Mo, 17:44 Uhr
31.01.2005
Geschichte am Leben erhalten
Geschichte am Leben erhalten (Foto: nnz)
Nordhausen (nnz). Noch können sie reden, und das muß man ausnutzen. Zeitzeugen berichten von ihrem schrecklichen Schicksal in den Konzentrationslagern der Nazizeit. Schüler suchten heute das Gespräch mit einem Überlebenden von Dora.122785, seit April 1943 ist er kein Mensch mehr, der einen Namen hat, sondern diese Zahl. Willi Frohwein, Überlebender von Auschwitz und Dora, gibt dem Schrecken ein Gesicht. Geschichten über Nazideutschland in Büchern oder Filmen werden schnell vergessen von jungen Leuten, die im Überfluß der Bilder aufwachsen. Noch gibt es Menschen, die es selbst erlebt haben und darüber berichten können.
Die Konrad-Adenauer-Stiftung bot zum 60. Jahrestag der Befreiung Schülern die Möglichkeit einen Zeitzeugen einzuladen und ins Gespräch zu kommen. Heute vormittag nutzten die 13. Klassen der Berufsbildenden Schule 2 das Angebot. Dabei war Frohwein auch von Thüringens Sozialminister Dr. Klaus Zeh (CDU) begleitet worden.
Rund 40 Schülerinnen und Schüler der Käthe-Kollwitz-Regelschule nahmen nachmittags an der Gesprächsrunde teil. Sie hatten sich freiwillig und mit großem Interesse gemeldet, um das Schicksal eines Mannes kennenzulernen, der Zwangsarbeit in Berlin, Auschwitz und Nordhausen überlebte. Zwei Monate schuftete er in Dora und baute an der Wunderwaffe V2 mit.
Die Konrad-Adenauer-Stiftung führt die Veranstaltungsreihe DenkTag morgen fort. Um 9.30 Uhr sind die 12. Klassen der Berufsbildenden Schule 2 eingeladen, am Nachmittag um 13.00 Uhr die Klassen 9 und 10 an der Regelschule Petersberg. Die Gesprächsrunden dienen dem Dialog zwischen den Opfern und der jungen Generation und sollen helfen entstehende extremistische Tendenzen zu verhindern.


