Sa, 09:59 Uhr
12.02.2005
Nazis auf dem Vormarsch
Nordhausen/Niedersachswerfen (nnz). Während sich die große Politik wieder mal zum Umgang mit der NPD streitet, ist die rechtsradikale Partei längst dabei, die Provinz zu erobern. Und das mit vielerlei Mitteln. Die reichen von Geld bis hin zu Gewalt. Die nnz mit einer Situationsbeschreibung...
Seit Jahren gibt es in Niedersachswerfen einen Jugendklub, dessen Träger der Jugendverein 90 e.V. ist. Der Verein macht eine gute Arbeit, der Klub ist bei den Jugendlichen aus Niedersachswerfen, aber auch aus Nachbargemeinden beliebt. Vielleicht gerade deshalb ist er der NPD ein ausgemachtes Ziel. Mehrfach wollten Neonazis in den Klub rein, wollten dort Veranstaltungen organisieren. Das jedoch konnte bislang verhindert werden. Wie ein Sprecher des Jugendvereins der nnz sagte, habe er der NPD und ihren Anhängern schon oftmals Hausverbot erteilt. Darüber wurden auch Bürgermeister Jochen Napiralla sowie der zuständige Kontaktbereichsbeamte der Polizei informiert. Zwar fahren die Beamten der Polizeiinspektion regelmäßig am Jugendklub Streife, doch die Einflussnahme der NDP wird subtiler.
Bestätigt wurden der nnz auch Informationen, wonach jungen Menschen in Niedersachswerfen 100 Euro angeboten wurden, wenn sie Mitglied der NPD werden. Weiterhin wurde bereits mehrfach Flyer mit rechtsradikalem Propaganda-Material verteilt. Die Rechten setzen aber nicht nur auf Stimmenfang per Euro, sie haben auch die Gewalt im Angebot. So wurden mehrfach verantwortliche Mitarbeiter des Jugendklubs und des Vereins sowie deren Familien bedroht.
Auf Nachfrage bei der Polizei in Nordhausen, erklärte deren Pressesprecherin, daß der Kontaktbereichsbeamte zwar von den Jugendlichen informiert worden sei, ein Flyer sei ihm jedoch nicht übergeben worden. Auch gebe es keine Anzeige wegen Bedrohung
Nicht nur im Südharz macht sich die rechtsradikale Szene breit, auch Nordhausen Ost ist ein beliebter Treffpunkt. Hier haben zwar bekannte Neonazis im dortigen Jugendtreff keinen Eintritt, dafür grölen sie ihre Parolen zum Beispiel an der Kaufhalle herum. Die Verantwortlichen vom Kreisjugendring sind sich sicher, daß die vielen Aussiedler, denen in Ost eine Wohnung zugewiesen wurde, die Rechten förmlich anlocken. Die Kenner der Szene, vor allem aber die Streetworker hatten bereits vor Jahren die Verantwortlichen vor einer Konzentration von Aussiedlerfamilien in einem Stadtteil gewarnt. Erhört wurden sie vermutlich jedoch nicht.
Autor: nnzSeit Jahren gibt es in Niedersachswerfen einen Jugendklub, dessen Träger der Jugendverein 90 e.V. ist. Der Verein macht eine gute Arbeit, der Klub ist bei den Jugendlichen aus Niedersachswerfen, aber auch aus Nachbargemeinden beliebt. Vielleicht gerade deshalb ist er der NPD ein ausgemachtes Ziel. Mehrfach wollten Neonazis in den Klub rein, wollten dort Veranstaltungen organisieren. Das jedoch konnte bislang verhindert werden. Wie ein Sprecher des Jugendvereins der nnz sagte, habe er der NPD und ihren Anhängern schon oftmals Hausverbot erteilt. Darüber wurden auch Bürgermeister Jochen Napiralla sowie der zuständige Kontaktbereichsbeamte der Polizei informiert. Zwar fahren die Beamten der Polizeiinspektion regelmäßig am Jugendklub Streife, doch die Einflussnahme der NDP wird subtiler.
Bestätigt wurden der nnz auch Informationen, wonach jungen Menschen in Niedersachswerfen 100 Euro angeboten wurden, wenn sie Mitglied der NPD werden. Weiterhin wurde bereits mehrfach Flyer mit rechtsradikalem Propaganda-Material verteilt. Die Rechten setzen aber nicht nur auf Stimmenfang per Euro, sie haben auch die Gewalt im Angebot. So wurden mehrfach verantwortliche Mitarbeiter des Jugendklubs und des Vereins sowie deren Familien bedroht.
Auf Nachfrage bei der Polizei in Nordhausen, erklärte deren Pressesprecherin, daß der Kontaktbereichsbeamte zwar von den Jugendlichen informiert worden sei, ein Flyer sei ihm jedoch nicht übergeben worden. Auch gebe es keine Anzeige wegen Bedrohung
Nicht nur im Südharz macht sich die rechtsradikale Szene breit, auch Nordhausen Ost ist ein beliebter Treffpunkt. Hier haben zwar bekannte Neonazis im dortigen Jugendtreff keinen Eintritt, dafür grölen sie ihre Parolen zum Beispiel an der Kaufhalle herum. Die Verantwortlichen vom Kreisjugendring sind sich sicher, daß die vielen Aussiedler, denen in Ost eine Wohnung zugewiesen wurde, die Rechten förmlich anlocken. Die Kenner der Szene, vor allem aber die Streetworker hatten bereits vor Jahren die Verantwortlichen vor einer Konzentration von Aussiedlerfamilien in einem Stadtteil gewarnt. Erhört wurden sie vermutlich jedoch nicht.

