gesundheits-Tourismus nach Nordhausen wären:
1. ein leistungsfähiges Angebot von medizinischen
Dienstleistungen von renommierten Spezialisten.
2. Miet- Appartements für REHA-Patienten und ihre
Angehörigen.
Ich wünsche dem Stadtratsausschuss für die Stadt- Entwicklung mit seinem Vorsitzenden Andreas Wieninger
einen langen Atem bei der Durchsetzung eines bürgerfreundlichen Projektes
gegen Lustlosigkeit und "Amtsschimmelei" .

0   |  0     Login für Vote
16.11.2018, 13.28 Uhr
Wolfi65 | Abreißen und Sozialwohnungen hin
Oder vielleicht etwas anderes, was gut für die Allgemeinheit ist. Bloß nicht mit Steuergeldern versuchen, den alten Glanz der Gründerzeit hochzuhalten. Nordhausen braucht keine weiteren Museen, sondern bezahlbaren Wohnraum für sozialschwache Familien. Oder will sich doch noch ein Vertreter der neuen Reichen in Nordhausen der Ruine bemächtigen, um sich ein Denkmal zu setzen?

0   |  0     Login für Vote
16.11.2018, 18.02 Uhr
Waldemar Ceckorr | wenn es wer erhalten will,
bitte, dann soll auch privates geld dafür eingesetzt werden.
die bau preise schießen in die höhe, da muss auf keinen fall steuergeld verbrannt werden.
siehe die brücke in bielen, da hat die barbara ( SPD ) auch schon 2008 gesagt, das machen wir.
jetzt ist 2018 und was kostet das teil jetzte im vergleich zu vor 10 jahren.
die entscheider im rathaus sind langsamer als schnecken.
man muss auch mal was durchziehen und dabei den finger rausnehmen....!

der waldi

0   |  0     Login für Vote
16.11.2018, 22.51 Uhr
HUKL | Viel wird vom "Lindenhof" bestimmt nicht übrigbleiben......
Mir scheint die Überschrift zu diesem „Mahnartikel“, „nicht vergessen, aber verloren“ vielleicht sogar noch etwas treffender zu sein!

Für die mächtigen Greif-Arme der „Treuhand“ war dieses historisch sehr anspruchsvolle Objekt wohl damals bereits etwas schon zu alt! Wenn die ehemalige Oberbürgermeisterin Rinke bereits schon vor 10 Jahren die kluge Idee hatte, die bereits zwei Jahre zuvor käuflich erworbenen Villa, die zudem auch noch von einer bezauberten Natur umgeben ist, nach einer entsprechenden Schönheitskur evtl. in ein Gästehaus umzuwandeln, war das nicht schlecht! Doch leider schien dieser kühne Plan nicht mit im Übergabeprotokoll an ihren damaligen Nachfolger gestanden zu haben......

Den interessanten aber gleichzeitigen traurigen Bildern nach, wird wohl die Sitzung am kommenden Montag zu diesem leidlichen Thema vermutlich gleichzeitig mit einem Beschluss für eine zeitnahe Ausschreibung für eine möglichst günstigste Abrissfirma enden.....

0   |  0     Login für Vote
17.11.2018, 10.09 Uhr
Jürgen Wiethoff | Gute Idee
Die Idee von DDR-Facharbeiter (bin auch einer) gefällt mir gut.

Eine REHA -Einrichtung für SHK-Patienten könnte die sehr gute Arbeit, die meiner Erfahrung nach vom Chef bis zum letzten (in alphabetischer Reihenfolge) Mitarbeiter dort geleistet wird, sicher nicht mehr groß verbessern, aber intensivieren und erleichtern.

Ich weiß leider genau, wo von ich rede. Musste 2 mal ziemlich lange auf einen Starttermin für Maßnahmen warten, habe es aber bisher noch keine Sekunde bereut.

0   |  0     Login für Vote
→ Kommentar hinzufügen



Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.

 
Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.