Di, 08:34 Uhr
11.09.2001
JS-special: Bürger-Initiative
Nordhausen (nnz). Die Bürgerinitiative zur Rettung der Goldenen Aue beging in der vergangenen Woche ihr einjähriges Bestehen. Das wäre eigentlich ein Grund zum feiern. Immerhin hat sich diese Bürgerinitiative unter der Leitung und Inspiration ihres Sprechers Klaus-Dieter Korb zu einer Interessenvereinigung mit beachtlichem Profil entwickelt.
Im Zuge ihrer bisherigen Aktivitäten hat diese Bürgerinitiative ihr ursprüngliches Anliegen, das durch ihren Namen ausgedrückt wird, auf einige weitere kommunal- und umweltrelevanten Gebiete erweitert und droht auch darin tätig zu werden, wenn die jeweils zuständigen Verbände und Verwaltungen nicht bürgerfreundlicher verfahren. Die Frage der Restmüllbehandlung ist nur ein Beispiel dafür. Und sie scheint sich inzwischen sogar für kompetent genug zu halten, um sich solcher Themen und Probleme annehmen zu können.
Dass sie vor dem Problem Müll nicht zurückschreckt, zeigte sie in der vergangenen Woche in einer ebenso praktischen wie banalen Weise. Aber gleichzeitig auch mit einer Art der publizistischen Argumentation, die erkennen lässt, wo sie heute auf ihrem Weg zu diesem vorerwähntem Profil steht. Oder deutet sich da schon Professionalität an?
Man sammelte also Müll in einem Gebiet, das als Erlebnispark angeboten wird: den Bielener Kiesteichen. Erlebnispark ist dieses Gelände bislang ja wohl vorwiegend für Leute aus der näheren und weiteren Umgegend, denn darüber hinaus ist es wohl noch wenig bekannt, die Tourismuswerbung hat da wohl noch nicht richtig eingesetzt. Oder bislang noch wenig Erfolg gehabt. Oder wurden diejenigen, die mal von weiter her kamen verschreckt? Vor dem Müll zum Beispiel, den die Mitglieder der BI zur Rettung der Goldenen Aue sammelten. Die Kiesteiche gehören ja wohl dazu. In der Verlautbarung zu dieser Aktion heißt es u.a.: Das, was wir dort vorfanden, spottete jeder Beschreibung und wir schämten uns für unsere Region.... Es spricht für die Bürgerinitiative, dass sie nicht populistisch verfährt und diese Aktion als Selbstbeweihräucherung nutzt, sondern die Problematik darstellt, nur: Präziser müßte es heißen, dass man sich für die Menschen dieser Region schämen muss, die solchen Dreck hinterlassen. Das tun zwar auch Urlauber und Touristen wie man aus Gegenden weiß, in denen sie vermehrt auftreten. Nur lassen die halt auch Geld in diesen Gegenden, weshalb man ihre sonstigen Hinterlassenschaften zwangsläufig in Kauf nimmt.
Hier aber geht es nicht um Touristen sondern nach der Devise: Wir machen unseren Dreck allein. Ohne dafür auch einen Gegenwert zu hinterlassen. Es ist löblich, wenn in jener Pressemitteilung der BI angeregt wird, andere Vereine und Organisationen sowie Bürgerinitiativen sollten diesem Beispiel folgen. Die Kehrseite besteht nur darin, dass es die Verursacher jenes Unrates nicht veranlassen wird, ihr diesbezügliches Verhalten zu ändern. Ist wohl auch das ein Ausdruck des Werteverfalls, über den heute so viel diskutiert wird? Verfallen aber kann doch nur etwas, das man einmal besaß?
Der Bürgerinitiative zur Rettung der Goldenen Aue sollte ihre Aktion bewusst werden lassen, dass einer Vielzahl der Menschen der Wert und die Bedeutung von Natur und Umwelt höchst gleichgültig ist, sie kommt ihnen gelegen für alles das, was sie nicht mehr gebrauchen können. Und Umweltschützern, Umweltinspektoren und Agenda-21-Vertretern sollte sie deutlich werden lassen, wo ein großer Teil der Menschen in dieser Region mit ihrem Umweltbewusstsein wirklich steht. Dass es die Bürgerinitiative vor den Toren der Stadt auf so simple, aber anschauliche Weise einmal mehr deutlich machte, ist ihr als Verdienst anzurechnen.
