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Di, 10:03 Uhr
01.02.2005

Bisher nur Einzelfälle

Nordhausen (nnz). Bislang konnten die so genannten Ein-Euro-Jobs freiwillig absolviert werden. Diese Zeit ist vorbei. Seit heute werden die Arbeitsgelegenheiten von der ARGE vergeben. Doch da lauern schon die ersten Gefahren...


In den zurückliegenden Wochen wurden bundesweit Stimmen laut, die mit den Ein-Euro-Jobs ein Lohndumping in Deutschland aufziehen sehen, schließlich zeigten mehrere Arbeitgeberverbände ein ziemlich hohe Aufgeschlossenheit gegenüber diesem „Angebot“. Die Verlockung ist groß, vor allem im sozialen und Dienstleistungsbereich die Ein-Euro-Jobber einzustellen und dann „heimlich, still und leise“ festes Personal „abzuwickeln“. Das damit aber auch qualifiziertes Personal verloren geht, ist angesichts des enormen Kostendrucks vermutlich eher zweitrangig. Die Gewerkschaft verdi weiß auch im Landkreis Nordhausen von ersten Fällen, wo während der Nachtschicht nur ein Mitarbeiter in einer pflegenden Einrichtung den Dienst versah. Und dieser „diensthabende“ Mitarbeiter erhielt eben pro Stunde einen Euro.

Dorothee Schmidt, die zuständige verdi-Sekretärin, machte im Gespräch mit der nnz auch deutlich, daß es sich hierbei um Einzelfälle handele. Für sie ist wichtig, daß Betriebs- oder Personalräte ihren Einfluß geltend machen, damit es nicht zu einem Mißbrauch der Ein-Euro-Jobs komme. Mißbrauch ist in vielerlei Richtung möglich. Wie oben schon beschrieben könnten diese Jobs als Druckmittel oder zur Beendigung bestehender Arbeitsverhältnisse mißbraucht werden. Dorothee Schmidt will über die Arbeitnehmervertretungen auch erreichen, daß die Frauen und Männer, die den Ein-Euro-Job verrichten, nicht degradiert werden. Ihnen solle man in der Einrichtung mit der gleichen Achtung entgegentreten, wie das mit den angestammten Mitarbeitern passiert.

Einen Mißbrauch befürchtet die Gewerkschaftsfrau jedoch dort, wo die Gewerkschaft keinen Einfluß hat oder wo es keine Arbeitnehmervertretungen gibt. Dort seien die Tore für eine Senkung der Lohn- oder Gehaltskosten durch den Einsatz der Billig-Jobs weit geöffnet. Die Gewerkschaft verdi kündigte an, diese Entwicklung genauestens zu beobachten und mit allen rechtlichen Mitteln gegen ein etwaiges Lohndumping vorzugehen. Ob der schleichende Lohnabbau dadurch jedoch wirklich aufzuhalten ist, das bleibt erst einmal abzuwarten.
Autor: nnz

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