Mi, 13:56 Uhr
19.01.2005
Thespiskarren unter Tage
Nordhausen (nnz). Die professionelle Bespielung der Naturbühne in der Rübeländer Baumannshöhle ist an sich schon ein herausragendes Ereignis; handelt es sich doch bei diesem Theater um Deutschlands einzige Spielstätte unter der Erde. Aus Nordhäuser Sicht sind die Aufführungen aber gleich doppelt interessant.
Wenn sich ab Samstag wieder rund 400 Besucher zu jeder Vorstellung vor der Baumannshöhle versammeln, so wollen sie ein spektakuläres Erlebnis genießen und treffen dabei auf eine Vielzahl Künstler, die in Nordhausen am Theater gewirkt und bis heute Spuren hinterlassen haben.
Gespielt wird das Andersen-Märchen Die Schneekönigin in einer Fassung von Hubert Kross jr. Der war in der Wendezeit Deutschlands jüngster Intendant und in Nordhausen beschäftigt. Inszeniert hat das Stück Mario Jantosch, amtierender Direktor des Harzer Bergtheaters und früherer Dramaturg am Theater Nordhausen.
Die gleiche personelle Konstellation gilt auch für Das kalte Herz, das zweite Schauspielangebot der freien Theatertruppe des Bergtheaters.
Auf der Bühne sind mit Christiane Wascher-Jantosch, Matthias Mitteldorf, Gerd Pokall und Werner Schwarz vier Darsteller beschäftigt, die viele Jahre lang in Nordhausen zu sehen waren. Der in Nordhausen aufgewachsene Schauspieler Klaus Heydenbluth ergänzt die starke Südharzer Fraktion.
Da sage noch mal einer, Nordhausen habe kein Schauspielensemble mehr. Es ist nur im Exil.
Die Schneekönigin-Vorstellung am 22.1. ist schon ausverkauft, am 23.1., 29.1., 30.1., 5.2., und 6.2. sind weitere Aufführungen angesetzt. In den Winterferien wird Das kalte Herz wieder das Regiment übernehmen. Die Möglichkeit, sich genauer zu informieren und Karten zu ordern besteht im Internet unter www.harzer-bergtheater.de.