Autor: nnzIm Zuge ihrer bisherigen Aktivitäten hat diese Bürgerinitiative ihr ursprüngliches Anliegen, das durch ihren Namen ausgedrückt wird, auf einige weitere kommunal- und umweltrelevanten Gebiete erweitert und droht auch darin tätig zu werden, wenn die jeweils zuständigen Verbände und Verwaltungen nicht bürgerfreundlicher verfahren. Die Frage der Restmüllbehandlung ist nur ein Beispiel dafür. Und sie scheint sich inzwischen sogar für kompetent genug zu halten, um sich solcher Themen und Probleme annehmen zu können.
Dass sie vor dem Problem Müll nicht zurückschreckt, zeigte sie in der vergangenen Woche in einer ebenso praktischen wie banalen Weise. Aber gleichzeitig auch mit einer Art der publizistischen Argumentation, die erkennen lässt, wo sie heute auf ihrem Weg zu diesem vorerwähntem Profil steht. Oder deutet sich da schon Professionalität an?
Man sammelte also Müll in einem Gebiet, das als Erlebnispark angeboten wird: den Bielener Kiesteichen. Erlebnispark ist dieses Gelände bislang ja wohl vorwiegend für Leute aus der näheren und weiteren Umgegend, denn darüber hinaus ist es wohl noch wenig bekannt, die Tourismuswerbung hat da wohl noch nicht richtig eingesetzt. Oder bislang noch wenig Erfolg gehabt. Oder wurden diejenigen, die mal von weiter her kamen verschreckt? Vor dem Müll zum Beispiel, den die Mitglieder der BI zur Rettung der Goldenen Aue sammelten. Die Kiesteiche gehören ja wohl dazu. In der Verlautbarung zu dieser Aktion heißt es u.a.: Das, was wir dort vorfanden, spottete jeder Beschreibung und wir schämten uns für unsere Region.... Es spricht für die Bürgerinitiative, dass sie nicht populistisch verfährt und diese Aktion als Selbstbeweihräucherung nutzt, sondern die Problematik darstellt, nur: Präziser müßte es heißen, dass man sich für die Menschen dieser Region schämen muss, die solchen Dreck hinterlassen. Das tun zwar auch Urlauber und Touristen wie man aus Gegenden weiß, in denen sie vermehrt auftreten. Nur lassen die halt auch Geld in diesen Gegenden, weshalb man ihre sonstigen Hinterlassenschaften zwangsläufig in Kauf nimmt.
Hier aber geht es nicht um Touristen sondern nach der Devise: Wir machen unseren Dreck allein. Ohne dafür auch einen Gegenwert zu hinterlassen. Es ist löblich, wenn in jener Pressemitteilung der BI angeregt wird, andere Vereine und Organisationen sowie Bürgerinitiativen sollten diesem Beispiel folgen. Die Kehrseite besteht nur darin, dass es die Verursacher jenes Unrates nicht veranlassen wird, ihr diesbezügliches Verhalten zu ändern. Ist wohl auch das ein Ausdruck des Werteverfalls, über den heute so viel diskutiert wird? Verfallen aber kann doch nur etwas, das man einmal besaß?
Der Bürgerinitiative zur Rettung der Goldenen Aue sollte ihre Aktion bewusst werden lassen, dass einer Vielzahl der Menschen der Wert und die Bedeutung von Natur und Umwelt höchst gleichgültig ist, sie kommt ihnen gelegen für alles das, was sie nicht mehr gebrauchen können. Und Umweltschützern, Umweltinspektoren und Agenda-21-Vertretern sollte sie deutlich werden lassen, wo ein großer Teil der Menschen in dieser Region mit ihrem Umweltbewusstsein wirklich steht. Dass es die Bürgerinitiative vor den Toren der Stadt auf so simple, aber anschauliche Weise einmal mehr deutlich machte, ist ihr als Verdienst anzurechnen.


