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Do, 18:00 Uhr
07.06.2018
Staudenknöterich droht mit "Invasion"

Jetzt hilft nur noch die chemische "Keule"

Hennig B. geht oft hinter der schönen Aussicht spazieren. Vor allem das kleine parkähnliche Areal hat es ihm angetan. Doch damit ist jetzt Schluss. Hier droht Gefahr von invasiven Gewächsen...

Abgesperrt (Foto: nnz) Abgesperrt (Foto: nnz)
Sven Gerwien aus der Nordhäuser Stadtverwaltung ist der verantwortliche Mitarbeiter, der über die Telefonnummer zu erreichen ist, die auf den Sperrschildern notiert ist. Also haben wir angerufen.

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Gerwien erklärt, dass sich in den zurückliegenden Jahren der Staudenknöterich extrem stark ausgebreitet habe. Der wuchert geradezu ungebremst und lässt anderen Arten - ähnlich der Herkulesstaude - kaum eine Chance. In den zurückliegenden Jahren wurde seitens der Verwaltung immer gemäht, doch das nutzte nichts.

Also wurde nach einem chemischen Gegner für Fallopia japonica gesucht und der wurde gefunden. In Zusammenarbeit mit mehreren Behörden gab es letztlich grünes Licht, ein zugelassenes Blattherbizid einzusetzen.

Blöd nur, dass sich in diesem Areal viele Bäume mit fast schon roten Kirschen befinden, die gern von Jung und Alt gekostet werden. "Obwohl das Herbizid schonend aufgebracht wurde, rate ich in diesem Jahr von einem Verzehr der Kirschen ab", sagt Gerwien und verspricht, dass man im nächsten Jahr den eventuell noch mal notwendigen Einsatz des Mittels mit der Reife- und Erntezeit der süßen Früchte koordinieren werde.

Kirschen bleiben in diesem Jahr hängen (Foto: nnz) Kirschen bleiben in diesem Jahr hängen (Foto: nnz)
In diesem Jahr sei das auch durch die notwendigen Abstimmungen verschiedener Ämter und Behörden sowie der notwendigen Ausschreibung und Vergabe an eine Firma nicht notwendig gewesen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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Kommentare
atalante
08.06.2018, 12:28 Uhr
Der Staudenknöterich gedeiht
Die Wiese des kleinen Kirschgartens wurde in der vergangenheit nur selten gemäht. Und das störte mich und andere ehrlich gesagt weniger als die chemische Keule, die nur dazu führt, dass unsere Insekten wieder ein kleines Habitat verlieren. Stattdessen gelbes, vergiftetes Terrain. Abgesehen vom japanischen Knöterich. der sprießt gut, hat tiefe Wurzeln, ist nun aber giftig. Ihn mit der Herkulesstaude zu vergleichen , ist schon deshalb nicht richtig, da der Knöterich sogar eßbar ist. Die jungen Triebe, vom Blattwerk entfernt, können wie Rabarber zubereitet werden und eignen sich auch gut für Marmelade, denn er ist nicht ganz so sauer. Nun allerdings geht das natürlich nicht mehr. Jetzt hat man ihn vergiftet, so dass er und die Kirschen wahrlich einer Herkuleskeule ähneln. Gestern habe ich Kinder auf dem Gelände erwischt, die sich an den Kirschen labten. Die Kirschen sind reif und ihr Rot glänzt verführerisch. Ich habe die Kinderchen des Platzes verwiesen. Man kriegt unsere Umwelt schon klein, bekämpft das Unerwünschte mit dem Untragbaren. Kein Plätzchen darf mehr ungetrübt natürlich sein. Möge sich niemand von den Veranlassern mehr über Umweltgifte beschweren, ohne dass ihn ein Ziehen an der eigenen Nase unerträglich plage. Sinnvoller wäre es für alle Beteiligten gewesen, man hätte den Wanderweg zum kleinen Borntal mal mit konventionellen Waffen begehbar gemacht. LG
Bodo Schwarzberg
08.06.2018, 14:25 Uhr
Invasive Arten: Das Problem wird ausgesessen.
Ich danke PSG für den Beitrag. Und ich habe einen eigenen in Vorbereitung. Invasive Neophyten dringen immer weiter in unseren Landschaften vor, ob nun Kanadische Goldrute, Orientalische Zackenschote, Drüsiges Springkraut u. andere.

Viele eingeschleppte Arten gelten dazu noch als potenziell invasiv. Zur Ignoranz der Politik kommt noch der Klimawandel und unsachgemäße Landbewirtschaftung als Verstärker hinzu. Denn die Invasoren sind auch deshalb so erfolgreich, weil sie unter Extrembedingungen konkurrenzstärker sein können als heimische Arten.

Die invasiven Arten werden verdrängt und oft verschwiegen, wenn es um den Schutz der Artenvielfalt geht. Beitrag über Beobachtungen im Raum NDH folgt. Es muss dringend gehandelt werden. Die chemische Keule aber ist scharf zu verurteilen! Da machen es sich die Behörden viel zu einfach.
Bodo Schwarzberg
08.06.2018, 14:50 Uhr
Invasive Arten: Das Problem wird ausgesessen.
Ich danke PSG für den Beitrag. Und ich habe einen eigenen in Vorbereitung. Invasive Neophyten dringen immer weiter in unseren Landschaften vor, ob nun Kanadische Goldrute, Orientalische Zackenschote, Drüsiges Springkraut u. andere.

Viele eingeschleppte Arten gelten dazu noch als potenziell invasiv. Zur Ignoranz der Politik kommt noch der Klimawandel und unsachgemäße Landbewirtschaftung als Verstärker hinzu. Denn die Invasoren sind auch deshalb so erfolgreich, weil sie unter Extrembedingungen konkurrenzstärker sein können als heimische Arten.

Die invasiven Arten werden verdrängt und oft verschwiegen, wenn es um den Schutz der Artenvielfalt geht. Beitrag über Beobachtungen im Raum NDH folgt. Es muss dringend gehandelt werden. Die chemische Keule aber ist scharf zu verurteilen! Da machen es sich die Behörden viel zu einfach.
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